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Tagebuch - August 2002

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[01.08.02, do, 9:59]

Ich werde mich auch heute in die Hitze zum Laufen wagen.


[12:29]

Ich bin zurück. Meine Güte, war das warm!

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[02.08.02, fr, 10:14]

Ich werde gleich zu meinem Bruder nach Berlin fahren.

Gestern hat es sehr stark gewittert, die Luft hat sich noch nicht wieder erwärmt. Der Himmel ist auch heute noch bewölkt.


[11:58]

Ich starte.


[20:20]

Ich bin zurück.

Ich habe meinem Bruder meine AGS verkauft. Nicht weil ich sie nicht mehr mochte, sondern weil ich, immer wenn ich sie trug, ein "jugendlicher Draufgänger" war.

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[02.08.02, sa, 2:32]

Heute bin ich nach langer Zeit wieder einmal deutlich vor dem Weckerklingeln aufgewacht.


[3:03]

Habe bei Quelle online Uhren bestellt.


[8:27]

Ich bin aufgewacht, zwar noch nicht ganz aufgeschlafen, werde aber erst mal einkaufen gehen. Ich brauche unbedingt Waschmittel und Zahncreme.


[8:32]

Ich habe aber keine Lust, aus dem Haus zu gehen.

Daß ich gestern meine AGS meinem Bruder verkaufte, war ja nicht nur eine geschäftliche Aktion, sondern auch eine seelische.

Die AGS stand für eine Gruppe meiner Kleinen, die immer gute Laune haben und sehr viel Lebensfreude.

Leider habe sie nicht so recht Lust zum Arbeiten. Deshalb wollte ich mich von ihnen trennen.

Als ich die Uhr meinem Bruder verkauft hatte, konnte ich mich nicht mal über das Geld freuen, daß ich "gewonnen" hatte.

Nicht nur das: ich fuhr ganz traurig nach Hause.

Zu Hause angekommen, ging ich bald ins Bett, dachte noch lange an meine AGS und was ich mit ihr abgegeben habe.

Wahrscheinlich beschäftigte ich mich auch im Schlaf mit dem Problem, denn als ich aufwachte, dachte ich als erste wieder an die AGS.

Auch schlief ich heute nacht nicht mit meiner EDS am Arm. Sie und wofür sie steht machte nur einen Sinn im Kontrast oder Ausgleich zur AGS und wofür sie steht. Allein ist die EDS "nur" ein Uhr.

Obwohl ich heute morgen gegen 3 Uhr eine zweite AGS bestellt habe, ist die lebensfrohe Gruppe meiner Seelenteile noch nicht zurückgekehrt.

Mit Recht! Ich habe mir selbst versprochen, nichts mit Gewalt zu lösen, dafür zu sorgen, daß alle Seelenteile in mir freidlich miteinander leben können.

Um besser für die Uni arbeiten zu können, habe ich kurzsichtig entschieden, eine Gruppe von Seelenteilen zu verbannen. Das war nicht richtig. Nun sitze ich auch am Wochenende als "Arbeits- und Lernoptimierter", fühle mich kalt und einsam. Ich kann mich einfach nicht mehr freuen.

Und ich weine.

Irgendwie erinnert mich, was ich getan habe, schwerzlich an etwas, was ich selbst schon oft getan habe oder was mit ihr getan wurde.

Ich habe Vertrauen verspielt und Versprechen gebrochen. Ich bin brutal gegen mich vorgegangen, weil mir eine friedliche Lösung zu anstrengend war.

Es wird einige Zeit dauern, bis ich den Schaden wiedergutgemacht haben werde. Daß ich eine zweite AGS bestellt, ist ja nur der Anfang. Der Versuch einer Entschuldigung, die natürlich nicht sehr glaubwürdig ist.

Ich kenne mich: es wird nicht das letzte Mal sein, daß eine Gruppe Seelenteile versucht eine andere Gruppe von Seelenteilen zu verbannen.

Selbstverständlich könnte ich - jetzt meine ich meine Oberinstanz, die sich in dieser Homepage wohl noch nicht geäußert hat - eher eingreifen, aber ich möchte, daß die Streitpateien mit einander friedlich auskommen, ohne daß die "Eltern" immer aufpassen und reglementierend eingreifen müssen.

Inzwischen sind die Kleinen ja auch schon viele Jahre alt. Manchmal denke ich, es sind nicht mehr meine "Kinder", sondern meine "Enkel" ;-)).


[8:53]

Vielleicht sollte ich die Kleinen im Uhren-Tagebuch von den neuen Uhren schreiben lassen ... Die ganz Kleinen verzeihen immer am ehsten. Die haben wohl auch nicht mitbekommen, daß ich sie und ihren großen Geschwister "ausrotten" wollte.


[9:57]

Hab ich getan - siehe Uhren-Tagebuch, Eintrag 18.

Die Kleinen haben sich gefreut. Ich bin schon mal wieder fröhlich durch die Wohnung gehopst ;-)).


[10:00]

Da ich das flüssige Waschmittel und die Zahncreme immer bei Lidl einkaufe, aber keine Lust auf den Weg (hin und zurück rund 3 km) habe, gehe ich jetzt nicht einkaufen.

Die Auseinandersetzungen gestern und heute waren sehr anstrengend. Ich lege mich jetzt hin und schlafe.


[12:10]

Habe gut geschlafen.

Und wenn der "liebe" Hund der "noch lieberen" Frau von schräg unter mir nicht laufend im Garten kläffen würde, hätte ich besser geschlafen. Aber ich war sehr müde und bin trotzdem eingeschlafen.


[13:16]

So, die ganz Kleinen sind mir nicht mehr böse.

Nun muß ich mir "nur" noch eine Vorgehensweise ausdenken, daß ich alles sein kann, aber immer zum richten Zeitpunkt.

Ich muß also lernen, besser zu koordinieren.

Das ist anstrengender als einfach etwas auszuschließen. Und schwieriger ist das ganze, weil es alles in mir stattfinden muß.


[13:44]

Ich werde doch mal einkaufen gehen, allerdings zu Rewe in der Haeckelstraße.


[14:35]

Ich bin zurück.

War ja klar, daß ich nicht nur Zahncreme kaufe...


[15:24]

Ich lege mich zur Nachmittagsruhe hin, bevor ich mich wilden Gedankengängen hingeben, etwas dem ... nein, ich lasse es. Jedenfalls jetzt.


[18:42]

Gestern nachmittag und heute morgen war es noch angenehm kühl - aus meiner Sicht; meinem Bruder war es schon zu kühl.

Jetzt ist es aber schon wieder sehr warm - 26 Grad in meinem Zimmer. Den Vorhang im Arbeitszimmer kann ich nicht aufziehen, weil die Sonne durchs Fenster voll in mein Zimmer scheinen würde.


[19:38]

Vor einer Woche (27.07.02), nachdem ich ohne zu laufen 93 Kilo wog und "befürchtete" nach meinem Sonntagslauf unter 90 Kilo zu wiegen, aß ich mehr als die Tage davor normal gewesen sind.

Heute höre ich mit dem Essen über normal auf.

Das wird schwer, weil ich eben doch auch freßsüchtig ist. Ein allmähliches Herunterfahren meiner Nahrungszufuhr hat mich nicht auf das ehemals normale Niveau zurückgebracht.

Ich bin in alte Muster zurückgefallen, ebenso wie ich wieder Stück für Stück mehr trank, als ich nur mal wieder ein Bier getrunken hatte.

Ich habe das Steigern meiner Nahrungszufuhr schon sehr bereut. Wenn ich wieder einmal Angst habe, zuwenig zu wiegen, werde ich mich um die Angst an sich kümmern.

Zumal ich mir bei 90 Kilo, wohl auch bei 80 keine Sorgen machen muß. 1) ich hungere ja nicht, 2) mein Bruder, der ungefähr so groß ist wie ich, wiegt 82 Kilo und hat noch richtig Speck auf dem Bauch, viel mehr habe ich auch nicht, er ist nur eine schmalere Hüfte, weshalb auch weniger Platz für Speck ist.

Ich werde also einen harten Kurs fahren müssen, zumindest bis ich wieder von dem hohen Niveau herunter bin.


[19:46]

Nicht nur mein Körper hat beim Mehr-Essen wieder hier geschrieen, auch meine Seele.

Ist das Leben - arbeiten, laufen, lernen? Wo bleibt die Leidenschaft? Das Abenteuer?

Die Argumentation war sehr komplex, im Kern refertigte sie das Mehr-Essen wie folgt: Wenn du nicht wieder mit Leidenschaft ist, wirst du nie mehr Sex mit einer Frau haben, geschweige denn eine Beziehung!

Nun, ich habe eine Woche gut gegessen - wo ist denn jetzt die Frau?

Wenn Mehr-Essen mir wieder mal eine schöne Zeit mit einer Frau bringen würde, wäre das ein gutes Argument dafür, aber ich sehe und spüre keinen Zusammenhang.

Ich habe also, so vermute ich, die gleichen Chancen auf eine leidenschaftliche Beziehung mit Frauen, wenn ich weniger esse.

Außerdem: ich habe auch genossen, als ich weniger gegessen habe. Sogar mehr als jetzt, wie ich finde, weil ich jetzt mehr schlinge, schaufle, keine Zeit zum Genießen habe.

Also, hört zu, ihr verfressenen (Säcke-)Seelenteile, heute wird das Ende der Aktion eingeleitet.

Wir haben auch kein Geld mehr zum Fressen! Wir haben heute neue Uhren bestellt!

Und überhaupt: Außer euch Freßsäcken macht niemand dieses viele Essen Spaß!

Und: Wir haben verstanden - mehr Leidenschaft soll in unser Leben kommen! Gut, abzuspecken und zu laufen bedeutet ja nicht, daß wir auf Frauen und die anderen schönen Dinge im Leben verzichten müssen. Uns hat nur eigenlich nichts gefehlt. Und Abenteuer haben wir ja einige angetrebt, als wir an der Uni waren.

Ich werde also nach einer Lösung suchen, die Disziplin und Leidenschaft verbindet.

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[04.08.02, so, 8:24]

Oh, ich bin ziemlich spät aufgewacht, habe aber die Nacht nicht durchgeschlafen, sondern war mehrmals munter. Das letzte Mal von 1 Uhr 30 bis 2 Uhr.

Eigentlich lag ich vor 23 Uhr schon im Bett, hab dann aber den Anfang und einen Teil von "Wag the Dog", USA 1997, gesehen. Ich kannte den Film schon, aber nur mit Webeunterbrechungen, und wollte ihn gestern auf dem ZDF mal ohne Pause sehen, aber irgendwie war ich zu müde. Ich hab mich kurz nach 24 Uhr dann wieder hingelegt.

Ich werde gleich zum Laufen starten.


[8:38]

Mir ist es zu schon wieder zu warm, aber als ich das letzte Mal kurz aufwachte, war es irgendwie halb vier oder so, noch dunkel und ich sehr müde.


[10:27]

Ich bin zurück.

Wäre ich eher gelaufen, wäre ich auch nur 10,5 Kilometer gelaufen, weil es mir zu warm ist und ich auch nicht in Form bin.


[11:28]

Ich werde mich wieder mehr um mich kümmern müssen. Ich habe aber keine Lust dazu. Mir macht es keinen Spaß, ständig mein eigener Vater, meine eigene Mutter, meine eigenen Geschwister usw. zu sein.

Richtige Kinder gibt man im Urlaub weg, ich kann das nicht.


[11:30]

Ich werde erstmal schlafen.


[15:00]

Ich bin schon wieder müde.

Na ja, was ich heute schreiben wollte, kann ich auch morgen schreiben. Wichtig ist, daß ich von den wilden Tagen wieder zu normalen kommen :-)). Wenn auch mit mehr Leidenschaft, wie ich hoffe.

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[05.08.02, mo, 11:32]

Die Nacht hat es geregnet, auch als ich Zeitungen austrug. Ich bin bis auf die Haut naß geworden.

Jetzt ist das Wetter sehr freucht und warm. Ich fühle mich nicht gut.

Diese Woche fängt beschissen an.


[11:35]

Oh, es ist ja schon wieder fast Mittag! Mein Gott, der halbe Tag ist fast schon vorbei, ich habe aber noch nichts geschafft und fühle mich auch noch beschissen!


[14:03]

Ich habe etwas geschlafen und gehe nun zu Lidl, Waschmittel und Zahncreme kaufen, wie ich es am Samstag schon tun wollte.


[14:10]

Toll, es regnet wieder!

Wegen mir muß die Sonne nicht scheinen, aber auf Regen kann ich gern verzichten. Einmal am Tage naß werden reicht mir.


[15:20]

Nächster Anlauf, um zu Lidl zu gehen.


[17:30]

Einkauf erledigt.

Habe einen Bekannten getroffen. Wir haben uns ans Wasser gesetzt und eine Packung Eis (1 Liter) geteilt und Kekse gegessen. Heute brauche ich nichts mehr zu essen ;-)).


[21:45]

Habe etwas auf Gewicht 2002 geschrieben.

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[06.08.02, di, 10:08]

Heute habe ich mich nach der Zeitung hingelegt, ohne den PC anzuschalten und zu schreiben. Ich habe noch etwas gelesen.


[10:35]

Habe etwas auf Gewicht 2002 geschrieben.


[10:45]

Werde gleich zum Laufen starten.


[12:49]

Ich bin zurück.

Heute bin ich bewußt schneller als sonst gelaufen, um mir eine Lauf-Droge als Ersatz für meine Freß-Droge anzubieten.


[14:06]

Ich werde etwas Mittagsschlaf halten.


[17:00]

Ich habe gut geschlafen. Die erste Stufe des Entzugs scheint überstanden. Fühle mich satt und habe keinen Hunger.

Hört sich nach nichts Besonderem an, aber wenn ich auf Freßdroge bin, bin ich satt und habe trotzdem noch Hunger und muß dann auch essen.


[18:27]

Ich bin schon wieder müde. Was solls, schlafen ist das beste, um Entzug zu überstehen.

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[07.08.02, mi, 9:30]

Gestern ist meine Quelle-Uhrenbestellung angekommen, wurde aber bei jemand im Haus abgegeben, weil ich nicht zu Hause (sondern laufen) war.

Eben habe ich das Päckchen geholt.


[9:40]

Es sind zwei Uhren zuviel geliefert worden.


[10:55]

Die gehen zurück. Außerdem die Quartzuhr (siehe Quelle: Quartz bicolor).


[11:49]

Ist erledigt.


[16:07]

Hab etwas ab 14 Uhr geschlafen - bin ja heute vormittag zeitig aufgewacht, weil ich meine Uhren abholen wollte. Bin mit Kopfschmerzen aufgewacht.


[17:40]

Habe über meine Funktionsuhr (FU) geschrieben.


[17:57]

Morgen werde ich nicht laufen. Ich fahre vormittags nach Berlin zu meiner Mutter.

Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.


[19:09]

Habe etwas zur FU im Uhren-Tagebuch geschrieben: siehe Eintrag 19.

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[08.08.02, do, 3:25]

Bin heute durch das Wecken von FU um 3 Uhr 5 aufgewacht, habe nicht auf das Signal meines Weckers gewartet, den Wecker auch nicht auf kurz vor 4 Uhr oder so gestellt, sondern bin aufgestanden.


[3:30]

Ich starte zur Zeitungstour.


[09.09.02, fr, 2:58]

Heute bin ich 2 Uhr 30 - deutlich vor dem Wecker, der gegen 3 Uhr 10 piept - aufgewacht.

Nachdem ich gestern bei meiner Mutter war, streifte ich noch rund anderthalb Stunde zu Fuß durch Köpenick.

Gegen 14 Uhr 30 ging ich von Spindersfeld über die Köpenicker Altstadt zum Allende Viertel, wo ich von der 7. bis zur 10. Klasse die Allende-Schule besuchte, zurück zur Altstadt in Rathaus, das ich eingehend besichtigte. Weiter nach Köpenick Bahnhofstraße, wobei am Haus, wo ich bei einem Schulfreund auf der Kirchenorgel gespielt habe, zur Schule, die ich von der 3. bis 6. Klasse besucht habe, zum S-Bahnhof Köpenick, wo ich gegen 16 Uhr eintraf.


[11:15]

Ich starte zum Lauf.


[13:30

Ich bin zurück (Lauf 80).


[14:46]

In meinen 80 Läufen legte ich 793 km in 5.991 min. oder rund 100 Stunden zurück.

Pro Lauf absolvierte ich rund 10 km in rund 75 min. und brauchte durchschnittlich 7,5 min./km.


[14:53]

Ich mache erst mal Mittagsschlaf.


[17:52]

Ich habe schön geschlafen und wohl auch geträumt, kann mich aber nicht erinnern.


[18:09]

Irgendwie könnte ich mich aber schon wieder hinlegen, noch etwas lesen und dann schlafen.

Am 3. August 2002 kaufe ich mir bei Rewe in der Haeckelstraße das Buch "Bildung - Alles, was man wissen muß", Goldmann-Verlag, fast 700 Seiten, 14 Euro.

Dietrich Schwanitz durchflügt die Geschichte, Kunst, Musik, Literatur, Sprache, Philosopie, Wissenschaft.

Bei seinem oft betont lässigen Stil bin ich mir nicht sicher, ob er mit den Fakten auch so lässig umgeht, denke aber eher nicht.

Ich finde die Lektüre sehr interessant und anregend!


[18:45]

Vorgestern habe bei der Europa-Meisterschaft den 10.000 Meter Lauf der Herren gesehen.

Nach unter 28 Minuten war alles erledigt. Meine beste Zeit war 50 Minuten. Wenn ich jetzt laufen, meist gemütlich, brauche ich um die 80 Minuten.

Wer bei der EM einen Titel über 3.000 Meter haben will, muß unter 8 Minuten. Meine Bestzeit war 10:50 Minuten.

Als mir klar wurde, wie schnell diese Herren sind, fragte ich mich, ob jemals meine im Alter von 21, 22 Jahren erreichten Bestzeiten jemals, wenn ich vielleicht wieder um die 80 Kilo wiege, erreichen werde.

Außerdem fragte ich mich, ob ich irgendwann einmal meine Bestzeiten unterbieten werde.

Daß ich die 3.000 Meter nicht unter 8 Minuten laufe, ist mir klar. Ansonsten könnte ich mich zur nächsten EM qualifizieren.

Aber wie schnell werde ich sein, wenn ich um oder unter 80 Kilo wiege? Ist mein Gewicht überhaupt das Hauptproblem beim Erreichen von besseren Zeiten?


[21:14]

Habe viel auf der Website Running-Services gelesen.

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[10.08.02, sa, 10:55]

So richtig munter bin ich heute nicht, empfinde das Wetter als drückend.


[11:09]

Auf Running-Service habe ich viel Interessantes gefunden und wurde angeregt, einiges zu verändern. Einzelheiten später.


[11:55]

War eben auf Berlin-Marathon.

Dort fand ich im Laufberatung -> Lexikon -> Ernährung:

Ich werde also, wie weiß ich noch nicht, auch während meiner Läufe trinken müssen.


Folgender Sätze beruhigte mich:

Viele Diäten werben mit dem schnellen Schwinden der Pfunde, zum Teil ist von mehreren Kilos innerhalb weniger Tage die Rede. Doch was geht da tatsächlich verloren? Leider entfällt bei diesen "Crash-Diäten" der Bärenanteil auf Wasserverluste und die sind danach schnell wieder drauf. Das Fett dagegen schwindet langsam, realistisch sind 0,5 bis 1 kg pro Woche.

Ich brauche mir also keine Sorgen mehr zu machen, wenn ich so abspecke wie letztens, denn ich mache keine "Crash-Diät" und trinke immer ausreichend. Jedenfalls vor und nach meinen Läufen.


[12:04]

Ich muß einkaufen, sonst habe ich morgen kein Brot zu essen.

Ich kann aber auch nicht auf andere Lebensmittel umsteigen, weil ich sie auch kaufen muß.

Mist, ich habe keine Lust, jetzt noch mal loszumachen ... Schon gar nicht in die Stadt.

Vielleicht gehe ich mal schnell zu Rewe ... aber da wird es bestimmt wieder teuer.


[12:15]

Ich werde doch in die Stadt fahren.

Ich will im Sportgeschäft mal gucken, was es gibt, damit ich Wasser mitnehmen kann, ohne meine Trinkflasche in den Händen halten zu müssen.


[12:21]

Wenn ich mich recht erinnere, trankt ich bei meinem 26,6 km Lauf (Nr. 72) unterwegs nichts, außer 2,5 km vor dem Ziel, kurz hinter der Brücke Bahnhof Pirschheide.

So wenig sollte ich bei einem solchen Lauf nicht noch einmal trinken.


[14:48]

Ich bin zurück.

Ich habe im Sportgeschäft etwas für 15 Euro zum Umschnallen bekommen, wo eine 0,5 Liter Flasche und einige Kleinigkeiten Platz finden.

Wenn die 0,5 Liter nicht reichen, bekomme ich auch eine 1 Liter Seltersflasche bequem in die Halterung. Allerdings ragt sie 8 Zentimeter mehr aus der Halterung und schlägt mit dem Verschluß beim Laufen an meinem Rücken an.

Werde ich aber ausprobieren müssen. Einen Liter mitzunehmen, wäre schon besser.


[15:00]

Berlin-Marathon schreibt, beim Halbmarathon (20,5 km) gibt es drei Verpflegungspunkte (bei km: 7,5; 12,5; 17,5). Start für Läufer ist 10 Uhr, Zielschluß 13 Uhr.

Für diese Strecke brauche ich rund 2,5 Stunden, wobei ich mich die ersten 5 Kilometer warm laufe, unterwegs nichts esse oder trinke.


[15:23]

Zum Marathon (42,195 km) wird um 9 Uhr gestartet. Zielschluß ist um 15 Uhr.

Ich bin diese Strecke noch nie gelaufen. Wenn ich aber mit 8 min./km rechne, sollte ich in 6 Stunden am Ziel sein.

Aber nicht mehr dieses Jahr: Anmeldungen werden nicht mehr angenommen ;-)).


[18:49]

Ich weiß nicht, ob ich mal an einem Marathon-Wettkampf teilnehme. Laufen werde ich die 42 Kilometer bestimmt einmal.

Ich könnte viermal meine Strecke 10,5 km laufen. Das hätte den Vorteil, daß ich zweimal pro Runde Wasser nachfüllen könnte. Viermal diese Strecke zu laufen, wird aber öde.

Lieber laufe ich zweimal die 20,5 km und laufe eine Schleife an der Baumgartenbrücke (1,2 km) zusätzlich.

Am besten wäre es aber, wenn ich zweimal die 15 km laufe (zweimal Wasser tanken pro Runde). Mit 30 km hätte ich mehr, als ich bisher gelaufen bin. Fühle ich mich dann noch gut, beginne ich noch einmal, laufe allerdings nur bis zum Anstieg zum Berg vor der Baumgartenbrücke, womit ich insgesamt rund 43 km Strecke hätte.

Das hat den Vorteil, daß ich nicht so weit von zu Hause entfernt bin. Wenn ich in der dritten Runde nicht mehr kann und nach Hause will, muß ich 6,6 km gehen.


[19:22]

Ich habe eine Strecke, bei der ich drei Runden, die immer kleiner werden, drehe und zusammen auf 42 km komme:

  1. einmal 15 km,
  2. einmal 13,8 km (die Runde 15 km ohne Schleife, also nur bis zur Baumgartenbrücke),
  3. einmal 13,2 km (die Runde 15 km nur bis zum Anstieg Berg, einige Meter vor der Baumgartenbrücke).

Ich sollte mich jetzt nicht mehr mit der Planung beschäftigen, sonst stiege ich mich so rein, daß ich morgen schon durchstarte. Durchstarten MUSS.

Das wird dann wie mit dem originalen Metallarmband für die Citizen Taucher Automatik, die ich gerade trage.

Warum ich immer ein Metallarmband für die Uhr haben müßte, als ich es hatte, merkte ich, daß ich die Uhr zur Zeit gar nicht tragen mag, weil sie mir zu schwer geht und weil ich keinen Bock habe, auf eine Uhr zu sehen, die mir zu ungenau geht.

Zu schwer? Die CTA mit Metallarmband wiegt nur 9 Gramm mehr als die Citizen Eco Drive Sports!

Du weißt du, wenn man nicht auf Blondinen steht, ist jede Blondine zu blond, oder nicht?

Wie komme ich denn auf Blondinen? Na weil ich zur Zeit NICHT auf Blondinen stehe. Ist verrückt, schläg mein Herz für eine Braut mit schwarzen Haaren, stehe ich auf Schwarzhaarige.

Außerdem bin ich zur Zeit sehr aufgeputscht. Hat mich doch die ganze Woche eine alte Freundin angerufen und mir von ihrer erotischen Abenteuern und anderen Urlaubserlebnissen erzählt.

Also Lauf-Marathon als Ersatz für einen Sex-Marathon? Auf alle Fälle, bin ich nicht geil, wenn ich nach einem Lauf von 20 oder mehr Kilometern die Ziellinie passiere.

Zur Zeit ist es ganz schlimm: ich habe (fast) nur Sex im Kopf. Aber, habe ich schon gehabt, wenns dann dazukommt, bin ich so überdreht, daß ich nicht kann. Und wenn ich kann, ist die Frau davongelaufen. Also doch lieber "ohne Verzögerung" zum Laufen?


[19:49]

Ja, ja, ich bin heute total aufgedreht: endlich ist meine Krise überstanden!!!

Erst war ich sehr geschafft, weil ich es zum Semesterende übertrieben habe, dann kam ich in den Kaufrausch, dann in den Freßrausch. Und nun in den Sexrausch?

Nun ja, der kostet wenigstens nichts außer meine Kraft ...


[19:51]

Los, ruf mich endlich an und sage: Heute erzähle ich dir keine Geschichte. Dafür kannst du zu mir kommen und über Nacht bleiben.

Hohohoho ... da würde ich doch glatt meinen Sonntagslauf ausfallen lassen. Immerhin bin ich ja erst gestern 15 Kilometer und 1x Berg gelaufen.


[20:17]

Das schrieb ich eben auf der Seite Hauptuhr:

Als ich am Donnerstag, 08.08.02, in Berlin bei meiner Mutter war, nahm ich meine Eco Drive Sports, meine AGS-Taucher und meine Funktionsuhr mit.

Auf dem Hinweg trug ich meine AGS. In der S-Bahn wollte ich mir einiges für Statistik ansehen. Das wollte ich aber nicht von den Kleinen tun lassen, deshalb legte ich die EDS an. Dann war mir aber zu schwül. Ich trug die Uhr aber weiter, weil ich mir sagte, ich sollte zu meiner nicht als die Kleinen, sondern als Erwachsener fahren. Ich nie vorher sagen, welche Erinnerungen bei mir kommen, wenn ich bei meiner Mutter bin, bin ich dann "ungeschützt", was ich immer bin, wenn ich die Kleinen bestimmen, kann es sehr schmerzlich werden.

Als ich durch Köpenick streife (siehe Tagebuch von 09.09.02), trug ich auch die EDS: ich als Erwachsener wollte Orte meiner späten Kindheit und Jugend besuchen.

Am Ende meiner Tour kam ich erschöpft am S-Bahnhof Köpenick an, nicht weil die Begegnungen psychisch anstrengend waren, sondern physisch: es war sehr schwül, ich war rund anderthalb Stunden unterweg und trag eine schwer Tasche, legte ich die Funktionsuhr an, und irgendwie löschte sich die Erschöpfung von mir, ich fühlte mich frisch.

War ein merkwürdiges Gefühl. So als wäre ich in eine andere Welt gekommen. Mit dem Anlegen der Uhr fiel die Erschöpfung von mir, Frische durchströmte mich, so als hätte ich mich meiner durchgeschwitzer Kleidung entledigt und sei in eine große Badewanne gestiegen, wo ein Kräuterbad meine Lebensgeister massiert, liebkost, erfrischt, und ich, wie nach einem langen, tiefen Schlaf, entsteige als würde der Tag eben beginnen.


[20:19]

Ich habe mich ausgetobt. Ich gehe ins Bett.

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[11.08.02, so, 6:43]

Ich bin gegen 21 Uhr aber wieder aufgestanden, weil ich nicht einschlafen konnte, aber auch keine Lust zum Lesen hatte. Gegen 1 Uhr bin ins Bett und habe bis 6 Uhr 30 geschlafen.

Angerufen hat mich niemand mehr ... Sagen wir mal so: Ich weiß nicht, ob mich jemand angerufen hat, ich hatte das Telefon still gestellt. Schon gegen 22 Uhr war ich im Bett, war weiterhin müde und hätte auch nichts mehr unternommen, das Haus nicht mehr verlassen.

Getan habe ich aber einiges. Ich habe verschiedene Muskeln gedehnt. Nach den letzten Läufen reichten meine "normalen" Dehnungen nicht mehr aus, so daß ich mir Zeit nahm und mehr und auf neue Weise dehnte.


[07:03]

Ich könnte mich auch sofort wieder ins Bett legen und würde wohl auch gleich einschlafen, aber nur sonntags kann ich richtig am Morgen laufen, weil ich noch der Zeitungstour zu müde bin.


[7:16]

Auf Running-Service habe ich zur Schuhgröße gelesen:

Als Faustformel gilt: mindestens eine Daumenbreite Platz sollte zwischen dem großen Zeh und der Schuhspitze vorhanden sein.

Da ich meine Laufschuhe kaufte, als ich noch einen kranken Zeh hatte, habe ich die Schuhe sehr groß gekauft, dachte ich damals. Aus heutiger Sicht war es die richtige Größe.


[7:20]

Ich starte.


[9:15]

Ich bin zurück.


[12:47]

Während des Laufes bekam ich plötzlich Appetit auf ein Sonntagsfrühstück mit frischen Brötchen und Honig. Ich sah mich schon in der Tankstelle Prischheide, um warme Brötchen einzukaufen. Da dachte ich: Oh, würdest du jetzt gern mit ihr frühstücken ....


[15:30]

Ich habe den Marathon-Lauf der Männer (EM 2002) gesehen.

Während des gesamtem Laufes regnete es. Die Favoriten nahmen den Vorstoß des 24jährigen Finnen Janne Holmen am Beginn des Rennens nicht ernst. Vermutlich, weil seine Bestzeit mit 2:16:22 h deutlich unter der ihren lag.

Unterwegs gesellte sich der Norweger Karl Rasmussen zu ihm. Zusammen führte sie teilweise mit 1:30 min. Vorsprung. Die letzten Kilometer lief Holmen allein und kam mit 2:12:14 h in Ziel. Der Zweite, Pavel Loskutow, Estland, überlief das Ziel bei 2:13:18 h. Rasmussen wurde mit 2:14:00 h Achter.

Schnellster Favorit wurde Julio Rey, Spanien, mit 2:13:21 h und belegte den dritten Platz. Daniele Caimmi, Italien, erreichte Platz 4 mit 2:13:30 h und brach kurz nach dem Ziel in Tränen aus. Ich stelle mir das sehr frustrierend vor: Von der Bestzeit müßte ich eine Medaille erreichen, nehme die zeitige FLucht eines "Außenseiters" nicht ernst und werde "nur" Vierter. Nicht nur, daß eine EM nicht jeden Monat stattfindet, ehe ich wieder richtig in Form bin, vergehen ja auch Monate, deshalb habe ich eine Chance leichtfertig vertan, die nicht schnell wiederkommt.

Der Finne sagte im Interview: Die sind zum Anfang so langsam gelaufen. Da bin ich losgezogen. Der Regen hätte ihn überhaupt nicht gestört.

Schon einige Zeit vor dem Stadion, in dem noch eine Runde zu laufen war (als Holmen das Ziel erreicht hatte, mußten die folgenden Läufer noch eine Runde absolvieren), glaubte ich ein Lächeln im Gesicht des Finne zu sehen. Die Kommentatoren (ZDF) werteten den Gesichtsausdruck als Erschöpfung. Der Finne wirkte beim Interview, nach zwei lockeren Ehrenrunden, aber frisch. Deutlich frischer als die meisten anderen Läufer.


[17:00]

Im Internet bin ich auf Dieter T. gestoßen.

Er begann im Juli 2000 mit dem Laufen, reduzierte sein Gewicht von 96 auf 75 kg (er ist 1,92 groß und bezeichnet sich als schmalgebaut), verbesserte seine Laufstrecke von 0 auf Matathon-Distanz, die er im April 2002 in 3:21:00 h zurücklegte. 10 km legte er im März 2002 in 42:01 min. zurück. Das schaffte ich nicht mal in meiner (bisher) besten Laufzeit.

Den Marathon lauft er mit 4,76 min./km. Das ist sehr beachtlich, nicht nur für jemand, der erst seit zwei Jahren läuft.

Ob ich jemals solche Zeit schaffe, wage ich zu bezweifeln, denn die 10 km schaffte ich maximal mit 5 min./km.

Mal sehn, denn mit meinen Zeiten vom Anfang der 80er Jahre gebe ich mich nicht zufrieden. Zuerst muß ich aber weiterhin absprecken, mit 95 Kilo bin ich einfach zu schwer, zumal ich mit 80 kg noch genügend Speck auf den Rippen habe.

Ich erinnere mich, daß manche mich an der Offiziershochschule für "zu fett" hielte. Damals wog ich um die 82 Kilo und hatte noch einen Bauch, wenn auch einen kleinen.

Vorhin habe ich im Internet mal gesucht, wie schwer Läufer sind. Davon hatte ich nämlich keine Vorstellung. Vor allem auch nicht, wie groß so ein Läufer ist.

Jetzt weiß ich, daß es kleine und große Läufe gibt. Man mag mich für naiv halten und fragen, was mich daran so erstaunt. Eigentlich nichts, ich hatte keine Ahnung: Läufer sehen immer irgendwie groß aus, wenn sie schlank, meist schmal sind. Ich dachte aber, daß es fürs Laufen auch eine Idealgröße gibt, so wie Hochspringer eben große Menschen sind.

Aber ich fand keine Häufung von Läufern in einer bestimmten Größe.

Die Läufer, die ungefähr meine Größe (1,84 m) haben, wiegen alle unter 80 kg, sehe aber nicht dünn aus.

Darum geht es mir auch: ich möchte zwar deutlich abspecken, aber nicht dünn sein, sondern schlank.

Nun gut, bis ich 80 kg wiege, ist noch viel Speck abzutrainieren. Dann werde ich sehen, wie ich mit gefalle.

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[12.08.02, mo, 22:02]

Es regnet immer noch. Heute morgen, kurz nachdem ich von der Zeitungstour gekommen war, hat es bereits begonnen.

Hoffentlich hat es sich morgen ausgeregnet ...

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[14.08.02, mi, 11:23]

Gestern hat es auch den ganzen Tag geregnet.

Irgendwann am Abend oder in der Nacht hat es aufgehört; heute morgen zur Zeitungstour hat es jedenfalls nicht mehr geregnet.


[18:59]

Ich komme nicht zum Tagebuchschreiben, weil ich turbulente Abenteuer mit IHR habe ...

SIE ist immer noch S. Sie fasziniert mich mehr denn je. Ich will sie.

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[15.08.02, do, 6:30]

Die heutige MAZ schreibt:

"Schröder erschüttert von Flutschäden"

MAZ vom 15.08.02

Aber Gerhard, der Wahlkampf geht doch erst richtig los! ;-))


[7:30]

War beim Zahnarzt, ist gleich um die Ecke, ich bin eher beim Zahnarzt als bei der nächsten Straßenbahnhaltestelle. Gestern abend, während ich mit Zahnseide meine Zahnzwischenräume reinigte, löste sich ein Stück meines Milchzahnes.

Ja, Sie lesen richtig, ich habe noch einen Milchzahn! Es ist der Schneidezahn oben links. Der Zahn, der dort eigentlich sitzen sollte, steckt noch im Kiefer.

Aus meinem Milchzahn ist also ein Stück herausgebrochen. Ich glaube, es war schon lose, jedenfalls hatte ich schon ein Weile so ein Wackelgefühl. Nun war meine Milchzahn hohl. Auweia, dachte ich, hoffentlich kann er gerettet werden. Wenn nicht, muß er raus, dann muß der richtige Zahn raus, und irgendwie muß da eine Brücke rein oder was weiß ich. Das alles kostet Geld, das ich nicht habe.

Der Milchzahn konnte aber erhalten werden. Er hat eine Füllung bekommen.


[12:54]

Ich war eben draußen, Füße vertreten und einiges in die farbigen Tonnen bringen. Hatte mir eine leichte Jacke angezogen. Die mußte ich ausziehen, weil mir zu warm war. Auch bin ich lieber auf der Schattenseite der Straße gelaufen.

Daß es gleich wieder so warm ist, hatte ich nicht gedacht! Borr ...


[13:27]

Eigenlich waren meine Gefühle für S. an meinem 43. Geburtstag ziemlich erledigt (siehe Einträge ab 18:47).

Damals schrieb ich unter anderem:

Auch die Kleinsten in mir sehen ein, daß S. nicht die Richtige für sie ist.

Weil S. von "uns" genervt ist, obwohl wir uns seit langer Zeit schon sehr zurücknehmen, eigentlichlich immer brav sind, uns zurückhalten beim Toben, Streiten, Gedankenvortragen.

Ihre Reaktion wollen wir uns nicht auszumalen, wenn wir so sind, wie wir wirklich sind!

Eigentlich wollte ich nie wieder über S. schreiben. Am 14.07.02 machte ich den letzten Eintrag zu S. und mir.

Aber dann passierte etwas, was ich mir lange schon gewünscht hatte. Am 14.07.02 schrieb ich:

Ich möchte einfach einmal S. gegenübersitzen und ganz offen über einige Dinge reden können. Vor allem möchte ich, daß sie mir erzählt, was sie mir erzählen will. Aber vielleicht weiß sie es nicht so recht.

Ich möchte sie fragen: Was ist passiert? Warum war ich eben dein bester Freund, hast du mir eben sehr vertraut und Dinge erzählt, die du noch niemand erzählt hast, jetzt aber "nerve" ich dich nur noch? Wo ist das Gemeinsame zwischen uns hin? Wo ist das geblieben, was dich mehrmals am Tag bei mir anrufen ließ?

Vorgestern, 13.08.02, Dienstag, hatte wir wieder einmal (nach langer Zeit) einen "unserer" Streits. Unser Kontakt war nie abgerissen, ich war eher zurückhaltend, aber sie meldete sich immer, aber da ich mich sehr zurückgenommen habe, hat es lange nicht zwischen uns geknallt. Die "Kampfbereitschaft" war einige Zeit nur einseitig, deshalb war Ruhe.

Am Sonntag, 11.08.02, gegen 22 Uhr schickte sie mir eine Gesichte, bat mich sie zu lesen und unter allen Gesichtpunkten zu betrachten. Weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß sie das wirklich wollte, fragte ich mehrmals nach. Sie blieb bei ihrem Wunsch.

Gegen 24 Uhr schrieb ich per SMS von meiner Begeisterung, äußerte mich aber nicht über Einzelheiten. Immerhin war ich sehr aufgedreht, mußte aber in wenigen Stunden wieder aufstehen.

Am Montag, 12.08.02, gegen 8 Uhr 45 rief ich sie an und erzählte ich, was ich auf im einzelnen finde. Sie unterbrach mich schon beim ersten Satz, als ich eine sachliche Bemerkung anbrachte, sehr heftig: Kleinkram, wen würde das interessieren!

Ich sagte, du wolltest, daß ich alle Aspekte einbringe. Aber doch nicht sowas, was keinen interessiert.

Ich war wütend, beherrschte mich und machte aber weiter, kam aber eigenlich nicht richtig voran.

Am Dienstag, 13.08.02, gegen 12 Uhr schickte ich ihr eine Mail, ich dem ich ihr sagte, wie sehr mich das aufregt. Sie antworte, nahm meine Gefühle nicht ernst. Ich wurde sehr, sehr wütend.

So wütend wurde ich noch im Zusammenhang mit ihr. Der Mann in mir wurde sehr wütend, und dann wir es gefährlich, weil meine Handlungen durch meinen steigenden Adrenalinspiegel bestimmt werden.

Im Laufe des Nachmittags und Abends telefonierten wir. Das erste Mal übernahm sie die Verantwortung, nannte das Chaos nicht nur ein Mißverständnis. Sie bekannte, was ihr am Abend noch wichtig war, interessierte sie am Morgen nicht mehr, deshalb hat sie mich nicht ausreden lassen und so heftig reagiert.

Selbstverständlich war unsere Verständigung komplizierter, aber im Kern lief sie darauf hinaus.

Im letzten Moment, möchte ich sagen, denn als ich die Mail schrieb, sagte ich mir: wenn sie jetzt wieder alles "Schuld" auf mich schieb und wir die Ursache des immer wiederkehrenden Konfliktes nicht lösen, ist es endgültig aus.

Muß es auch sein, sage ich jetzt, damit ich mich nicht vergesse...

Am Abend schrieb sie mir dann eine lange Mail (19 KB im Textformat), die ihre sehr tolle Geschichte an Intensität und Dynamik übertraf, den Strom ihrer Gedanken wiedergab, surrealistisch auf mich wirkte. In dieser Mail kämpfe sie mit sich, um Dinge zu sagen, die ihr sehr schwer fallen, auf die ich sie nicht ansprechen soll, die sie nie wieder sagen wird, aber gesagt hat, damit ich verstehe.

Ich bewundere diese Frau!

Ich bewundere diese Frau wie noch nie eine Frau in meinem Leben!

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[16.08.02, fr, 9:58]

Ich werde mir die Haare schneiden. Mit der Maschine mehrmals rundherum.


[10:45]

Fertig. Einschließlich Haarewaschen und Rasieren.


[10:53]

Ich antworte jetzt auf S.s lange Mail.


[12:57]

Ich bin fertig, habe zwischendurch nur etwas gegessen, ansonsten keine Pause gemacht.


[15:33]

Ich habe schlecht geträumt.

Als ich meine Mail an S. abgeschickt hatte, rief ich bei ihr an, um ihr das mit zu teilen. S. ist zur Zeit krank, ich dachte nicht, daß sie an das Gespräch abnimmt, sondern wollte auf ihren Anrufbeantworter sprechen.

S. hörte sich ziemlich grimmig an. Ich dachte sofort, oh, das ist kein guter Moment, ihr die Mail zu schicken.

Ich bin direkt auf ihre teileweise sehr private Mail eingegangen. Wenn sie im Moment in einer anderen Stimmung ist, findet sie, was ich geschrieben habe, wohl sehr daneben, auch wenn ich mich nur auf ihren Text bezogen habe.

Nun wird sich zeigen, ob sie nur einmal den Grund unserer Streitereien erkannt hat und entsprechend reagiert, nämlich mich zur Sau macht, oder ob sie das Muster erkannt hat und entweder später, wenn sie eine dafür geeignete Stimmung hat, liest, oder cool bleibt, obwohl sie etwas sehr aufregt.

Mein Unbewußtes glaubt, sie wird wie immer reagieren, sich also ohne Verständnis fragen, was ich wieder für einen Scheiß geschrieben habe, obwohl ich genau weiß, was sie aufregt.

Ich bin gespannt, wie sie tatsächlich reagiert.


[15:53]

Ich gehe, mir die Beine vertreten.


[17:18]

Ich bin noch nicht losgekommen.

S. hat 16:28 eine SMS geschrieben: Sie will zurück in den Urlaub...

Bis jetzt haben wie SMS geschrieben. Jetzt werde ich wohl nicht mehr aus dem Haus gehen. Oder doch?


[18:37]

Ich war schnell noch mal bei Lidl. Hab zwar nur Waren im Wert 2 Euro 52 geholt, aber ich bin ja los, um mich zu bewegen.


[21:00]

S. ruft an. Sie WILL in Urlaub...


[22:21]

S. legt Musik auf und träumt vom Urlaub...

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[17.08.02, sa, 5:30]

Heute morgen war es wieder sehr warm. Ich zog während der Zeitungstour meine Strümpfe auf und lief nur in Schlapplatschen.

Oder erhitzte mich der Gedanke an die Mail, die ich S. eigentlich schon gestern abend schreiben wollte, mich aber hinlegte, um zu Ruhe zu kommen.


[6:04]

Ich schreibe eine Mail an S.

Sie sagte gestern, es könne schon sein, daß ich hin und wieder ihr Tagebuch sein.

Ich möchte ihr schreiben, daß ich das einmal vorgeworfen habe, aber da ging ich davon aus, wir tauschten gleichberechtig unsere Meinungen. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, ihr Tagebuch zu sein - wenn ich denn gefragt werde, ob ich es sein will.

Ich würde noch ganz anders für sie sein ... - ich lasse mich nur ungern ungefragt benutzen, an sich diene ich aber gern. Erst recht, weil ich S. sehr viel verdanke. Ich neige dazu einzuschätzen, mehr als anderen Frau zuvor, aber das ist sehr subjektiv, und es gibt ja auch kein Maß, außer das eigene.


[7:23]

Die Mail an S. ist abgeschickt. Mal sehn, was sie auf mein Angebot reagiert.

Worauf? Ich habe S. - kurzgefaßt - angeboten, ihr Diener in allen Bereichen zu sein.

Diener - das heißt, ich stelle meine Interessen und Bedürfnisse (zeitweise) gern zurück, um mich ihren unterzuordnen.

Auf Details gehe ich nicht ein, obwohl ich gern zu meinem Angebot ausführlich schreiben würde, aber dann würde ich auch viel von S. preisgeben, was ich nicht will.

Ich kann aber auch allgemein bleiben, denn jeder kann sich Interessen und Bedürfnisse einer Frau vorstellen - diese zu befrieden, bin ich ohne Gegenleistung bereit, denn diese habe ich schon erhalten.

... auf was bezieht sich "diese zu befriedigen": Interesse, Bedürfnisse, Frau? - Wo ist der Unterschied?! ;-))

Ich lege mich ins Bett, es ist 7 Uhr 43.


[11:14]

Ich habe bis 11 Uhr geschlafen. So richtig frisch fühle ich mich nicht.


[11:18]

Mein erster Gedanke war: Oh, was hast du S. heute morgen bloß geschrieben. Ich fühlte mich, als wenn ich die Nacht durchgesoffen und heute morgen wirres Zeug aufgeschrieen hätte, an das ich jetzt, halbwegs nüchtern, nicht mehr erinnert werden wollte, bereute, es abgeschickt zu haben.

Wollte Sie schon mal einen Brief aus dem Briefkasten rausholen, weil Ihnen plötzlich klar wurde, daß Sie ihn nie hätten einwerfen sollen?

Aber der Brief ist nicht nur schon abgeholt worden, er wurde auch schon zu gestellt.

Hahahahaha ... Warum lachte ich jetzt auf?

Etwas in mir lacht und sagt: du hast dich treiben, mitreißen lassen, du müßtest das schreiben.

Ja, das ist wahr!

Schon als S. auf ihrem Urlaub anrief und erzählte, mit wem sie es wo wie getrieben hatte, hat mich das wild gemacht. Aber nur einen Teil in mir. Restlos ergriffen hat es mich, nachdem ich ihre Geschichte gelesen habe. Als ich ihre Mail las, drehte ich durch. Irgendwie drehte ich durch.

Wie bei einem Spiel, in dem jeder "besser" als der andere sein will, wollte ich ihr nicht nachstehen. Sie offenbarte intimeste Details, ich ebenso. Aber das alles ist kein Spiel, wird mir jetzt bewußt. Man kann nicht einfach aussteigen, wenn man nicht mehr will.

Eigendynamik reißt mich, vielleicht sie auch, mit. Ich MUSSTE diese Mail heute morgen schreiben. Und ich würde sie wieder schreiben.

Jetzt, S. positive Reaktion vorausgesetzt, wurde ich nicht anbieten, ihr Diener zu sein, ich würde sie anflehen, mich zu versklaven!

"Laß mich dein Sklave sein", würde ich schreiben oder ihr sagen, wenn sie mich anruft, "laß ..."


[11:32]

S. ruft an.


[11:41]

S. war nicht aufgebraucht, fühlt sich nicht bedrängt, hat mir keine Vorwürfe gemacht.

Hat mich aber auch nicht eingeladen, ihr Diener zu sein. Möchte sich zur Zeit auch nicht weiter zu dem Thema äußern, weil es für sie eigentlich keins ist.

Außerdem teilte sie mir mit, daß in meiner Kette von Schlußfolgerungen ein Fehler ist. Ist aber nicht schlimm, weil es an meiner grundsätzlichen Aussage und Bereitschaft nichts ändert:

Auch jetzt, nach den ersten Worten zwischen uns nach meinen beiden "wilden" und schnell mißzuverstehenden Mails, würde ich ihr in die Augen sehen und sagen: "Wenn du willst, bin ich dein Sklave!"


[12:37]

Weil ich seit heute morgen wiedermal meine Citizen Taucher Automatik trage, habe viel auf Hauptuhr geschrieben (siehe Eintrag vom 17.08.02).


[13:00]

Mißverstanden habe ich folgendes: Ich hatte verstanden, S. stellte, während sie mit einem Mann schlief, sich vor, mit einem anderen zu schlafen. Aber sie dachte an keinen Mann, sondern nur an sich.

Das halte ich für ebenso ligitim, wie an einen anderen zu denken. Erst recht, wenn ich bereit bin und es mir Spaß macht, Diener zu sein.


[13:25]

Ich habe S. gemailt und mich bei ihr bedankt für ihren reifen Umgang in einer schwierigen Situation, die viel Sprengstoff enthalten hat.

Mir war es einfach sehr wichtig, meine Bereitschaften und Bedürfnisse ihr gegenüber auch ihr zu offenbaren. Ich wollte sie nicht nur meinem Tagebuch übergeben, sondern der Person anvertrauen, die meine Gefühle und Gedanken, mein Leben in den letzten Monaten nachhaltig beinflußt.

Ich wollte S. unverblümt sagen, was ich gern für sie tun würde, nicht zuletzt auch aus Dankbarkeit für das, was sie in meinem Leben bewirkt hat.

Aber nicht nur Dankbarkeit motiviert mich. Diese Frau fasziniert mich dermaßen stark durch ihr komplexes Wesen, wie ich es noch nicht erlebt habe. Ich bin jeden Tag dankbar - insgeheim auch, wenn ich mich über S. mal ärgere -, an ihrem oft komplizierten Leben teilhaben zu dürfen, wie ich es noch nicht erlebt habe.

Ich suche und brauche ihe Nähe. Dabei zieht mich ihre Seele so stark an, daß die Wirkung ihres ansprechenden Körpers an Bedeutung verliert. Mein Bedürfnis, ihr zuzuhören, ihren Gedanken und Gefühle zu folgen ist bedeutend stärker als mein Wunsch sie zu sehen oder anzufassen, wobei ich gern körperlich in ihre Nähe bin.

Aber die für mich noch nicht erlebte Faszination einer Frau auf mich setzt ein, wenn S. spricht oder wenn ich etwas von ihr lese! Nicht immer, ein so komplexes Wesen wie S. hat ja auch weniger interessante oder spannende Momente, das ist verständlich. Aber wenn S. mich fasziniert, und das ist unbeschreiblich öfter als es andere Frauen tun oder getan haben, bin ich sofort in einer anderen Welt. Nichts ist mehr an seinem Ort in meiner eigenen.

Heute morgen schrieb ich S., - ich glaube, ich kann das zitieren, ohne zuviel zu verraten, vor allem von S. - wenn ich ihr Diener wäre, würde ich mich:

>> ... weder hingangen noch ausgenutzt oder so fühlen. ich weiß ja, daß du nicht "scharf" auf mich bist. ich bin ja auch nicht auf dich scharf ;-)), nicht in sexueller hinsicht. na ja, sagen wir mal so: ich finde, du bist eine attraktive frau, bist sexy (auch, wenn du nichts getrunken hast), faßt dich gut an, bist bestimmt auch lecker, aber was ich viel mehr an dir schätze, auf was ich keinen fall verzichten möchte, ist deine seele, deine verbale gewandtheit, deine intellekuelle spontanität, deine mentale stärke.

nicht dein körper ist für mich wichtig, sondern deine seele, denn sie hat mein leben verändert.

trotzdem bekommt dein körper die beachtung, die er braucht, hoffe ich, denn ich sehe dich auch gern an, berühre ich dich auch gern, und, so mutmaße ich es, ich würde gern auch dein körperlicher, sexueller diener sein.<<

Ich würde gern in Deteils gehen, aber ich würde auch immer etwas von ihr preisgeben, was ich nicht will, denn fast immer beziehe ich mich beim Formulieren meiner Bereitschaft auf Dinge, die sie getan hat.

Wenn ich also schreibe, ich wäre gern ihr Chauffeur, dann beinhaltet das, daß sie gern Auto fährt bzw. gern mit dem Auto gefahren wird. Ist doch klar.

Und wenn ich schreibe, daß ich gern für sie xxx tun würde, dann würde ich damit auch sagen, daß sie gern xxx tut. Aber das geht zu weit.

Wenn ich sowas erzählen will, kann ich es von mir erzählen. Vielleicht werde ich es auch tun. Aber nicht jetzt. Jetzt mache ich Mittagsschlaf. Es ist 14 Uhr 10.


[17:09]

Ich habe gut geschlafen. Bevor ich jedoch einschlief, passierte noch einiges.

Bevor ich den PC ausschaltete, sah ich noch einmal nach Mails. S. hatte mir eine geschrieben.

Um S. zu schützen, habe ich die Mail leicht geändert, ohne den grundsätzlichen Sinn zu verändern:

>>Ich war kurz in der Kaufhalle, um mir Salzstangen zu kaufen. Gestern hatte ich Appetit auf Salzstangen, hatte aber keine. Für heute ist nun vorgesorgt, aber ich schätze mal, jetzt wo ich welche habe, werde ich keinen Hunger darauf bekommen.

Als ich so durch die Straßen ging, bemerkte ich, dass ich immer noch auf M. bin. Ich bin zwar vor einer Woche gelandet, aber ich habe nicht aufgesetzt. Es ist lustig zu denken, dass J. ganz in meiner Nähe durch die Straßen geht und zwar in Form von K. :-)

Eine Fernsehzeitung wollte ich auch kaufen, aber es gab nur welche ab 24.8. Ich mußte erst mal nachdenken, aber der 24. ist erst nächsten Samstag, oder? Ich sah viel Rätselzeitschriften. Das erinnert mich an früher. Wenn ich früher mehrere Tage nacheinander gut drauf war, habe ich immer gerätselt, wie ein Weltmeister. Ich habe richtig Lust bekommen, wieder gut drauf zu sein, doch ich habe mir keinen Alkohol gekauft.

Ich weiß nicht, ob ich deprimiert bin. Wenn ja, warum lächel ich dann? Jetzt mache ich mir meinen Ventilator an und höre "Encore une fois". Ich habe keine Ahnung, wo ich bin. Jedenfalls nicht in der Realität, oder doch? Habe ich die Realität bisher nur mit anderen Augen gesehen?<<

Ich lag schon im Bett und schrieb SMS:

>>Du fragst mich, wo du angekommen bist? - Bei dir! Bei dir ein großes Stück mehr als "früher" ... Weiterhin viel Spaß in DEINER NEUEN Welt. Laß sie dir nicht nehmen. Von niemanden! Denn nur in deiner Welt findest du den Weg zu deinem Glück! ... Weiter so! Ich finde, du machst das klasse! :-)) Ich finde, du bist klasse! Ich könnte von dir, wie du bist, was du tust, schwärmen, wie es es eigentlich nur Teens von ihren Popstars tun ... Ich danke dir, S.! Du bist für mich, was die Relativitätstheorie für die Wissenschaft, für die Welt war, als Einstein sie veröffentlichte ... :-)))))))) Ich DANKE   D I R !<<

Während ich diesen Text euphorisch schrieb und einige Zeit brauchte, bis ich ihn in mehreren SMS gepackt hatte, erhielt ich eine SMS. Ich sah nicht nach. Ich vermutete von S.

Erst als ich meine letzte SMS abgeschickt hatte, las ich die angekommene SMS. Sie war von S.

>>Ich glaube, ich bin krank. Endlich kann ich anfangen, ein bißchen zu weinen. Ich will packen, will weg und nie wieder kommen.<<

Ich war erschüttert!

Ich schrieb und schrieb, fühlte mich super, während S. sich nicht gut fühlte.

In Eile schrieb ich:

>>Ich fühle mir dir! Ich würde dir so gern helfen, daß du SOFORT losfahren kannst und, wenn du willst, nie wiederkommen mußt! ... Weine ruhig. Gib dich deinen gefühlen hin. ... Ich fühle mir dir. Ich weine. Ich weiß nicht warum ... Aber ich kann nicht aufhören ... Ganz dicke tränen laufen links und rechts meine wangen herunter ...<<

Ich weinte ungefähr 20 Minuten lang, dann schrieb ich:

>>Willst du eine TV-Zeitschrift mit dem Programm vom 17. bis 23.8. haben? - Wie fühlst du dich?<<

Sie antworte:

>>Urlaub war Flucht vor der Realität. Alk ist auch Flucht aus dieser Realität. Jetzt stehe ich vor der Wahl, welche Flucht ich nehmen soll, denn fliehen will ich.<<

Ich antwortete:

>>...denn fliehen will ich. - Das ist dein Recht! ... Wähle eine 3. Möglichkeit: die macht deines Geistes! Deine Fantasie! -> SCHREIBE! Laß alles raus. Alles. Erschaffe dir DEINE welt virtuell. Danach baust du sie Stück für Stück im wirklichen Leben. So verbindest du Flucht, Traum, Wirklichkeit und Glück - ohne Urlaub oder Alk, nur mit dem, was in dir ist ... Die eigenen drogen sind übrigens gesund. - Oder rufe mich an und erzähle von deinen Wünschen, Sehnsüchten ... Aber sei stark, laß dich nicht unterkriegen. Von nichts und niemand! Weder von der Realität noch von fremden Drogen!<<

Nach ungefähr 20 Minuten, als sie nicht geantwortet hatte, fragte ich per SMS:

>>Wie kann ich dir helfen?<<

Sie antwortete:

>>Gar nicht! Ich schaffe das schon irgendwie. Danke! Ich muß lernen, damit umzugehen, ohne immer wieder gleich umzukippen. Laß mich mal machen! Danke und tschüßi!<<

Es ist jetzt 18:04, S. schrieb diese SMS 15:25. Sie hat sich bei mir noch nicht wieder gemeldet, ich hoffe, ihr geht es gut. Sicherlich wird sie schlafen, so hoffe ich.

Ich habe gegen 17:45 eine kleine SMS an sie geschrieben:

>>Leise frage ich an: wie geht es dir?<<


[18:28]

S. hat angerufen: ihr geht es gut!

Ich freue mich so!

Sie sagte mit zarter Stimme:

>>Nur ganz kurz: Ich bin eben aufgewacht... Mir geht es gut... Ich schlafe gleich weiter...<<

Ich sagte: schön, ich freue mich, träum was Schönes.


[19:06]

Ich habe Abendbrot gegessen.

Der Tag heute wirklich bewegend ... ich wollte mich etwas entspannen ...


[19:21]

Nachdem ich mit Deep Purple's live in califonria 1978 war, die letzten beiden Songs "Going Down" und "Highway Star" volle Pulle unter Kopfhörer, lausche ich jetzt Madanna's "Ray Of Light".

Schöner Kontrast. So mag ich es.


[19:28]

S. ist für mich auch wie Musik. Vielleicht kann ich es an folgenden wenigen Sätzen zeigen:

>>Urlaub war Flucht vor der Realität. Alk ist auch Flucht aus dieser Realität. Jetzt stehe ich vor der Wahl, welche Flucht ich nehmen soll, denn fliehen will ich.<<

Das schreibt S. einfach mal so in einer SMS... :-))

Beschreiben kann ich es jedoch nicht. Wer empfindet wie ich, wird mich verstehen. Für wen das ganz normale Sätze sind, wird wohl auch nicht nachvollziehen können, was ich meine, wenn ich erläutere.


[19:32]

Ich wollte es nie wieder sagen, nachdem ich mich so über S. geärgert hatte, als auch jede Hoffung meiner Kleinen auf eine glückliche Zeit mit S., wie auch immer sie aussehen sollte, zerstört war. Ich wollte mich nie wieder irgendwelchem Spott aussetzten, ob ich den blind sei, einem Phantom hinterherjagen würde usw. Aber wenn ich immer wieder schreibe, wie sehr ich S. bewundere, wie sehr sie mich fasziniert, erweckte ich vielleicht den Eindruck, ich sei noch nie mit einer Frau zusammen gewesen, sehe in Frauen nur das Ideale, so wie Söhne, jung an Jahren, in ihren Mütter, hätte noch nie eine Frau haßt. Deshalb spreche ich endlich doch wieder aus, was mich schon seit Wochen beherrscht, obwohl ich es nicht wahrhaben wollte:

Ja, ich liebe diese Frau! Ich liebe S. wie keine Frau zuvor!

Und ich habe schon geliebt, gelitten, habe mich gequält, wurde gequält, habe trotzdem geliebt, wollte sterben, weil ich ohne die eine nicht mehr leben wollte. Ich habe Leidenschaft erfahren.

Ich will S., keine andere, nie wieder!

ohoho, übertreibst du jetzt nicht etwas?

NEIN, ich will das Totale oder ich verzichte.

hoffentlich hast du gesunde händen ;-))

Auch wenn mit S. nicht mehr Körperlichkeiten haben sollte, als wir hatten, die an sich unbedeutet waren, auch wenn ich sie genoß wie nie zuvor, will ich sie und keine andere.

Mit anderen Frauen brauchte ich Sex, um der Beziehung einen Sinn zu geben. S. bedeutet mir auch so mehr als genug.

das ist aber ziemlich hart. ich bin mir nicht sicher, ob du das richtig siehst.

Na ja, du weißt doch, oder?

ich denke. ich meinte, so schlecht waren deine beziehungen ja nicht. immerhin wärst du vor einiger zeit gar nicht in der lage gewesen, das, was s. ist, was sie in die bewegt, auszuhalten. geschwiege denn, nicht durchzudrehen, wenn sie cool drauf ist.

Du hast recht. Aber laß mich doch schwärmen! Vielleicht will ich ihr ja heute ganz nah sein. Vielleicht ist mein Angebot, ihr Diener zu sein, ja doch auch ein "Trick", sie ganz zu bekommen, mit ihr zu schlafen ... Aber ich sehe nicht, daß wir uns körperlich vereinigen. Ich spüre wohl, daß sie es (zur Zeit) nicht möchte. Dann kommt es für mich auch nicht in Frage.

Oh, jetzt werde ich traurig. Was hast du getan? Hättest du mich nicht weiter in meiner Glücksstrom leben lassen können?

tut mir leid! tut mir wirklich leid! entschuldige!

Scheiße, es ist zu spät!

Ich fühle mich plötzlich so allein ...

Madonna, hör auf. Dein FROZEN macht mich melancholisch.

Ich bin allein.

Ich bin ... Ich weine.

LOVE IS A BIRD SHE NEEDS TO FLY

[nach oben]


[18.08.02, so, 7:07]

Ich habe seit kurz vor Mitternacht geschlafen, allerdings nicht durchgängig.

Halb zwei wachte ich auf und dachte an S. Sie hatte geschrieben, daß sie in die Realität zurückkehren wolle. Sie hatte von Schmerzen gesprochen, die sie beim Zurückverwandeln haben würde.

Ich dachte, viel an der geschätzen Lockerheit im Urlaub sei wohl nur Schau, um sich selbst bedeutender zu machen. Außerdem ist ein cooler Spruch ist beim ersten Mal cool, jede Wiederholung schwächt die Wirkung.

Dann wachte ich noch einmal halb drei auf und dachte, ob ich nicht aufstehen sollte, damit ich morgen besser aus dem Bett komme. Bevor ich mich entscheiden konnte, war ich aber (zum Glück) wieder eingeschlafen.


[7:20]

Ich werde mich gleich wieder hinlegen. Ich bin noch müde.

Heute werde ich nicht wie letzten Sonntag zum Laufen starten, weil ich noch müde bin.


[7:27]

Ich denke sehr viel an S. und sorge mich, vertraue ich aber auch, denn ihr innere Kompaß hat noch nie die Orientierung verloren, jedenfalls nicht über längere Zeit.

Sie kann nur einen Weg gehen - nämlich ihren!

Und der muß mit meinen Vorstellungen nichts zu tun haben.


[9:14]

Ich habe S. eben angerufen.

Sie sagte einen Satz, den ich ihr geschrieben hatte, allerdings hat sie meine Mail noch nicht gelesen gehabt.

Sie sagte: ich werde versuchen, ein Stück Urlaub in meinen Alltag zu holen.


[12:20]

Ich bin mit dem Gedanken aufgewacht: "Ich war wieder ein Trottel."

Ich war wieder im Liebesrausch. Nachdem ich nichts mehr von S. wissen wollte, verhielt ich mich zurückhaltend. Ich gab den Kontakt nicht auf, war nur etwas kühler. Sie wollte mich nicht mit meinen Leidenschaften, also klammerte ich sie aus.

Stück für Stück wurde sie aber "besser". Was mich erst bewog, mich zurückzuziehen, war plötzlich nicht mehr vorhanden. Wir konnten wieder über alles sprechen, ich mußte mich nicht mehr extrem zurückhalten, ohne gleich einen "Anfall" herauszubeschwören. Sie rief öfter an.

Irgendwann war alles so wieder wie in "unseren" besten Zeiten: wir gingen vertrauter, intimer mit anderen um, als ich es in manchen meiner Beziehungen tat.

Sie hat mich einmal, als sie von mir gestreßt war, gefragt: Würdest du eine Freundin auch so oft anrufen oder nur die Frau, die du liebst?

Nein, mußte ich antworten, nur eine Frau, die ich liebe, würde ich so oft anrufen.

Nun rief sie mich an, wie ich sie nicht anrufen sollte, wenn sie meine Freundin ist.

Nicht nur im Urlaub, auch danach, offenbarte sie Intimes, von dem ich bezweifle, daß alles ihrer Männer davon wissen.

Egal, wie sie das gesehen hat: für mich war zwischen uns wieder mehr Intimität, Intensität als es in einer Freundschaft ist. Eine Freundschaft kann mit solchen starken Gefühlen zwischen Mann und Frau nicht umgehen.

Ich glaube schon, daß Mann und Frau Freunde sein können, aber ab einer bestimmen Intimität und Intensität ist es einfach keine Freundschaft mehr.

Dabei geht es nicht vordergründig darum, WAS man tun, sondern WIE man es tut.

Ist bißchen wie mit den Drogen: du kannst nehmen was du willst, wie du mit ihnen umgehst, entscheidet, ob sie dich süchtig machen oder nicht.

(Es ist ein Beispiel, vielleicht gibt es auch Drogen, die dich beim der ersten Einnahme süchtig machen, so genau kenne ich mich nicht aus. Aber ich kenne auch Menschen, die harte Drogen gespritzt bekommen haben, um sie abhängig zu machen, aber nicht abhängig wurden. - Ich hoffe, daß man mein Beispiel versteht ...)


[13:01]

Ich habe S. gesagt, auf der Suche nach Gründen, warum sie unseren Kontakt immer wieder intensiviert: Vielleicht gibt es Seelenteile in dir, die mit mir zusammen sein wollen, aber diese können sich nicht durchsetzen, damit ist es zwischen uns teilweise intensiv wie in einer Beziehung, aber wie werden nie eine haben.

Dann fragte ich sie, aber die Frage hätte ich mir schenken, denn wenn es ungefähr so ist, wie ich vermute, kann es nur eine Antwort geben. Ich fragte: Gibt es Seelenteile in die, die mit mir zusammen sein wollen?

Sie antwortete: Nein.

Gut, sagte ich, dann sollen die deiner Seelenteile, die intensiver Kontakt zu mir wünschen, diesen bei jemand suchen, mit dem du auch zusammen sein willst.

Dann, füge ich jetzt hinzu, entsteht nicht mehr dieses Mißverhältnis: Wir können Freunde sein, weil wir einen freundschaftlichen Kontakt haben. Und die Männer mit denen du zusammen sein willst, werden die Intimität und die Intensität bekommen, die zu einer Beziehung gehört.

S. fand unsere Gespräch nicht gut, wie bat um eine Vertagung, sie könne mir jetzt nicht so recht folgen. Sicherlich nicht, weil ich mich unklar ausgedrückt hatte oder sie mir intellektuell nicht folgen konnte. Ich vermute, in ihr ist etwas durcheinandergekommen.

Damit meine ich nicht, ihr ist plötzlich klargeworden, daß sie doch mit mir zusammen sein will. Ich meine, ihr wird bewußt geworden sein, daß meine Argumente nicht völlig aus der Luft gegriffen sind.


[13:14]

Ich finde sie trotzdem süß. Vielleicht gerade, weil sie so ist, wie sie ist, außer in dem einen Punkt.

Wobei: ich habe ihr letztens gesagt, ich habe Angst, von ihr geliebt zu werden.

Sie lachte auf und sagte, Andy, ich werde mich nicht in dich verlieben.

Ist klar, sagte ich, das weiß ich. Ich bin körperlich nicht dein Typ, ich bin auch seelisch nicht dein Typ, um sich in mich zu verlieben. Ich sagte auch nicht verlieben, sondern lieben.

Ich habe also Angst vor ihrer Liebe. Vielleicht liebt sie mich, wenn ich diese Angst nicht mehr habe?


[13:18]

Warum habe ich Angst vor ihrer Liebe?

Ich weiß, wenn sie mich liebt, mir nur zum Teil die Stärke meiner Gefühle für sie gibt, drehe ich durch, weil alles andere zwischen uns teilweise so intensiv ist, das jeder einzelne Bereich die gelebte Intensität einer durchschnittlichen Beziehung überschreitet.

Behaupte ich. Als Basis nehme ich meine eigenen Erfahrungen und all die Berichte von Beziehungen und Erlebnisse mit Paaren.

Ich meine nicht, daß man sich in einer durchschnittlichen Beziehung nicht liebt. Das meine ich auf keinen Fall. Aber oft neutralisieren sich Paare, weil sie teilweise gegensätzlich sind und sich arrangiert haben. Das meine ich nicht negativ. Wenn beide zufrieden sind, ist es doch okay.

S. und ich sind teileweise sehr gleich. Wir schaukeln uns oft gegenseitig aus bis es einem von beiden zuviel ist.

Wir sind teilweise so sehr gleich, daß wir uns mit den gleichen Problemen rumschlagen. Das paßt eben nicht wie die Faust aufs Auge, sondern wie die Faust auf die Faust. Oder das Auge aufs Auge.

Gleichzeitig sind wir aber auch in Eigenschaften sehr gleich, die eine Lösung aller Probleme ermöglicht.

Ich finde unsere Konstellation einfach super, und wenn wir zusammen kommen würde, würde ich mich auch meiner Angst vor ihrer Liebe stellen.

Diese Angst halte ich übrigens für normal. Den Kräfte, die zwischen uns wirken, sollte man einfach mit Vorsicht begegnen ;-))!


[13:35]

Ich sagte ihr, nachdem sie meinte, sie könne mir jetzt nicht so recht folgen, aber ich könne ja tun, wie es für mich gut ist: Wir müssen eine Lösung finden, so wie wir eine gefunden haben bei unseren Streitereien, denn wir reagieren aufeinander. Aber das muß nicht jetzt, nicht heute sein.


[13:41]

Ich doch ein (vorerst) guter Schlußsatz.


[16:30]

Ich habe ein schönes Nachmittagsschläfchen gemacht. Leider hämmert irgendwer im Haus, so daß ich aufgewacht bin.


[18:13]

Nachdem mich eine Mails von S. geärgert hat, habe ich sie angerufen (wir haben 1 Stunde 10 telefoniert).

Wir haben das Problem zu großen Teilen gelöst.

S. dachte, ich hätte eine normale eifersüchtige Reaktion. Die hatte ich aber nicht.

Sie dachte, sie hätte zuviel Intimes von sich erzählt. Dem war aber nicht so.

Wir werden wohl, solange ich mir immer noch Hoffungen mache, daß wir mal zusammenkommen, immer wieder solchen Konflikt haben.

[Anmerkung am 18.08.02 um 21:20: Vielleicht kann ich aber auch, wenn mich wieder mal Hoffnungslosigkeit überkommt, daran denken, daß es mein Wunsch ist, nicht ihr Versprechen.]

[Anmerkung am 19.08.02 um 14:03: Da wir sehr intim mit einander umgehen, S. aber Körperlichkeiten ausschließt, habe ich zum Ende des Gespräches nach dem Warum gefragt und sie um eine ehrliche, wenn auch schmerzliche Antwort gebeten. Daß ich nicht ihr Typ sein, meinte sie, sei es an sich nicht, denn sie sei auch schon entsprechenden Männern zusammengewesen. Mein Körper löst bei ihr einfach nichts aus. Ich sagte, daß stimmt nicht, als sie mich das erste Mal gesehen hat, erinnerte ich sie an einen Mann und sie ekelte sich vor mir. Das ist starke Reaktion, wenn auch eine negative. Ob sie wissen, was das eigentlich in ihr geschehen sei? Könnte ja sein, daß diese negative Gefühle gar nicht mit mir an sich zu tun hat und vielleicht ein positives überlagert. Sie wird drüber nachdenken, aber nicht jetzt. Vielleicht wird es so wie mit dem Thema Angst, wo wir uns heftig gestritten hatten und sie einen Monat später plötzlich sagte, ich hätte recht, sie hat Angst, wußte aber nicht, daß es Angst war.]


[18:19]

S. ruft mich an ...

[Anmerkung am 19.08.02 um 14:14: Ich habe auf keinen Fall mit ihrem Anruf gerechnet. Sie ist super. Lachend sagte sie: Mann, bist du manchmal schwierig! Wenn ich nicht Bier getrunken hätte, hätte ich das nicht durchgehalten.

Oh, sagte ich, wieviel mußtest du denn trinken, um mich mich auszuhalten.

Ein halbe, vielleicht ein dreiviertel Bier.

Na ja, das geht ja, sagte ich.

Dann haben wir irgend wie fast nur über Sex gesprochen. Oder war es erst beim nächsten Anruf? Ich glaube, es war bei diesem Anruf.

Frauen haben wir ja schon einiges aus ihrem sexuellen Leben, von ihren sexuellen Fantasien erzählt, was S. mir erzählte, konnte ich nirgends zu bzw. einordnen, sondern hörte zu und staunte.

Dabei hatte ich den Eindruck, daß sie eigentlich nichts preisgab, sondern nur andeutete.

Ich empfand ihre Schilderungen aber nicht als Anmache oder so, sondern sie dienten dazu, Dinge die sie zuvor schon erzählt hatte, aus dem Kontekt, den ich vermutete, herauszulösen und in den tatsächlichen hineinzustellen.

Den Alkohol als Ursache ihrer Offenheit vermute ich nicht, sondern ich glaube, die vier Ergebnisse unseres klärenden Gespräches zuvor sind der Anlaß. Sie hatte sich einfach gefreut, daß ein Problem zwischen uns weniger kompliziert war, als es sich lange Zeit dargestellt hat.

Gern würde ich einiges, was sie gesagt hat wiedergeben, aber wenn einer das Recht hat, das zu veröffentlichen, dann ist es S., nicht ich.

Irgendwann zum Beginn des Gespräches (oder es am Ende des vorherigen?), sagte ich: Na ja, weißt du, es wäre alles einfacher, wenn ich nur in dich verliebt wäre, aber ich liebe ich. Als wir die ersten Male telefonierten, fand ich dich zwar schon toll, aber hatte mich werde in dich verliebt, noch liebte ich dich. Als ich dich dann zum ersten Mal sahen, um unseren Roll-Lauf zu starten, du deine Sonnenbrille abnahmst und ich in deine Augen blickte, in deiner Seele blickte, passierte es.

Sie lachte laut auf und sagte: Ich wollte keinen Sport treiben, du hast mich überredet!

Tja, sagte ich, nun ist es zu spät und wir müssen beide damit leben.]


[19:38]

S. bekommt Besuch. Vielleicht reden wir später weiter.


[19:45]

S. ruft an ...

[Anmerkung am 19.08.02 um 14:42: Während dieser Runde ging es unter anderem um den Faden, den sie zwischen manchen Menschen und sich spürte, durch den sie sich auf verschiedene Weisen mit verschiedenen Menschen wortlos verstand.

Uns verbindet solche ein Faden jedoch nicht. Das findet sie aber nicht schlecht, denn so können und müssen wir miteinandern reden. Durch unsere teilweise für sie sehr anstrengenden Gespräche, weil ich immer hin- und herspringe, was ich sagen will nicht selten codiere, statt es dirket auszusprechen, hat sie aber auch viel gelernt, über mich, für sie und für Leben und das Verstehen andere Menschen und der Welt an sich.

Ich sagte, viel habe ich dazu nicht beigetragen. Ich habe mich oft zurückgehalten, um sie nicht zu beeinflussen, aber oft kurze Zeit später formulierte sie Gedanken, Zusammenfassungen wie ich sie im Kopf hatte.

Sie war einfach sie, ich war ich. Sie hat getan, was sie wollte, ich hab sie tun lassen, und sie ist selbst zu den Erkenntnissen gekommen.

Das hat mich sehr gefreut, denn ich habe schon viel durch sie für mein Leben gewonnen, ich finde gut, daß es ihr ähnlich geht.

Sie findet es also als Vorteil, daß zwischen uns kein Faden besteht, der sich uns wortlos verstehen läßt, weil wir uns durch unsere "Streitereien" entwickelt haben.

Na ja, sagte ich, wie soll man sich wortlos verstehen, wenn man sich nicht sieht, sondern sich nur hört ...

Plötzlich viel mir ein, daß wir uns auch schon wortlos verstanden haben. Ich beschrieb ihr eine Situation aus meiner Sicht, über die wir noch nicht gesprochen haben. Sie sagte, ich hätte die Situation korrekt beschrieben.

Ich sagte, damals sprach ich nicht darüber, fragte dich auch nicht, ob du dich so fühlst, um dich nicht in Verlegenheit zu bringen, aber ich verhielt mich entsprechend, bleib gelassen und hielt mich zurück.

Jetzt während ich schreibe, fällt mir noch eine andere Situation an. Als sie das erste Mal in meiner Wohnung war, spürte ich einmal das ihr etwas unangenehm war, ich hörte damit auf, sprach sie aber nicht daraufhin an, und als dann spürte, daß sie gehen wollte, sagte ich: nun wird es aber Zeit ...

Ich finde unsere Konstallation viel besser: wir können miteinander reden und haben uns viel zu sagen, wir müssen uns viel sagen, verstehen uns aber auch ohne Worte, wähend sie mit einigen Menschen, mit denen sie ein Faden verbindet, sie eigentlich nichts mehr Interessantes hört.]


[21:17]

Tja, was soll ich sagen: diese Frau ist einmalig!


[21:42]

Ich bin sprachlos.


[22:05]

Etwas hat S. mit mir gemacht bzw. haben die letzten Stunden Gespräch mit ihr mit mir gemacht. Ich weiß nicht was.

Spontan fällt mir ein: Sie hat Besitz von mir ergriffen.

Das macht mir Angst. Ich fürchte, als jemand aufzuwachen, den ich nicht wiedererkennen werde.


[22:08]

Ich bin mutig. Ich gehe ins Bett und werde mich dem, was sich in mir vollenden wird, stellen.

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[19.08.02, mo, 7:56]

Habe die Nacht gut überstanden.

S. hat gestern 22 Uhr 44 noch einmal angerufen, habe ihren Anruf leider nicht mitbekommen, weil mein Telefon still gestellt war. Ich wollte ja schlafen, bin aber vor Mitternacht nicht eingeschlafen.

Bevor sie mich anrufe, schickte sie 21 Uhr 55 noch eine Mail an mich ab.

Gestern konnte sie wohl nicht genug von mir bekommen ;-)). Immerhin haben wir am Sonntag insgesamt 5 Sunden und 6 Minuten telefoniert.


[8:01]

Ich bin schon wieder voll aufgedreht. Ich konnte gleich wieder loslegen. Habe ihr auch schon auf ihre Mail beantwortet.

Obwohl ich schrieb: "Ich kann leider jetzt nur kurz auf deine Mail eingehen", schrieb ich 13 KB reine Text-Datei.

Ich hoffe, S. ist als die gleiche aufgewacht, als die sie gestern abend war, weil ich bin davon ausgegangen und habe meine Mail so geschrieben, wie ich ihre Fragen gestern abend am Telefon beantwortet hätte.


[8:13]

Ich lege mich hin.


[12:33]

Bin aufgestanden, habe vielleicht drei Stunden geschlafen, bin aber noch nicht ausgeschlafen.

S. hat um 8 Uhr 40 kurz gemailt, daß ich nicht der einzige bin, der heute müde und sie sich gleich wieder hinlegen wird.


[14:00]

War eben draußen, einen Brief zu Post bringen und etwas meine Beine vertreten und meine Lunge durchlüften.

Ganz schön war geworden!


[15:15]

Ich habe meine Beschreibung des gestrigen Tages durch Anmerkungen erweitert: Anmerkung 1, Anmerkung 2.

Gestern habe die wilden Erlebnisse mit S. nicht überblicken können, sie sind geschehen, haben mit mirgerissen ... Ich bin froh, daß ich sie einigemaßen rekonstruieren kann.


[15:19]

Gestern sagte S., sie wisse zwar nicht, was wir noch alles unternehmen, wissen aber schon, was nicht zwischen uns passiert: wir werden nicht miteinander kuschel und nicht miteinander schlafen.

Frech wie ich bin, sagte ich, wenn wir alles andere weiterhin tun, kann ich gern darauf verzichten. Mir würde unsere körperliche Intimität nicht fehlen. Vielleicht, sagte ich, ist zwischen uns so wie zwischen dem einen deiner Freude, mit dem dich ein Faden verbindet, und dir: ihr fühlt euch so stark zusammengehörig, daß sich das Gefühl nicht steigern läßt, wenn ihr miteinander schlaft, wie intensiv es auch ist.

Jetzt, da ich das notiere, denke ich, daß sich unser Zusammengehörigkeitsgefühl, vorausgesetzt, wir haben eins, nicht steigern würde, wenn wir miteinander schlafen, weil wir durch unsere Kenntnis des anderen und unseren anderen Umgangs miteinander, neue Wege suchen und entdecken würden.

Aber, ich will offen sein, zur Zeit würde ich nicht verkraften, wenn es zwischen S. und mir intensiver werden würde. Ich bin dermaßen befriedigt, daß ich kein Bedürfnis habe, nach neuen Reizen zu suchen. Zumal was wir jetzt so miteinander treiben, läßt nicht ausgeschöpft ist.

Ich könnte zur Zeit S.s (auch sexueller) Diener sein, habe aber kein Bedürfnis, meine auf neue, stärkere Abenteuer einzulassen.

Keiner von weiß, was würde, wenn wir im Bett waren... Wobei, wir haben bisher für alle unsere Konflikte eine Lösung gefunden, obwohl jeder genau das gemacht hat, was er will. Unsere Lösungen sind also kein fauler Kompromiß für einen von uns. Ich denke, sie sind gar kein Kompromiß.

Aber reizt zur Zeit nicht, ihren Körper kennenzulernen. Was ich kenne, macht mich schon verrückt genug.

Ich schrieb gestern abend, mein Geist sei besessen von ihrem, wenn mein Körper auch noch von ihr besessen wäre, würde ich durchknallen.


[15:34]

Wieso denke ich darüber nach, ob ich mit S. schlafe? Sie es sowas zwischen uns ja ausgeschlossen.

Das stimmt. Aber das hat sie auch schon mit anderen, trotzdem sind sie zusammengekommen.

Gestern hat S. eine schöne Geschichte erzählt (ich hoffe, ich bringe nichts durcheinander, aber im Kern wird sie stimmen): Sie war mit einem Typen unterwegs, ich weiß nicht mehr, warum, wer er war. Sie saß in seinem Auto, war körperlich nicht von ihm angezogen, saß da eigentlich, weil sie eine Freundin bat, doch mal mit ihm unterwegs zu sein, da er sie - S. - sehr toll findet.

S. saß also in seinem Wagen, und weil er sich Mühe gegeben hat, nett war, dachte sie, sie sollte ihm doch mal einen Kuß geben.

Dieser Kuß löste jedoch etwas aus, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Sie wollte, sie mußte mit ihm schlafen. Sie rief: Fahr ran, halt an. Jetzt!


[15:42]

Ich werde mich etwas hinlegen. Ich habe ja noch nicht ausgeschlafen. Hab auch erst teilweise verdaut, ich mit S. gestern erlebte.


[15:51]

Hat sich erledigt.

Mein Milchzahl ist eben ganz abgerochen.

Mein Zahnarzt hat Urlaub. Zumindest will ich sehen, wo ich morgen früh hin muß.

Scheiße, morgen muß ich auch in die Stadt im Geld zu holen. Das dauert auch immer um die drei Stunden.


[17:38]

Ich werde morgen um 14 Uhr beim einen Zahnarzt sein, auch gleich um die Ecke.

Er soll nur mal sehen, ob sich der restliche Zahn entzünden könnte. Vielleicht eine kleine Füllung machen, um den nun öffenen Zahn vor einer Entzündung zu schützen.


So sieht mein abgebrochener Milchzahn aus:

Abgebrochener Milchzahn

Hier etwas größer:

Abgebrocher Milchzahn, größer

So sieht es aus, wenn ich lache:

Abgebrochener Milchzahn beim Lachen Abgebrochener Milchzahn beim Lachen, 2


Tja, über 35 Jahre hat meine Milchzahn seinen angekündigten Tod überlebt.

Enttdeckt wurde er erst vor einigen Jahren, als er allmählich abstarb und dunkelgrau wurde.

Der Zahn, der eigentlich dort sitzen sollte, sitzt noch in meinem Kiefer.

Ich weiß noch nicht, was jetzt da gemacht werden wird.


[19:48]

Als ich gestern nach einer Lösung suchte, nicht mehr mit S. zusammensein zu wollen, hatte ich die Idee, eine Woche eine Testbeziehung zu haben.

S. fragte sowas wie, ob mir das nicht zu gefährlich sei, schließlich wüßte ich nicht, wie der Test ausgeht.

Ich antwortete: ich kann nur gewinnen, denn ich bekomme dich ja ohnehin nicht, aber wenn der Test negativ ist, will ich dich vielleicht gar nicht mehr. Was ist aber, wenn dir die Woche gut gefällt, dann willst du mich vielleicht haben ... ;-)).

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[20.08.02, di, 5:26]

Mein Geld wurde endlich wieder überwiesen, ich muß also nicht mir einem großen zeitlichen Aufwand abholen und selbst einzahlen.

Ich könnte also heute laufen, aber ich werde es wohl nicht tun. Etwas sagt mir, ich sollte jetzt, wo sich mein Gewicht wieder stabilisiert hat und ich 95 Kilo wiege, ohne die letzte Woche zu laufen, erst auf unter 90 Kilo abspecken, bevor ich mit dem Laufen wieder beginne.

Auf Bewegung muß ich deshalb nicht verzichten. Ich kann einen Teil meiner Laufstrecke ja gehen. Mit dem entsprechenden Tempo, hat meine Lunge auch mehr zu tun, als wenn ich am PC sitze und meist sehr flach atme.


[5:40]

Zumindest sollte ich mir beweise, daß ich auch ohne zu laufen abspecken kann.

Gut wäre es doch, wenn ich wieder auf 93 Kilo ankomme, wenn auch nur dadurch, daß meine Därme leerer sind, weil ich letztens bei 93 Kilo panisch geworden bin. Daran lag der Anlöser meiner Freßattacken.

Ich komme also jetzt wieder auf 93 Kilo und beweise mir damit, daß alles gar nicht so schlimm ist, wie ich es fühlte.


[10:19]

Habe Eintragungen auf den Uhren-Seiten EDS, ED, AGS und CTA gemacht.


[11:31]

Habe S. eine Mail geschrieben.

Werde mich, bevor ich zum Zahnarzt gehen, nochmal kurz hinlegen.


[13:04]

Ich habe etwas geschlummert und viel an S. gedacht.

Bevor ich zum Zahnarzt gehe, werde ich noch eine Kleinigkeit essen. Wer weiß, was mit meinem Zahn gemacht wird, vielleicht kann ich die nächsten Stunden keine Nahrung zu mir nehmen.


[13:45]

Ich starte. Schön, wenn der Zahnarzt gleich um die Ecke ist.


[14:55]

Die Zahnarztin hat nichts weiter gemacht. Habe ich erwartet.

Falls der Zahnrest weh tun, soll ich wiederkommen, dann wird er gezogen. Wenn nicht werde ich zu meinem Zahnarzt gehen, wenn er Ende des Monats aus dem Urlaub kommt.


[22:17]

Vier Tage geht die CTA fast auf die Sekunde genau, plötzlich geht sie 1 Minute und 45 Sekunden vor, ohne daß ich sie nicht oder anders getragen hätte.

Das kann ich irgendwie nicht fassen. Mein Test der CTAM ist beendet. Ich lege sie zurück ins Schubfach.

Über 4 Tage habe ich sie fast 24 Stunden täglich getragen, plötzlich nicht mehr. Irgendwie eigenartig. Wenn sie weiterhin so oder ähnlich genau gegangen wäre, hätte ich (ausschließlich) sie mindestens bis Samstag getragen, Tag und Nacht. Vielleicht auch noch länger. Vielleicht wäre sie mir so ans Herz gewachsen, daß sie meine Lieblingsuhr für alles Zeit geworden wäre. Aber diese Unzuverlässigkeit kann ich nicht gebrauchen. Ein gleichmäßiger Vor- oder Nachgang kalkulierbar, aber Sprünge machen die Uhr unberechenbar. Bye, bye Citizen Taucher Automatik mit Metallarmband!

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[21.08.02, mi, 10:27]

In der Nacht habe ich sehr gut, aber zu kurz geschlafen.

Ich habe gut geträumt, kann mich aber nicht erinnern. Was irgendwas Schönes, Lockeres und Wildes.

Träumte ich so toll, weil ich heute nacht keine Uhr trug? Ich denke nicht. Ich schlief einfach durch. Ich vermute mal, ich werde nachts nicht aufwachen, nur damit ich sehen kann, wie spät es ist.

Ich habe mich nach der Zeitungstour fast sofort wieder ins Bett gelegt und bin gleich eingeschlafen.

Leider piete in der Wohnung unter mir gegen halb zehn wieder der Wecker. Ich habe versucht, es zu irgnorieren, aber das ging nur einige Zeit. Ich weiß nicht, was der für einen Wecker hat: der piept ewig.

Ich wollte es auch nicht übertreiben, denn heute nacht muß ich ja beim Piepen des Weckers auswachen.

Also bin ich dann "zermatscht" aufgestanden.


[10:40]

Vielleicht habe ich so locker, so frei geschlafen, weil ich gestern vorgestellt habe, etwas in mein Tagebuch zu schreiben, was in dieser Form noch nicht veröffentlich habe.

Der Gedanke, so was (endlich mal) zu schreiben, weil mir solche Sachen ja ständig durch den Kopf gehen, hat mich sehr, sehr erheitert. Während ich den Text im Kopf formulierte, lachte ich mehrmals laut auf.

Ich bin mir aber nicht sicher, wie so was bei meinen Lesern ankommt. Bisher gelte ich wohl als einiger "anständig". Vermute ich mal. Aber ich wollte schon lange mal auch anderen Seiten von mir den Tritt an die Öffentlichkeit gestatten.


[11:23]

Nachdem S. und ich nach dem Wochenende wohl über ALLES reden können, wir es nur nicht getan haben, weil man nicht über alles reden kann, es sei denn, man redet weiß Gott wie lange, melden sich immer mehr meiner Seelenteile, die auch gern ihren dunklen, kalten Keller verlassen und ans Licht treten wollen, und das nicht nur, wenn S. und ich etwas unternehmen. Außerdem kann keiner jeden Tag über alles regen. Ich meine, man muß ja auch anderen Dingen nachgehen.


[11:30]

Als zweites geisterte gestern folgendes durch meinen Kopf:

Am Nachmittag hatte ich plötzlich Druchfall. Ich weiß heute noch nicht, woher der gekommen ist.

Auf einmal hatte ich folgenen Situation im Kopf, die mich sehr erheiterte:

Ein Busfahrer hat Durchfall und fragte einen Kollegen: Bekommt man vom Analverkehr Durchfall?

Antwortet der Kollege: Wenn beim ersten Mal, dann jedes Mal.

Ist aber nicht das erste Mal, antwortet der andere.

Hahahahahaha!

Ich habe mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Sie fragen, worum? Na, können Sie sich vorstellen, daß ein "knallharter" Busfahrer sich mehrmals in den Arsch ficken läßt? Ich nicht, und genau das ist für mich der Witz ... :-)).


[12:10]

Nachdem ich erstmal einiges auf "Meine ideale Uhr" gelabert (ist eins von S.s Lieblingsworten) habe, geht nun hier weiter.

Auch am Wochenende haben S. und ich viel über Sex an sich und Sex haben, Sexualität, Frau und Mann und so geredet.

Irgendwie verfiel ich gestern der Idee, Sperma zu kosten und zu schlucken.

Ich weiß nicht, weshalb. Wollte ich mal wieder eine Frau sein? Wollte ich bestimmte Situationen selbst erfahren?

Nicht, daß ich keine Ahnung gehabt hätte, wie Sperma schmeckt, ließ sich irgendwann nicht vermeiden, ohne daß ich es bewußt aufs Kosten angelegt hätte. Das wollte ich, warum auch immer, nochholen.

Na ja, was soll ich sagen, irgendwie hats mich leicht gewürgt, aber ich wollte nicht ausspucken. Ich kostete noch mal. Schmeckte aber nicht besser.

Das Herunterschlucken war dagegen angenehm.

Nun gut, dachte ich, das macht also eine Frau durch, wenn sie ihrem Mann zeigen will, "wie sehr sie ihn liebt".

Nebeibei: bei mir muß keine Frau machen, was sie nicht will, was auch immer es ist.

Dann dachte ich, wenn das zum Frausein dazugehört, bleibe ich lieber ein Mann. Denn Frauen lecke (und "schlucke") ich sehr gern, wo auch immer. Frauen schmecken mir überall gut, wenn ich sie denn mag und ich sie schmecken will.

Und über das alles mußte ich nun lachen, fragen Sie vielleicht. Nein, mußte ich nicht. Es ist die Vorgeschichte.

Lachen mußte ich über meine folgende Vorstellung.

Gestern 14 Uhr hatte ich ja einen Zahnarzttermin bei einer Frau Doktor. Warum auch immer, auf einmal stellte ich mir vor, ich würde das Sperma nicht herunterschlucken und auch nicht vor dem Zahnarzttermin die Zähne putzen, sondern mit Sperma im Mund mich auch den Zahnarztstuhl setzen und meine Mund zur Besichtung öffnen.

Bei der Vorstellung habe ich mich schiefgelacht! Ich kann nicht sagen, warum. Auch jetzt nicht.

Vielleicht hätte Frau Doktor gar nichts mitbekommen, immerhin habe ich rund 30 Minuten im Wartezimmer gesessen. Aber was wäre wenn sie gerochen hätte, was da in meinem Mund gewesen war.

Schluckt sie vielleicht gern Sperma und wäre geil geworden? Verabscheut sie sowas, hätte sie sich vielleicht geekelt? Wäre ihr es gar nicht aufgefallen?

Ich weiß, gesund kann sowas nicht sein, aber auch das ist in mir, auch das bin ich.


[12:31]

So, es ist geschafft. Der Anfang, bisher unbekannte meiner Seiten zu zeigen, ist getan.

War gar nicht so schlimm. Ich stehe auch in keiner Weise unter irgendwelchen mutmachenden Mitteln.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, warum ich das alles geschrieben habe. Vielleicht ist das einfach nur der Beginn eines neuen, gesünderen Umgangs mit meiner Sexualität. Ich meine, bevor ich mit dem Trinken aufhören konnte, mußt ich mir eingestehen, daß ich Trinken bin. Vielleicht, so denke ich jetzt, muß ich mir das "unnormale" (falls es das wirklich ist!?) meiner Sexualität erst eingestehen, bevor ich ergründen kann, was sie eigentlich bedeutet.

Also ich denke nicht, daß ich darauf stehe, mit Sperma im Mund zu einer Zahnärztin zu gehen. Ich denke, diese Fantasie (ebenso das mit dem Busfahrer) ist ein Symbol für etwas. Die erfreuliche Entwicklung zwischen S. und mir als sehr intime und feste Freunde macht mich bereit, meine bisher eher unterdrückten Seiten wahrzunehmen, anzunehmen, auszuleben.

Und da ich S. mit diesen Vorgängen nicht nerven will, immerhin sind wir kein Paar, und um seine sexuelle köperliche und Fanasiebefriedigung kümmert sich (bisher) ja jeder selbst, komme ich auf meinen virtuellen Psychotherapeuten, meine Homepage, zurück und belaste sie und auch Sie, verehrte Leser, damit.

Ich hoffe, Sie vertragen das bzw. überlesen es einfach. Denn das, was ich heute Intimes von mir gab, ist erst der Anfang.

Ich werde diese meine Homepage nutzen, um meine (auch sehr komplexe) Sexualität zu spiegeln.

Das ist doch viel besser, als mir immer wieder neue Uhren oder anders zu kaufen, oder?


[12:48]

Ich lege mich zum Mittagsschlaf hin. Ich habe noch nicht ausgeschlafen. Und, was ich eben tat, habe ich auch nicht gerade so mal ebenso gemacht.


[13:00]

Ich habe mir ein Schälchen Schoko-Vanille-Eis gemacht und werde mich ins Bett legen, Eis schlecken und dann schlafen.

Wobei ich jetzt schon sehr entspannt und müde bin. Und irgendie erleichtert, frei. Ich sollte mich, meine Gedanken, Fanasien, Gefühle nicht mehr so oft unterdrücken und ich die Ecke des "Unnormalen", "Kranken" stellen.


[13:03]

Viele Gedanken komme mir. Plötzlich erscheinen viele meiner Sorgen gar nicht so schlimm. Vieler meiner Irrwege gar nicht mehr nötig.

Einfach so, weil ich endlich mal geschrieben habe, was ich mich lange nicht traute.

Ich wette, ohne daß, was S. Gutes in meinem Leben bewirkt, hätte ich noch immer nicht den Mut gefunden, es zu tun.

S., ich danke dir. GOTT schütze dich.


[16:01]

Ich sause noch mal kurz in die Stadt.


[19:00]

Ich bin zurück.

S. wollte um 17:52 mit mir telefonieren. Ich saß vor dem Haus und habe mich mit jemand aus dem Haus unterhalten.

Schade, ich hätte lieber mit S. geschnattert. Nun hat sie sich hingelegt und ist müde. Ist für sie bestimmt besser, sie war schon erschöpft, als sie mich anrief; auf ihrer Ansage auf meinem Anrufbeantworter hört sie sich groggy an.


[19:47]

Mein Tagebuch von diesem Monat ist das bisher umfangreichste: die Datei hat eine Größe von 104 KB.

Ab wann sollte ich eine zweite Datei anlegen? Ein analoger Anschluß braucht jetzt ja schon über 20 Sekunden, bis er die Seite geladen hat.


[19:54]

Tagebuch August 2002 ist, von ALLES mit 2,5 MB abgesehen, die größte HTML-Datei meiner Homepage.


[20:53]

Werde bald ins Bett gehen.

Ich hatte auf gewisse Weise einen anstrengenden Tag. Ich bin zwar zufrieden, aber auch erschöpft.

[nach oben]


[22.08.02, do, 9:56]

Ich habe mich entschlossen, den Umfang einzelner Seiten zu verkleinern. Nicht nur für meine Leser (bessere Übersicht, schnelleres Laden), sondern auch für mich, denn auch ich habe kleinere Seiten lieber.

Sie sind für mich übersichtlicher sind, außerdem kann ich auf ihnen schneller schreiben.

Je größer eine Seite ist, desto länger braucht der Prozessor, eher er die Veränderungen umgesetzt hat, so daß am Bildschirm mit Verzögerung angezeigt wird, was ich schreibe. Ab 30 bis 40 KB Text werde ich wohl die Seiten in Zukunft beenden.


[10:40]

Seiten zu teilen und damit zu verkleinen, ist an sich ja keine Problem. Daß die Links nach der Verändung wieder stimmen, artet nicht selten in Arbeit aus.

Am liebsten hätte ich jeden Tag in jeder Kategorie eine Seite, aber dann ist man immerzu am Klicken ...


[13:38]

So, das Verkleinern der Dateien ist beendet.


[17:16]

Es ist wieder sehr warm geworden.

In meinem Arbeitszimmer sind es 28 Grad. Das ist mir zu warm und gefällt mir nicht.


[17:47]

Ja, ein Gewitter zieht auf!

Der Donner kommt immer näher. Regen ist schon angekommen.


[19:26]

Viel Abkühlung hat das Gewitter nicht gebracht. Jedenfalls nicht in meiner Wohnung. Es sind 26 Grad.


[19:37]

Was ich gestern über bestimmte meiner sexuellen Fantasien schrieb, war nicht Selbstzweck, sondern sollte Einstieg sein, mich meine Sexsucht zu widmen.

Wer meine Homepage verfolgt, weiß, daß ich eine Suchtpersönlichkeit bin, schon immer war, hin und wieder wechsle ich nur den Stoff bzw. klammere Stoffe aus. Das eigentliche Problem habe ich noch nicht gelöst.

Das ist auch nicht so schlimm, weil ich glaube, daß Sucht, Drogen, Rausch zum menschlichen Leben gehören wie das Atmen.

Für die meistgebrauchteste und älteste Droge halte ich Sex. Immerhin hat ihn jeder, auf die eine oder andere Art, und es gab ihn schon, als es der Mensch noch ausschließlich ein Tier war.

Haben Sie mal gesehen, wie Affen Sex haben?

Manche Arten nutzen Sex auch zum Abbau von Aggressionen. Gibt es Streß in der Horde, bieten Affenfrauen sich zum Sex an, damit die Affenmänner ihre Spannungen abbauen können.

Als "normalen" Sex zwischen Affen gesehen habe, dachte ich: zärtlich wie Menschen. Sie machte ihm liebliche Augen danach und streichelte ihn. Auch hatte ich den Eindruck, ihr hätte es Spaß gemacht.

Das Problem jeder Sucht ist: Du MUSST, auch wenn du nicht willst oder nicht kannst.

Muß man Sex haben, obwohl man nicht mehr kann, ist das sehr frustrierend. Man rennt einem Orgasmus hinterher, den man nicht bekommen kann.

Trinken kann man immer irgendwie. Wenn man randvoll ist, kotzt man, dann kann man weitertrinken. Nicht so beim Sex.

Meine Sexsucht befriedige ich meist selbst. Orgasmusautonomie hat Vorteile. Ich kenne Männer, die es sich nicht selbst machen, warum auch immer: sie sind Frauen (oder Männern) viel mehr ausgeliefert als ich.

Mein Hauptproblem ist: eigentlich habe ich keine Lust auf Sex, brauche ihn aber. Das ist auch eine Art von Selbstmißbrauch.

Nun arbeite ich daran, nichts mehr zu tun, wenn ich nicht wirklich will.

Seit ich über meine Sperma-Zahnärztin-Fantasie schrieb, ist mir das gelungen. Das allein war es wert, darüber zu schreiben.

[nach oben]


[23.08.02, fr, 5:55]

Heute bin ich mit Gedanken an ein Erlebnis, das mich vor zwei Tagen geärgert hat, aufgewacht. Ich habe mich über den Mann aus meinem Haus geärgert, der den Versuch "Waldforscher" noch vor der ersten Aufgabe abgebrochen hat und mich dann "belegte", weil ihn vor 20 Jahren ein Psychologe blöd gekommen ist.

Ich will darüber eigentlich nichts schreiben. Ich habe mir vorgenommen, weniger Kontakt zu ihm zu haben bzw. das nächste Mal, wenn er mir wieder so kommt, daß ich mich ärgere, einfach aufzustehen und zu gehen.

Vielleicht reicht das aus, damit ich mich nicht mehr über ihn ärgere bzw. über mich, weil ich immer wieder in die gleiche "Falle" tappe. Sollte mich die ganze Sache weiterhin im Schlaf beschäftigen und stören, werde ich sie wohl doch auf meine Homepage bringen müssen.


[10:22]

Ich habe gut geschlafen, bin aber irgendwie aufgedreht, weiß nicht so recht, was ich zuerst machen soll.

Ich muß auf die Bank, Lebensmittel einkaufen, zur Apotheke. Das sind drei Wege oder ein langer.


[10:39]

Was ich heute wirklich machen muß, ist der Gang zur Apotheke, und den werde ich jetzt erledigen.

Alles andere kann ich verschieden. Werde ich auch machen, denn eigentlich habe ich heute keine Lust, aus dem Haus zu gehen. Aber spätenstens, wenn ich kein Brot mehr habe, werde ich schon losziehen, oder?


[14:40]

Ich bin zurück.

Bin von der Apotheke weiter in die Stadt gegangen, zur Bank, ins Sportgeschäft, ins Markt-Center, habe einen Freund besucht.


[15:07]

Eigenlich wollte ich mich nur über Laufschuhe beraten lassen, aber dem Angebot eines Schuhe, der mit gut gefallen hat, der gut an meinen Füßen saß, konnte ich nicht wiederstehen.

Daß ich mir demnächst Schuhe würde kaufen müssen, war mir schon einige Zeit klar. Als ich neuen Schuhe anprobierte, fühlte und begriff ich sofort, daß ich in meinen alten Schuhen nicht mehr laufen sollte.

Meine neuen Schuhe heißen "Asics Gel-MC Plus". Sie kosteten 135 Euro, ich habe sie für 75 bekommen. Sicherlich ein Auslaufmodell, aber damit habe ich kein Problem.

Nun steht fest: ich werde am Sonntag laufen!


[15:13]

Ziemlich fest steht auch, daß meine Zerrung zum großen Teil auch Überlastung ist, hervorgerufen durch meine Schuhe, die sich im Vergleich mit den Asics laufen wie Römerlatschen.

Nicht nur im Vergleich: der Vorderfuß war nie gedämpft, und die Dämpfung am Hinterfuß ist wohl auch schon ermüdet. Für einen durchschnittlichen Läufer meiner Statur habe ich mindestens 15 Kilo Übergewicht.


[15:27]

Dann habe ich begriffen, daß der Mann, über den ich mich geärgert habe, vollkommen normal ist. Ich wundere mich nur immer wieder, weil mir bestimmten Verweisen fremd sind. Irgendwie halte ich das für normal, ist es aber nicht. So traurig wie ich das auch finde.

Im Grunde hat mich der Mann also nicht geärgert, sondern ich habe zu hohe Erwartungen an ihn. Obwohl sie so hoch nun gar nicht sind.


[17:20]

Habe Nachmittagsschlaf gehalten.


[18:05]

S. hat angerufen.

Sie hat mich gefragt, wie es mir geht. Ich sagte, na ja, nicht so gut.

Erzähl doch mal, sagte sie. Ich meinte, ich bin mir nicht sicher, ob sie das wirklich wissen will.

Sie wollte.

Ich sagte, daß ich traurig bin, weil wir so ziemlich alles mit einander machen, aber uns nicht oft sehen.

Wenn wir, fügte ich an, uns eine Woche nicht sprechen oder schreiben, würde dir das fehlen, sehen wir uns aber mehrere Wochen nicht, hast du damit kein Problem, aber ich.

Sie sagte, ich sei ihr zu kompliziert; wenn sie nach dem Feierabend was unternimmt, will sie eben einfach einen trinken oder rumblödeln.

Zum Trinken oder Rumblödeln bin ich auch nicht der Richtige, weil ich ja nicht trinke, auch gehe ich ja nicht gern aus. Ich mag es eben intensiv. Auch wenn ich nichts sage.

Vielleicht, so vermute ich, ist das Problem eher die Intensität, die irgendwie immer zwischen uns ist, schon mal, weil ich sehr starke Gefühle für sie habe. Ich denke, in jedem meiner Blicke sieht man das.

Außerdem bin ich in gewisser Weise unberechenbar. Nicht das ich weiterrede, wenn man mich bittet, mal die Klappe zu halten, oder Streß mache, wenn der Abend eher zu Ende ist. Aber da ich selbst nie weiß, was beim Treffen - jedenfalls mit ihr - passiert, außer wenn ich für Kino verabredet bin, daß ich ins Kino gehe, bekomme ich Eingebungen, die einen ruhigen Ablauf durcheinanderbringen können.

Na ja, sagte ich S., ich denke, du bist eher jemand, der den Ablauf im Griff hat, wirkliche Überraschungen sind nicht deine Sache, es sei denn, du willst sie, aber dann ist es ja keine Überraschung.

Und, sagte ich, wenn ich das Thema mit einem Eigentrost beenden darf, ...

Wenn es dir hilft, sagte sie.

... oft denke ich an den Mann, von dem du überhaupt nichts wolltest, nichts tieferes fühltest, aber ihn plötzlich, nachdem du ihn geküßt hast, ihn unbedingt haben mußtest. Sollte dir was ähnliches mit mir passieren, würde das alles, was super zwischen uns ist, durcheinanderbringen.

Sie sagte sowas wie, da könne sich mich beruhigen, aber ich meinte, es sei klar, das sie das sagte, hatte sie damals ja auch gesagt.

Wie auch immer, ich freute mich, daß ich das (für mich) schwere Thema ansprechen konnte und sie mir zuhörte. Ich finde es gut, daß sie nicht nur sagt, wenn ich etwas an ihr "auszusetzen" habe soll ich es direkt machen, sondern daß sie auch wirklich dazu bereit ist.

Und eben gerade hier unterschreidet sich S. vom Durchschnitt. Auch vom reiferen Herr auf dem Haus, der den Waldforscher-Versuch vor der ersten Aufgabe abbrach und mich dann zur Sau machte.

Ich erwarte, daß Frau bzw. Mann zu ihren Worten stehen. Ich vertrage keine größen Sprüche, die schon verschlissen sind, wenn man die Tür nur aufgestoßen hat, und wenn der Sprücheklopfer sich dann ertappt fühlt und aggessiv wird, zum "Gegenangriff" übergeht, wie: "Willst du nicht mal endlich langsam Ordnung in dein Leben bringen!", dann habe ich genau das, was ich mag wie sonst nichts ... :-((.


[18:47]

Im Sportgeschäft hatte ich meine neuen Laufschuhe mit fremden Stümpfen an. Jetzt trage ich sie mit eigenen.

SUPER! Ich könnte sofort zum Lauf starten!


[18:57]

Ich starte zu einem kleinen Test-Lauf. Den muß ich jetzt unbedingt machen.

Hoffentlich macht er mir nicht zuviel Spaß ...


[20:18]

Ich bin zurück. Hat nicht zuviel Spaß gemacht - ich nur 8 Kilometer gelaufen. Spaß gemacht hat es aber sehr!


[20:55]

Habe endlich wieder schön und lange geschwitzt. Der Lauf war gut für meine Muskeln, auch für meinen Rücken.


[21:39]

Ich fühle mich gut.

Der Lauf ist mir sehr gut bekommen.

Dann habe ich eben noch auf dem ORB 45 Minuten Norwegen gesehen: "Bergdörfer in Fjord-Norwegen".

[nach oben]


[24.08.02, sa, 9:44]

So richtig bin ich noch nicht ausgeschlafen, aber aufgewacht, weil mir zu warm war.


[9:50]

Ich wasche Wäsche.


[10:42]

Habe einige Mails von S. beantwortet.


[11:53]

Kaum bin ich wieder gelaufen, muß ich auch wieder diese blöden Dehnungsübungen machen.

Die nerven mich so, daß ich glatt mit dem Laufen aufhören könnte!


[13:04]

Aber was solls, was sein muß, muß sein ...


[13:18]

Wäsche ist aufgehängt.

Einige Mail habe ich noch geschrieben.

Ich könnte ja ein Mittagsschlälfchen machen, oder?


[15:59]

Mir ist warm. Mir ist sehr warm.


[16:02]

Wollte eben ich eine Stück frisches Baguette mit Pflaumenmus essen, doch das Pflaumenmus ist verschimmelt, dabei steht es noch nicht lange im Kühlschrank. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, schon mal Pflaumenmus vergeschmissen zu haben, weil es schlecht war.

[nach oben]


[25.08.02, so, 7:38]

Gestern bin ich gegen 21 Uhr ins Bett.

Gegen 7 Uhr 30 wachte ich auf und dachte, oh, schon ganz schön spät, hoffentlich wird es beim Laufen nicht zu warm.

Ich hoffe, meine zahnreichen sanften Dehnungsübungen waren erfolgreich. Bis jetzt fühlen ich mich gut. Gestern waren die Verkürzungen teilweise so schlimm, daß ich kaum laufen konnte. Ich bin fast verzweifelt.


[9:46]

Ich bin zurück.

War eine ruhiger 10-Kilometer-Lauf, bei dem ich meine Muskeln mehr dehnte als mit ihnen lief ;-)).

Das war sehr gut! Das werde ich wiederholen.


[10:13]

Einige Kilometer meines Laufes lief ich zusammen mit Menschen, die einen Marathon absolvierten.

War ein schönes Erlebnis.


[10:44]

Hatte gestern aber einen Freßanfall.

Meine Muskeln waren sehr gespannt, teilweise hatte ich Mühe beim Gehen und humpelte durch die Wohnung. Ich dehnte meine Muskeln, sie entspannten bzw. dehnten sich aber nicht so, daß ich ohne Schmerzen gehen konnte.

Ich dachte, Scheiße, wenn du das nicht hinbekommst, wirst du nicht mehr laufen können.

Ich habe mich geärgert, ich war verzweifelt, ich war wütend, ich hatte Schmerzen. Ich wollte die Wände hochgehen, so nervte mich alles.

Nachdem ich mich auf keine Weise entspannen konnte, griff ich zu meiner Droge: dem Essen.

Essen ist nun meine LETZTE Droge. Meine vorletzte Droge war Sex, aber seit ich über einige meiner sexuellen Fantasien geschrieben und mir eingestanden hatte, eigentlich keine Lust auf Sex zu haben, aber süchtig nach ihm zu sein, habe ich Sex als Droge, Sex überhaupt abgesetzt.

Manchmal brauche ich aber einfach eine Droge, wie wohl die meisten, damit ich nicht ausraste.

Dann dachte ich, so kann es nicht weitergehen: wenn ich schon eine Droge brauche, dann sollte aber auch, neben der Dämfpung meiner Gefühle, eine weitere positive Wirkung haben. Vielleicht, dachte ich, vielleicht kann ich meine Droge Essen umpolen: Statt das Essen könnte ich doch mal das Nicht-Essen als Droge nutzen.


[13:35]

Ich finde, meine Homepage hat sehr viele Seiten. Das Labyrinth wird immer größer und läßt sich auch für mich kaum überblicken.

Die ersten Seiten dieser Page schrieb ich ja schon Anfang 1999. Manchmal kann nicht micht nicht daran erinnern, daß ich sie geschrieben habe, geschweige denn, was auf ihnen steht.

Aber lösche ich einige Seiten, fehlen sie mir irgendwie.

Würde ich ein Online-Geschäft betreiben, wäre das Problem schnell zu lösen: neue Kollektion -> neue Seiten. Aber meine Page ist irgendwie ein Gesamtkunstwerk, ein mehrbändiges Wert: nimmt es etwas heraus, erschließen sich andere Zusammenhänge.

Deshalb dachte ich, ich sollte alles so belassen und auf andreasthieme2.de fortsetzen. Oder neu beginnen. Kann ja auch eine andere Domain sein, at4.de und at3.de nutze ich zur Zeit ja nicht. Ich meine aber das Prinzip: diesen Ort lassen, wie er ist, aufbrechen und einen neuen Gründen.


[17:39]

In "BBC Ecklusiv: Die Hollywood AG" wurde Harry Knowles vorgesellt.

Auf seiner Homepage veröffentlicht er unter anderem Filmkritiken, und wenn ich richtig verstanden habe, fürchten ihn und seine Macht einige Studiobosse, weil er eine große Fangemeinde hat und sie ihm mehr glauben als den Ankündigungen der Studios, in denen ja jeder Film immer der beste ist.

Seine Homepage heißt: AIN'T IT COOL NEWS und ist unter http://www.aint-it-cool-news.com bzw. unter http://www.aintitcool.com zu erreichen.


[18:41]

Heute gab es richtig Zoff mit S.

So starkt, daß ich ihr vorschlug, wie sollten uns nur noch schreiben, nicht mehr miteinander sprechen und uns schon gar nicht sehen.

Eigentlich habe ich keine Lust, darüber zu schreiben. Ich habe schon zuviel Zeit meines Sonntags deshalb verloren, aber daß ich nicht mehr mit S. sprechen will - gesehen, außer auf Fotos, habe ich sie ja schon lange nicht mehr, bedeudet einiges, oder?

Nein, eigentlich nicht. Ich höre sie gern und ich spreche auch gern mit ihr, aber nicht selten paßt es nicht zwischen uns. Der eine will das, der andere das, beide kommen wir nicht dazu, zu sagen, was wir wollen, weil wir es wohl so richtig auch nicht wissen. Wenn wir uns schreiben, läßt man den Kontakt einfach ruhen, bis es paßt.

Außerdem bekomme ich, wenn ich finde, daß wir gut miteinander sprechen, Lust, sie zu sehen. Sie will mich aber (eher) nicht sehen.

Schreiben wir uns nur, löst dich unsere Hauptproblem wohl von selbst.

Sie ist für mich eine Frau, die toll schreiben kann. Ich würde auch nicht auf den Gedanken kommen, mit einer Schriftstellerin auszugehen.


[18:52]

Soll ich die Geschichte nun erzählen oder nicht?

Eigentlich nicht.

Ich denke, was zwischen uns gemeinsam möglich ist, haben wir ausgeschöpft. Mehr können und werden wir wohl nicht zusammen unternehmen. Also können wir ganz bewußt auf das zurückgehen, wo was wir beide wollen.

Wobei wir uns auch sehr gestreitten, wenn wir uns nur schreiben.

Ach, Scheiße!

Jeder einzelne von uns ist schon ziemlich wild, auch ich, selbst wenn ich auf den ersten Blick wie ein Stubenhocker wirkte, der Action nur am PC hat. Aber zusammen brennt manchmal richtig die Luft. Und wie immer zwischen Mann und Frau, wenn man sehr tubulent mit einander umgeht und keinen Sex, sich auch nicht prügelt oder so, gibt es keine echte Entladung dieser Spannungen, sondern sie flachen irgendwann einfach ab. Aber dann, so denke ich, um so schneller wieder auf.


[19:29]

Warum bin ich nur so aufgedreht?

Ich springe durch die Wohnung. Ich war heute sehr lauf zu S., ich kann mir vorstellen, daß sie findet, ich habe sie angeschrien.

"Wenn du mich JETZT fragst", schrie ich ins Telefon, aber sie sprach weiter, was, hat mich nicht interessiert. Ich schrie ich ein zweites Mal, um auf ihre Ankündigung, Drohung, Erpeßung: "Dann können wir nicht mehr miteinander telefonieren!", zu antworten: "Wenn DU mich JETZT fragst, brauchen wir nicht NIE mehr zu telefonieren!", und während ich nachlegte, legte sie auf.

Was denkst diese Frau sich?

... ich lege eine Dehnungsübung ein, damit meine Muskeln weiterhin so angenehm gestreckt bleiben ...

Ich hatte sie eingeladen, mit mir heute wieder einen Roll-Lauf oder so zusammen zu machen. Sie lehnte ab, weil sie 1) noch krank sei (seit aus dem Urlaub zurück ist, hat sie eine Erkältung oder schlimmer), 2) mit einer Freundin ausgehen will.

Ich meine mal, mit mir an Luft und Sonne zu sein, ist bestimmt gesünder als auf eine Party zu gehen, aber okay, ich konnte damit leben.

Ich frage an, sie sagt nein, ist doch okay.

Gestern hatte ich einen Scheißtag, meine Muskeln ... kann man oben nachlesen. Heute lief ich sehr gemütlich ... kann man auch oben nachlesen.

Ich dachte nicht einmal an S., den ganzen Sonntag nicht. Zumal sie heute 8 Uhr 49 geschrieben hatte.

"Gut, dass ich gestern Abend nicht weggegangen bin! Die ganze Nacht habe ich gehustet wie doll und verrückt. Mein Bett ist auch total klamm, so sehr habe ich geschwitzt.

Ich lege mich jetzt noch einmal hin. Einen schönen Sonntag für Dich."

Okay, dachte ich, heute brauchst du nicht mehr mit S. zu rechnen.

... ist ja eine eigenartige Formulierung "brauchst nicht mehr mit ihr zu rechnen", so als wenn ich mich vorbereiten müßte. Muß ich das? ...

Ja, nicht selten muß ich das. Bei Esra war ich für mich meist schwer, einzuschätzen, in welcher Stimmung sie zu mir kommt. Eben haben wir noch telefoniert und ich habe mich auf sie gefreut. Als sie dann bei mir angekommen war, war sie so, daß ich sie auf den Mond hätte schießen können, dabei ist sie nur wenige Meter unterwegs. Was solls. Vergessen.

Bei S. ist die "Verwandlung" teilweise extremer. Manchmal bin ich so, wie ich eben bin. Manchmal muß ich mich extrem zurücknehmen, so rappelt es richtig im Karton. Dabei ich bei weitem nicht mehr so wechselhaft in meiner eigenen Stimmung.

... ich mag geschichten, wo es drunter und drüber geht ... :-)) ...

S.s Mail von 11 Uhr 22:

"Mir geht es eigentlich wieder soweit gesundheitlich ganz gut",

hatte ich weder empfanfen noch gelesen, als S. gegen 13 Uhr anrief.

Ich ging ans Telefon, weil ich dachte, sie ruft wegen etwas Ernstem an.

Ich weiß bis jetzt nicht, was sie von mir wollte. In meinen Reaktionen auf sie versuchte ich herauszufinden, was weswegen sie mich anrief. Lag aber irgendwie immer falsch. Sie kam von einem Thema zum nächsten, ich rannte ihr hinterher, sie ließ mich aber nicht aufschließen.

Wollte sie wirklich nur plaudern? Eher nicht, denn dazu gehören doch zwei.

Vielleicht wollte sie einfach noch was sagen und brauchte einen Zuhörer. Da war sie aber bei mir heute falsch.

Sie hätte mich bekommen können, sie wollte mich nicht.

Ich fand es sehr dreist von ihr, eine Verabredung nicht zu wollen, mich aber dann anzurufen und so zu tun, als wäre das vollkommen normal.

Wir bekamen uns in die Haare. Sie warf mir vor, alles kompliziert zu machen.

Ich begriff, sie brauchte jemand, der ihr zuhörte, aber keinen Dialog. Das war mit mir heute nicht zu machen.

Ja auch nicht verabredet.

Außerdem weiß sie doch, daß ich seit Tagen ohne meine Lieblingsdroge Sex bin. Sie erwartet doch nicht, daß ich mich wie ein kastrierter Kater verhalte, oder doch?

So wild wie sie ist, wenn auf einer Party ordentlich getankt hat, bin ich (hin und wieder auch), ohne was zu trinken. Und ich habe ein Recht darauf, am Wochenende bei mir zu Hause so zu sein, wie es mir paßt, wenn die Leute im Haus sich nicht gestört fühlen. Ja, das habe ich.

Warum hat sie mich angerufen?

Warum habe ich das Gespräch angenommen? Ich habe doch gesehen, daß sie anruft.

Ist doch egal, warum. Es ist passiert. Es hätte schon eher passieren sollen.

Ich darf mindestens ebenso wild sein wie sie. Erst recht, wenn mich keine Dröhnung beherrscht, außer meiner eigenen.

ja WOHL!


[22:23]

S. hat mir gemailt. Ich habe gespürt, wieviel Kraft sie meine heutige Aktion gekostet hat.

Eben hat sie mir noch eine SMS geschrieben:

"Du weißt, dass ich mir unsere Freundschaft viel bedeutet, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich die Kraft für solche Situationen wie heute noch aufbringen kann."

[nach oben]


[26.08.02, mo, 10:49]

Ich habe von 6 bis 10 Uhr 30 geschlafen.

So richtig frisch fühle ich mich aber nicht. Vielleicht, weil es wieder 25 Grad in meinem Schlaf- und Arbeitszimmer sind. Auch heute morgen, als ich zur Zeitungstour unterwegs war, war die Luft eigentlich nicht kühl. Ich mag die Morgenkühle sehr.


[12:09]

Habe mich gewaschen und rasiert, war noch mal bei einem Zeitungskunden, hab S. ihre liebe Mail beantwortet.

... noch einige Dehnungsübungen und dann ein Mittagsschläfchen?


[12:11]

Vorerst abschließend möchte ich aber einen Ausschnitt aus Mails zeigen, die S. und ich gestern geschrieben haben. Meine Leser sollen sich selbst ein Bild machen, was S. gestern auszuhalten hatte.

Um 15 Uhr 46, also über zweieinhalb Stunden nach unserem Telefonat, schrieb S. (ich zitiere vollständig):

Weißt Du, Andy, wir kommen immer wieder an einen Punkt, wo ich unsere Freundschaft doch für überlebensfähig halte und unseren Kontakt gerne pflegen möchte. das scheint dann derselbe Punkt zu sein, an dem Du Dir dann wieder zu viele Hoffnungen machst.

Dann bemerkst Du (entweder weil ich Dir von einem Anderen erzähle oder weil ich mich nicht so gerne mit Dir treffen möchte), dass Deine Hoffnungen nicht erfüllt werden und machst wieder Ärger.

Ich denke, dass DEIN Problem tiefer liegt und Du mit irgendetwas in Deinem Leben nicht zufrieden bist. Allerdings habe ich keine Lust mehr, immer der Buhmann dafür zu sein. Wie soll das denn bitte weitergehen?


Ich antwortet 18 Uhr 14, also über sieben Stunden nach dem "Vorfall" und nach einem kurzen Mittagsschlaf, bin aber noch "voll in Form" (ich zitiere den ganzen Text):

> Ich denke, dass DEIN Problem tiefer liegt und Du mit irgendetwas in Deinem
> Leben nicht zufrieden bist.

ich hoffe, für diese komplexe analyse verlangst du keine gegenleistung!

> Allerdings habe ich keine Lust mehr, immer der
> Buhmann

willst du damit sagen, daß ich auf männer stehe?

ich laß mich zwar hin und wieder gern in den arsch ficken, aber das macht mir nur spaß, wenn es frauen sind, die mal gern ausprobieren wollen, wie frau sich als dominanter mann fühlen könnte.

> dafür zu sein. Wie soll das denn bitte weitergehen?

ENDE???

auf meinen anrufebeantworter hast du gesprochen "erwarte keine weiteren reaktionen von mir" oder so - hättest du das heute mittag so gesehen, wäre mein schöner sonntag sehr wahrscheinlich auch schön geblieben.

ist es denn so schwer für dich zu verstehen: ich wollte mir dir etwas an der frischen luft unternehmen, was selbst, wenn wir nur spazierengegangen wären, immer noch besser gewesen wäre, als wenn du krank auf deinem schönen sofa liegst, um zu rauchen und tv zu sehen. du hast abgesagt, weil du dich gesundheitlich nicht gut fühlst, weil du ausgehen willst. die anderen gründe hast du nicht genannt.

ist ja auch irgendwie ein deutliches signal: für bewegung an der frischen luft bist zu zu krank, um auszugehen, zu rauchen und zu trinken nicht.

merkst du nicht, daß du nicht offen zu mir bist?

solltest du mir nicht endlich mal sagen, daß du mich nicht sehen willst? und warum?

okay, du willst mit mir persönlich also nichts unternehmen. kann ich mit leben.

heute morgen kommt folgende mail von dir an:

> Die ganze Nacht habe ich
> gehustet wie doll und verrückt. Mein Bett ist auch total klamm,
> so sehr habe ich geschwitzt.
>
> Ich lege mich jetzt noch einmal hin. Einen schönen Sonntag für Dich.

aha, du bist krank und wirst dich wieder hinlegen und wünscht mir einen schönen sonntag.

du schreibst nicht, ich melde mich noch mal oder.

hab ich gecheckt.

dann rufst du an. daß ich mich nicht wie sonst gefreut habe, als ich auf dem display "s." las, hätte mich stutzig machen sollen. ich habe aber nicht damit gerechnet, daß du nur plaudern willst. denn du bist krank und eigentlich wolltest du dir ein ruhiges wochenende machen, was nicht garantiert ist, wenn du bei mir anrufst. in diesem punkt sind wird doch einer meinung, oder?

ich gehe also ran, weil ich denke, du brauchst mich irgendwie, weil du vielleicht noch kranker geworden bist.

deine mail von 11 uhr 22 hatte ich noch nicht gelesen. wenn ich gelesen hätte ...

> Mir geht es eigentlich wieder soweit gesundheitlich ganz gut.

wäre ich wohl nicht ans telefon gegangen.

am sonntag bis zu diesem zeitpunkt hast du keine rolle in meinem leben gespielt. nicht mal in einem gedanken.

ja, ja, das gibt es.

ich war dabei, mich wieder einmal zu verwandeln bzw. zu entwickeln. nimm das nicht persönlich, aber dabei bist du fehl am platz, weil du nicht weiß, worum es geht, du es auch nicht verstehen würdest, selbst wenn ich es dir erklärte: es gibt eine welt in mir, von der du (noch) sehr weit entfernt bist, wie gut du auch bist; die du vielleicht auch nie erreichen willst, kann ich nicht sagen ... aber von der mindestens mehrere jahre dynamische selbstentwicklung entfernt bist.

warum erkläre ich das eigenlich alles? ich kann einfach nicht glauben, daß du meine reaktion nicht verstehst.

du hast eben heute einfach nicht gepaßt. ich bin aber ans telefon, und das war mein fehler.

ach scheiße, das geht mir alles auf den sack!


... ich bin abgeschweift ... ich ärgere mich über mich, denn mein heutiges, wichtiges programm werde ich nicht schaffen. seit stunden bin damit beschäftigt mich zu ärgern ...

ich schlage dir folgendes vor: laß uns NUR noch MAILEN oder sms schreiben.

ich glaube, es ist besser, wenn wir NICHT mehr mitanderer SPRECHEN und uns NICHT SEHEN.

da ich denke, daß du trotzdem noch bekommst, was du willst, denke ich mir, daß auch du das als eine gute lösung findest.

es geht dir ja meist ohnehin nicht um einen dialog (das meine ich nicht negativ). für einen dialog wäre es besser, wenn wir sprechen, noch besser, wenn wir uns sehen und sprechen. aber sehen willst du mich nicht.

ich hoffe nicht, du ... ach scheiße ... ich muß schluß machen. ich brauche den restlichen sonntag für mich. du kommst schon klar, daß weiß ich. außerdem hast du ja auch andere freunde.

and


Ich habe meine Stimmung total ausgelebt, aber so recht nicht eingesehen, wo mein Problem war, außer daß sie mich gestört hat und ich es ihr nicht gesagt habe.

Ich habe überlegt, ob ich ihre Antwort bringe, aber ich gehe zu ihrer nächsten Mail über, weil sie sehr durcheinander war, was sich auch in ihrer Antwortmail widerspiegelt. Damit kein ungerechtfertigter Eindruck entsteht, lasse ich einige ihrer Mails weg.

Die eigentliche Analyse meine Situation kam nicht von mir, ich habe mich nur ausgelebt, sondern von S. Sie schrieb heute morgen folgende Mail:

Guten Morgen, Andreas!

Ich hoffe, Du konntest nach all der Aufregung wenigstens doch noch einigermaßen schlafen. Ich kann nicht meckern. Ich habe gut geschlafen, nur leider war ich um 7 Uhr schon wach.

Ich habe noch einmal über den ganzen Streß von gestern nachgedacht. Natürlich möchte ich nicht, dass Du Dich schlecht fühlst. Egal, wie Du Dich gestern verhalten hast. Es gehört zu Dir und Du hast ein Recht darauf, so akzeptiert zu werden, wie Du bist.

Wie wir mit unserer Freundschaft nun weiter verfahren, ob wir noch telefonieren oder nicht, mir wäre es wichtig, dass auch Du einfach einmal sagst, wenn Dir ein Anruf oder ein Thema gerade nicht so richtig in den Kram passt.

Du warst wohl gestern gerade der "Psychologe", der sich selbst heilt. Dass ich da störe, ist ja klar. Und ich halte es für sehr wichtig, dass Du mir so etwas einfach sagst. Zumal ich den Psychologen auch gleich abbekommen habe, indem Du mir vorwarfst, schwere Themen anzusprechen. Dabei habe ich nur ein paar ganz lapidare Sätze dazu gesagt, auf die ich auch gar nicht weiter eingehen wollte.

Naja, ist ja nun auch nicht mehr zu ändern. Der Andy, den ich sprechen wollte, war eben nicht da. Du kannst Deinem Psychologen ja mal sagen, dass er mir einfach sagen soll, wenn Du nicht da bist, statt mit mir zu telefonieren und so zu tun, als wärst Du da. ;-) Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Du mir sagst, dass ich gerade unpassend anrufe.

Um auch noch einmal auf das Dich-nicht-treffen-wollen zurück zu kommen:

Bei unserem ersten Treffen habe ich mich sehr unwohl in Deiner Nähe gefühlt. Mit Recht hast Du wissen wollen, warum. Aber ich konnte es mir ja selber nicht so richtig erklären. Ich war ja auch dafür herauszufinden, woran das lag. Allerdings haben spätere Treffen, wo wir meistens irgendwie gestritten haben, nicht unbedingt dazu beigetragen, Dich häufiger sehen zu wollen, um den Grund herauszufinden. Deshalb habe ich mich einfach mit dem Gefühl abgefunden.

Das Problem ist nun natürlich, dass Du nicht damit klar kommst, während es für mich zum alltäglichen Umgang mit Dir geworden ist. -> ????

Wie wir nun weiterhin miteinander umgehen, wird sich zeigen.

Bitte mache Dir einen schönen Tag und denke nicht allzu viel darüber nach! Du hast wichtigeres zu tun. Heute kommen die Statistikergebnisse und ich nehme an, dass Du lernen und Dich auf die Nachprüfung vorbereiten mußt. Viel Erfolg dabei!


[12:45]

Ich habe Mittag gegessen und, sozusagen als Nachtisch, einige Dehnungsübungen gemacht.

Ich antwortete auf S.s Mail:

> Ich hoffe, Du konntest nach all der Aufregung wenigstens doch noch
> einigermaßen schlafen.

wenn ich von einigen fantasien, die sich plötzlich in mir meldeten und mich doch sehr wunderten, absehe, habe ich gut geschlafen.

[kurzfassung, die ich jetzt schreiben, damit du nicht unvorbereitet bist, falls ich sie umsetzte, ich möchte dich nicht überrumpeln: ich klingle heute gegen 18 uhr bei dir, einen 6er pack bier unterm arm und "überfalle" dich mit nur einem ziel, dich zu verführen. - das verrückte ist, ich habe viele bilder dazu, wobei ich mir gestern nicht mal vorstellen konnte, dich auf den mund zu küssen.]

ich fühle mich auch gut. seelisch bin ich ja okay, weil ich gestern einfach so war, wie ich bin. ich habe mich in keiner weise zurückgenommen, sondern ausgelebt. insofern habe ich mich nicht verspannt, sondern bin sehr locker.

dazu kommt, daß sich die vielen dehnungsübungen gelohnt haben: gestern konnte ich seit tagen wieder ohne schmerzen in den knien und fußgelenken gehen.

> Ich kann nicht meckern. Ich habe gut geschlafen,

das freut mich!

wenn ich ehrlich bin, habe ich eher gewartet, daß du eine schlechte nacht mit schlechten träumen gehabt hättest.

ich hoffe, du hast alles, was dich gestern an mir geärgert hat, ausgesprochen, nicht voreilig in eine ecke deiner seele verdrängt.

> Ich habe noch einmal über den ganzen Streß von gestern nachgedacht.
> Natürlich möchte ich nicht, dass Du Dich schlecht fühlst. Egal, wie Du Dich
> gestern verhalten hast. Es gehört zu Dir und Du hast ein Recht darauf, so
> akzeptiert zu werden, wie Du bist.

das stimmt!

das gleiche recht hast du ja auch.

trotzdem mußt du es [mein verhalten] nicht gut finden.

> Wie wir mit unserer Freundschaft nun weiter verfahren, ob wir noch
> telefonieren oder nicht, mir wäre es wichtig, dass auch Du einfach einmal
> sagst, wenn Dir ein Anruf oder ein Thema gerade nicht so richtig in den Kram
> passt.

ich versuche es. versprochen. kann aber nichts garantieren.

> Du warst wohl gestern gerade der "Psychologe", der sich selbst heilt.

die beschreibung trifft.

> Dass
> ich da störe, ist ja klar.

insofern ja, weil ich einfach keine zeit zum paudern habe und alles meine konzentration für mich selbst brauchte.

> Und ich halte es für sehr wichtig, dass Du mir so
> etwas einfach sagst.

ich gebe mir mühe.

> Zumal ich den Psychologen auch gleich abbekommen habe,
> indem Du mir vorwarfst, schwere Themen anzusprechen.
> Dabei habe ich nur ein paar ganz lapidare Sätze dazu gesagt, auf die ich
> auch gar nicht weiter eingehen wollte.

ich verstehe. normalerweise hätten wir einfach bißchen geschnattert, aber der schnatterer war eben nicht am telefon.

> Naja, ist ja nun auch nicht mehr zu ändern. Der Andy, den ich sprechen
> wollte, war eben nicht da.

genau, so kannst du es sagen.

> Du kannst Deinem Psychologen ja mal sagen, dass
> er mir einfach sagen soll, wenn Du nicht da bist, statt mit mir zu
> telefonieren und so zu tun, als wärst Du da. ;-)

wenn wir aus dem "psychologen" einen meiner "organisatoren" machen, trifft es 100prozentig zu.

wenn ich ehrlich und offen sein darf, gibt es da ein problem.

darf ich ehrlich und offen sein?

der psychologe findet dich sehr interessant, versteht dich auch sehr gut und ist gern für dich da, auch wenn er dir lange zeit zuhört, ohne ein wort zu sagen.

der organisator findet dich nicht so gut. ihn hast du auch den ganzen plan durcheinandergebracht. er hat immer nur am wochenende zeit, um etwas neues auszuprobieren bzw. uns alle nachzujustieren. in der woche sind zuviel pflichten zu erfüllen, als das wir so sein können, wie wir sind, ohne wenn und aber.

du hast recht: er hätte dich fragen sollen "was liegt an?", aber ich dachte, es wäre zu hart, so direkt zu sein, deshalb war ich nicht so direkt. damit ging das durcheinander auf meiner seite los.

eigentlich hätte er gefragt: "was willst du?", und ich finde, daß ist für sonntag kurz nach dem mittag ziemlich hart.

ein anderes problem ist ja, daß der organisator nicht allein ist, aber wir alle hatten keinen plan für die situation, daß du am sonntag anrufst. und die energien in war waren zu stark, um gelassen nach einer lösung zu suchen.

> Ich habe überhaupt kein
> Problem damit, wenn Du mir sagst, dass ich gerade unpassend anrufe.

das glaube ich dir. ich aber vielleicht damit, so direkt und kalt zu dir zu sein. das hast du nicht verdient. wirklich nicht, du hast schon großartiges und wunderbares für mich gegeben, auch gestern wieder, und ich kann sehr, sehr kalt sein.

> Um auch noch einmal auf das Dich-nicht-treffen-wollen zurück zu kommen:
>
> Bei unserem ersten Treffen habe ich mich sehr unwohl in Deiner Nähe gefühlt.
> Mit Recht hast Du wissen wollen, warum. Aber ich konnte es mir ja selber
> nicht so richtig erklären. Ich war ja auch dafür herauszufinden, woran das
> lag. Allerdings haben spätere Treffen, wo wir meistens irgendwie
> gestritten haben, nicht unbedingt dazu beigetragen, Dich häufiger sehen zu
> wollen, um den Grund herauszufinden.

das verstehe ich gut.

> Deshalb habe ich mich einfach mit dem
> Gefühl abgefunden.

verstehe.

> Das Problem ist nun natürlich, dass Du nicht damit klar kommst, während es
> für mich zum alltäglichen Umgang mit Dir geworden ist. -> ????

ich hoffe nicht, s.!

> Wie wir nun weiterhin miteinander umgehen, wird sich zeigen.

ich denke, letztendlich wird es nur eine lösung geben!

> Bitte mache Dir einen schönen Tag und denke nicht allzu viel darüber nach!

um das gleiche bitte ich dich auch ... :-))

> Du hast wichtigeres zu tun.

eigentlich schon ...

> Heute kommen die Statistikergebnisse und ich
> nehme an, dass Du lernen und Dich auf die Nachprüfung vorbereiten mußt. Viel
> Erfolg dabei!

danke!

... aber, ich bin ehrlich, weiterhin gesund zu werden, ist mir viel wichtiger als diese klausur. wenn es nur gesundwerden oder uni gibt, würde ich mich wieder fürs gesundwerden entscheiden.

ich hoffe aber, daß ich beides tun kann.

laß es dir gut gehen!

ich danke dir für deine mühe, die du dir mit mir gibst. ich hoffe, ich kann dir gleiches zurückgeben!

bis dann

and


[13:37]

Ich könnte noch andere Mail vorbringen, aber ich will nicht die komplexe Situation insgesamt darstellen, sondern wollte zeigen, wie schwer es nicht selten mit mir ist und wieviel Mühe sich S. meist, eigentlich immer, mit mir gibt.

Soviel Mühe, daß ich mich frage, warum sie diese Kraft investiert. Ich meine, ich weiß, warum ich mich für sie engagiere: ich liebe sie und ich will sie. Ja, jetzt auch noch. Jetzt vielleicht sogar noch mehr als voher.

Aber sie liebt mich nicht. Für sie bin ich ein Freund. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir soviel aushalten würde, wenn ich für sie "nur" freundschaftliche Gefühle hätte.


[13:41]

Auf ihren Satz:

"Wie wir nun weiterhin miteinander umgehen, wird sich zeigen",

antwortete ich:

"ich denke, letztendlich wird es nur eine lösung geben!"

Was meinte ich damit?

Ich wette, daß sie sich mit dem Problem beschäftigt und sich letztendlich nicht damit zufrieden gibt, daß wir uns nicht sehen "können".

Meine Vermutung habe ich ihr nicht mitgeteilt. Ich möchte nicht, daß sie nur etwas tut, um meine Erwartungen zu erfüllen.

Dann sollte ich das nicht auf meine Homepage schreiben, meinen Sie. Ich kann sie beruhigen, S. liest mein Tagebuch nicht.

Wieso ich mir so sicher bin, wie sich S. verhält? Keine Ahnung. S. und ich sind uns sehr ähnlich, fast immer kommt sie zur gleichen Lösung wie ich, ohne daß ich ihr von meiner Lösung erzählt hätte.

Wenn ich sage, S. und ich werden uns wieder und öfter sehen, meine ich damit nicht, wir kommen uns damit auch näher. Sicher, irgendwie schon, aber nicht zwangsläufig körperlich. Sie wissen schon, wie ich das meine.

Die körperliche Nähe ist mir auch nicht so wichtig. Seit ich meine Sexsucht eingefroren habe, habe ich gar keine Lust mehr auf Körperlichkeiten. Meine Lust kann zwar wiederkommen und sich auf neue Weise zeigen, aber was mir wirklich sehr wichtig ist und sehr am Herzen liegt, ist der sehr intensive seelische Kontakt, den ich mit S. habe.

Trotzdem finde ich sie sehr lecker. Das weiß sie auch - ich habe ihr es gesagt und geschrieben - und sie nimmt es bestimmt ernst.

 

[13:59]

So, nun werde ich mich doch etwas hinlegen.


[14:14]

Ich liege noch nicht.

Ich habe eigenlich keine Lust, mich hinzulegen, aber mir ist warm und ich bin müde. Das Mittagessen, auch wenn es wenig war, hat mich zusätzlich schläfrig gemacht.

Warum will ich nicht hinlegen? Ich möchte gern wissen, was sie auf meine Mail antwortet und hoffe insgeheim, daß sie anruft und mir sagt: ich denke, wenn es nur eine Lösung gibt, dann ist es die, daß wir uns sehen, was das auch immer für uns bedeuten wird.

Aber ich denke, sie wird heute nicht mehr anrufen.

Bis später ...


[14:20]

Ich werde die Seiten noch schnell auf den Server schicken.


[17:36]

Ich bin gegen 16 Uhr aufgewacht. Jetzt komme ich aus der Stadt.


[19:04]

Was mache ich so, wenn ich mich mit S. nicht streite? Ich höre WAGNER's SIEGFRIED.


[19:25]

Genug WAGNER gehört. Jetzt lege ich KLAUS SCHULZE auf: DUNE.


[19:34]

Wenn ich Klaus Schulze höre, bin ich meist nicht weit entfernt, MEINE MUSIK zu hören. Und wenn ich meine Musik höre, habe ich nicht selten Lust, wieder Musik zu machen.


[19:45]

Aber ich habe meine Anlage nicht mehr. Sie ist zwar nicht verkauft, aber nicht mehr zu Hause.

Wahrscheinlich werde ich sie auch nicht verkaufen. Nicht bei dem Geld, das ich für sie noch bekommen würde.


[19:51]

Leider kann ich meine Musik nicht hören. Die meinsten Titel sind auf DAT-Kassette, aber ich habe mein DAT-Recorder nicht. Auf Kompakt-Kassette habe ich nur wenige Titel auf wohl insgesamt drei Kassetten, zwei davon hat S.


[19:56]

Freunde, die mich besuchten und meine Musik hörte, glaubte nicht selten, Musik von Klaus Schulze zu hören. Ich begann aber, meine Musik zu machen, bevor ich Klaus Schulze kannte. Trotzdem haben unserer Stile viel gemeinsam.


[20:51]

Ich höre gerade mein Stück "Das weiße Weiß im Wald des Traums vom Wal".

Das sind zwei Teile zu je 30 Minuten. Geteilt habe ich das Stück jedoch nur, damit ich es auf zwei Seiten eine 60-Minuten-Kompaktkassette bekomme.

Dieser Song ist mein längster.

Tiefdunkles Brummen kämpft mir hellem Greischen, rhythmische Klänge mit monotonem Schwingungen, sehr traurige Strings mit verspielten, Möven mit Walen, alle für einen und alle gegeneinander.

Obwohl ich dieses Stück schon sehr oft gehört habe, allein beim Bearbeiten zig Male, bin ich immer wieder überrascht, was demnächst erklingt.

Das ganze Stück ist eine so komplexe Geschichte, das ich mir ihren Ablauf nicht merken kann, obwohl ich sie selbst geschaffen, aus der Tiefe meiner Seele gehievt habe.


[21:14]

Ich finde es super klasse, wenn ich MEINE Texte lesen und MEINE Songs hören kann, um mich zu entdecken und kennenzulernen.

ABSOLUT MEINE, weil ich nie damit Geld verdienen wollte, und mich nur einem untergeordnet habe: mir selbst!

Gute Nacht!

GOTT schütze euch!

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[27.08.02, di, 5:32]

Heute probiere ich etwas Neues auf meiner Homepage aus.

Um schneller meine aktuellen Tagebuchdateien auf den Server laden zu können, schreibe ich das tägliche Tagebuch auf einzelne Seiten, die in einem eigenen Verzeichnis mit anderen aktuellen Seiten liegen, und füge es erst am Wochenende in die monatliche Tagebuchdatei ein.

Dadurch kann ich innerhalb einer Minute, wenn ich Mails sende und empfange, auch alle aktuellen Dateien auf den Server laden. Wenn die aktuellen Dateien im Hauptverzeichnis liegen, geht das nicht.

Auch wenn ich von rund 430 HTML-Dateien nur einige übertragen will, wird das gesamte Verzeichnis eingelesen. Beim Hochladen wird jede einzelne Datei abgefragt, damit nur die aktuellen hochgeladen werden.

Ist die Übertragung beeindet, werden wieder alles Dateien des Verzeichnisses geladen.

Jetzt geschieht alles ebenso, allerdings sind in dem Verzeichnis nur wenige Dateien.


[5:39]

Außerdem werde ich die monatlichen Tagebuchdateien nicht mehr teilen. Wenn ich täglich nur wenige KB auf den Server lade (einzelne Tage), können sie Monatsdateien wegen mir größer sein. Ich glaube, das Tagebuch liest sich auch besser, wenn man den ganzen Monat auf einen Blick hat.


[5:42]

Die anderen verkleinerten Dateien werde ich wohl auch wieder zusammenfügen. Über 100 KB war ja keine Textdatei. Mich hat hautsächlich genervt, daß ich nicht selten 90 KB auf den Server laden mußte, obwohl ich in nur 5 KB hinzugefügt oder verändert hatte.


[5:46]

Mein Mehrarbeit durch das Zusammenfügen der Tagebuchdateien wird wohl gar nicht so groß sein: Ausschneiden -> Einfügen -> Speichern -> Fertig.


[6:08]

Ich lade die neue Version auf den Server.


[10:10]

Die Luft, die von draußen ins Zimmer kommt, ist kühler als die im Zimmer.

Mann, ist mir schon wieder warm!

Ich wollte heute eigentlich nicht laufen, aber ich laufe, um mich abzukühlen. Normal ist das bestimmt nicht, oder?


[10:25]

Ich starte.


[10:26]

Super! Ich kann innerhalb einer Minute Mails senden und empfangen, die akutuellen Tagebuchdateien auf den Server laden und auch noch sehen, ob sie ordentlich angekommen sind.


[12:09]

Ich bin zurück.


[13:30]

S. und ich haben über eine Stunde telefoniert.


[13:45]

Ich fahre zu S., um eine Kassette mit meine Musik, die ich ihr gebort hatte, zu holen.


[15:05]

War eine coole Aktion.

Ich klinge bei S., sie schmeißt die eingewickelte Kassette vom Balkon, wir sagen tschüß, ich gehe.

So war es ausgemacht. Mir ging es wirklich nur um meine Kassette.

Nun kann ich wieder WIE EIN ZAUBER und EIN TAG WIE EIN ANDERER (je 30 Minuten lang) hören!


[15:22]

Ich höre WIE EIN ZAUBER.


[15:29]

Aber wo habe ich den Titel EINSCHULUNG?


[15:37]

Oh, ist WIE EIN ZAUBER traurig. Ich bin kurz davor, mein Hören abzubrechen ...


[15:39]

Ich bin sehr traurig, daß S. mich nicht sehen will. Ich spüre deutlich, daß sie mich nicht sehen will. Selbst bei den wenigen Augenblicken, die ich sie sah, als sie meine Kassette vom Balkon herunterwarf.

Ich habe keine Ahnung, weshalb sie schon der Gedanken, mich zu sehen, streßt. Im direkten Gegenüber bin ich besser zu handhaben, kann vor allem auch reagieren, wenn jemand etwas so sagt, aber anders meint.

Nun ja, ich habe S. heute gesagt, ich kann damit leben, daß wir uns nicht sehen, weil es für mich keine Alternative gibt. Ich habe keine und kenne keine S.2, bei der alles so ist wie bei S.1, die mich zusätzlich aber auch sehen will und vielleicht mehr.

Ich meine, es passiert doch laufend, daß man mehr will, als man bekommt.

Aber was ich von S. bekomme, bekomme ich nirgends sonst! Deshalb werde ich mir holen, was ich kriegen kann.


[15:47]

WIE EIN ZAUBER hat aber kein zuversichtliches Ende, eher ein frustriertes.


[15:48]

EIN TAG WIE EIN ANDERER fängt ja auch ziemlich düster an.

Meist habe ich auch mehere Titel in einer "Stimmungsphase" eingespielt, die ich dann auch auf eine Kassette gebracht habe.

Wenn das heute so weiter geht mit meiner Musik und mich, muß ich abbrechen und Musik eines anderen auflegen.


[15:00]

Ich habe ich mir mal wieder eine FAZ gekauft.

Mein Abo lief am 1. Juli 2002 aus, am 19. Juli hatte ich auf der Zeitungstour eine FAZ zuviel, heute kaufte ich mir eine: 1 Euro 30 ist ein harter Preis.

Aber wollte heute morgen die Berliner Zeitung lesen, bin aber nicht weit gekommen. Nach einigen Sätzen in verschiedenen Berichten habe ich abgebrochen. Der schwafelhafte Schreibstil ging mir auf die Nerven. Ich mag nicht drei Sätze lesen, wenn es auch in einem geht.

Da kann ich ja auch meine Homepage lesen ;-)).

Die Berliner Zeitung geht aber noch, jedoch nur im Vergleich mit der MAZ oder PNN.

In einer Spaßzeitung kann ruhig geschwafelt werden. Aber wenn eine Zeitung ernst sein will, soll sie nicht reden wie am Stammtisch oder bei dein Nachmittagstalkshow.


[15:57]

EIN TAG WIE EIN ANDERER ist wirklich dürster. Wundert mich nicht, daß S. meine Musik nicht gefallen hat. Konnte ihr aber nur borgen, was ich auf Kompaktkassette HATTE, nichts für sie überspielen.


[16:26]

Ich habe S. gerade gemailt (gekürzt und überarbeitet):

nebenbei gesagt: es ist für mich ja auch nicht unbedingt einfach, zu spüren, wie meine körperliche gegenwart gerade der frau unbehagen bereitet, die ... auch, du weißt schon.

in solchen momenten komme ich mir wie ein trottel vor. es ist auch nicht so, daß ich mich zwanghaft auf dich fixiere, glaube das nicht, ich hatte genug "einseitige" geschichten bei denen ich sehr gelitten habe. aber ich habe und kenne keine S. 2. wenn ich dich ersetzen könnte, könnten wir uns beide viel streß sparen.

na ja, es wird aber von meiner seite nur so gehen, wie es jetzt geht oder nicht.

ich meine, dir einmal in der woche eine "brave" mail zu schreiben, ist mir einfach zu blöd. zumal ich wir ja sehr viel zusammen erlebt und durchgestanden haben.

du kannst mir glauben, daß mir die jetzige situation zwischen uns nicht gefällt und daß ich sie besser machen würde, wenn ich denn wüßte wie und wenn ich denn könnte.

manchmal denke ich, es wäre vielleicht besser gewesen, wenn uns nie per mail kennengelernt hätten. ich habe zwar gesagt, daß das sehen meine gefühle auslöste, aber nachdem wir so intensiv mailten und telefonierten, war doch klar, daß wir uns über kurz oder lang sehen.

ich hasse es, wenn ich in einer sackgasse bin. aber ich weiß nicht, wie ich meine gefühle für dich abkühlen kann, du faszinierst mich einfach zu stark.

für mich bist du nicht einfach ein buch, das man mal im urlaub liest und dann vergißt. für mich bist du weltliteratur. und auch wenn man das werk als ganzes vielleicht nicht versteht, so macht doch jeder einzelne satz mehr freude als eins dieser urlaubsbücher.


[16:34]

EIN TAG WIE EIN ANDERER ist zu Ende.

Ich lege mich hin. Mir ist nach Weinen.


[18:06]

Ich hab wollte noch NASH BRIDGES gucken, aber so gegen 17 Uhr 15 rief eine junge Frau an und fragte mich über Mineralwasser und deren Bewerbung aus, und wenn die Verbindung nicht getrennt worden wäre - hat mich jemand angerufen und so die Verbindung getrennt -, würde ich noch immer ihre Fragen beantworten.


[18:09]

Die Befragung hat Spaß gemacht. Ich habe gute Laune und werde mich wohl erst hinlegen, um zur Nacht zu ruhen.

Geweint habe ich nicht. Aber so schwerzlich ist es ja auch nicht, daß S. mich nicht sehen will, weil ich ja mehr von ihr bekommen habe als von manchen Frauen, die ich sehen und anfassen und beschlafen durfte.


[18:48]

Ich höre DEN TRAUM ... noch einmal.

Ist mein Lieblingsstück.

Habe ich auch gut abgeschmischt, hat genug druck, würde ich unverändert auf CD brennen.


[19:48]

War ein toller Erlebnis!

Das ganze Stück könnte ich gleich noch einmal hören. Es ist zwar teilweise sehr traurig, aber nie düster, wie die beiden oben genannten Stücke.


[19:58]

Ich versuche doch jeder Onlinminute zu sparen, habe aber eben gegessen, die Verbindung zu trennen ...

Ich war so vertieft in KLAUS SCHULZEs DUNE, daß ich einfach gegessen habe, eben Seiten auf den Server geladen zu haben ...


[20:30]

Anfügen möchte ich einige der SMS, die sich S. und ich gestern abend, 26.08.02, Montag, 21 Uhr 15 bis 22 Uhr, schrieben:

ICH: Nachdem, was wir gestern durchgestanden haben, liebe ich dich mehr als zuvor.

SIE: Na ich hoffe doch, dass es sich um freundschaftliche Liebe handelt. ;-)

ICH: Meine Liebe unterscheidet nicht nach Art. Ich spüre aber, daß sie dich ganz will. ABSOLUT. TOTAL.

SIE: Oh oh! Der nächste "streß" ist also vorprogrammiert. >grins< >lach< Wir werden sehen! So kurz vorm Einschlafen müssen wir nun wirklich nicht mehr ernst werden.

ICH: Ich sende dir einen Gute-Nacht-Kuß. Freundschaftlich.

SIE: Danke! Danke! Nun aber wirklich gute Nacht! Ich melde mich dann (wahrscheinlich) morgen per e-Mail. Also: Gute Nacht und träum was Schönes! ;-)

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[28.08.02, mi, 3:20]

Heute Morgen!

Ich bin noch etwas müde, aber gute Dinge und frischen Mutes.


[3:58]

Heute gehe ich etwas später zur Arbeit, aber ich wollte meine Homepage noch "perfekt" machen.


[5:55]

Heute hatte ich während der Zeitungstour richtig Hunger. Haben meine wilden Träume zuviel meiner Energie verbraucht? ;-))

Gestern bin ich morgens nicht zum Lesen der FAZ gekommen, sondern erst abends. Das werde ich heute nachholen, mit der heutigen Ausgabe.


[9:19]

Ich habe nicht mal 3 Stunden geschlafen. Da ist zuwenig.


[9:37]

Gestern schrieb ein Leser (ich weiß nicht, ob eine Frau oder ein Mann) ins Gästebuch:

"Wenn ich S. wäre, hätte ich die Beziehung längst beendet."

Ich antwortete: "S. und ich haben keine Beziehung, sagt S.", und meinte damit, was man nicht hat, kann man nicht beenden.

Vielleicht, dachte ich heute morgen, sollte ich etwas mehr darauf antworten.

In einer Homepage geht es darum, mich zu spiegeln, um neue Ansätze für meine Gesundung zu finden. Über andere Menschen schreiben ich wenig. Auch aus dem Grunde, weiß ich nicht das Recht habe, Intimes ihres Leben zu veröffentlichen. Jedenfalls nicht so, daß jeder ins Telefonbuch siehen kann unter "Sabine Schmidt" und dann Telefonnummer und Adresse findet und sich sagen kann: aha, Sabine Schmidt, die ... , die werde ich mal besuchen ...

Wer mich und S. kennt, wird natürlich wissen, wer S. ist, aber der kennt ja auch die Geschichten, die ich von S. und mir veröffentliche.

Trotzdem halte ich mich sehr zurück, auch wenn man das bei dem, was ich schreibe, nicht vermuten würde. So nenne ich kaum Details aus S. leben, beschreibe auch kaum ihr Äußeres.

S.s Augen- und Haarfarbe, wie ich sie auf der Seite s.htm benenne, stimmen nicht; in der Augenfarbe habe ich mich vertan, die Haare waren getönt. Ich sage nicht, wie groß sie ist, wie schwer.

Der Leser weiß nur, daß sie in Potsdam wohnt. Oder?

Wie auch immer, ich wollte sagen, ich bin nicht nur mit der Beschreibung von S.s Äußerem zurückhaltend, sondern auch mit dem ihres Wesen, es sei denn, ich finde es klasse.

Wenn ich schreiben würde, was S. so schreibt oder erzählt oder tut, denn was sie schreibt und erzählt spinnt sie sich ja nicht zurecht, hätte der Leser gestern in Gästebuch nicht nur mich gebeten, zu überdenken, ob ich der Internet-Gemeinde wirklich jedes Detail meine Lebens mitteilen muß, sondern hätte das, was ich über S. schreibe, einbezogen.

Das ist der eine Punkt, der das Bild von S. abflacht.

Der andere ist der, wie ich schon sagte, daß ich in meiner Homepage mich spiegel, nicht S. Deshalb schreibe ich vieles nicht, obwohl man S. sicherlich in einem ganz anderen Licht sehen würde, weil es eben S.s Sache ist, darüber zu schreiben.

Zu meinem Bedauern, gestehe ich, denn ich würde gern detailierter über S. schreiben, weil mich ihr Leben so fasziniert, wie sie es führt.

Was will ich sagen: wenn Sie soviel von S. wüßten wie ich, könnte ich wetten, daß Sie eher dazu neigen, mir zu raten, die "Beziehung" zu S. zu beenden als umgekehrt.

Damit kritisiere ich S. nicht, möchte nur betonen, daß meine Darstellung ihrer Person zu oberflächlich ist, als dann man sich ein ausgewogenen Bild von ihr machen kann.

Ich kritisiere S. nicht, weil ich cool finde, wie sie lebt.


[10:03]

Bevor ich mich heute morgen schlafengelegt hab, habe ich noch in der heutigen FAZ gelesen.

Endlich mal wieder eine Zeitung, in der Lesen Spaß macht! Leider habe ich derzeit nicht die Zeit für diese Lektüre.


[10:25]

Ich lege mich noch mal hin. Ich habe auch in der Nacht wenig geschlafen, obwohl ich lange vor 22 Uhr im Bett war.


[11:27]

Ich kann nicht mehr schlafen. Seit ich keinen Sex mehr habe, bin ich irgendwie nicht mehr richtig müde.


[11:28]

Ronny hat angerufen. Jemand will meinen XP-80 kaufen, aber zu einem Preis, zu dem das gute Stück verschenkt würde.

Ich verkaufe meine XP-80 nicht mehr. Demnächst kommt meine Musikanlage wieder zu mir. Und irgendwann werde ich wieder Musik machen.


[11:30]

Auch heute bin ich wieder traurig.

Die halbe Nacht habe ich vor mir gesehen, wie S. auf ihren Balkon stand. Sie sah schön aus, hatte ihre Haare nach hinten gebunden.

Ich glaube, der Höhepunkt in der "Beziehung" zwischen S. und mir ist erreicht.

Aus meine Sicht, weil ich wohl von ihr nicht mehr bekommen kann. Sie hat mir alles gegeben, was sie geben will und kann.

Aus ihrer Sicht, weil ... tja ... ich glaube, daß sie an Grenzen geraten ist, die sie nur überschreiben kann, wenn überhaupt, und will, wenn sie einen Mann sehr liebt. Dieser Mann bin ich nicht.


[11:54]

Gestern hat sie von einem Mann erzählt, der sie heiraten wollte. So kamen wir aufs Thema Heiraten.

Sie war schon einmal verheiratet. Ich wollte heiraten. Den Termin hatte ich für Freitag, 13. August 1982 gemacht. Sie hat an einem 13. August geheiratet.

Ich sagte, ich bin sehr froh, daß die Frau die Hochzeit abgesagt hat, bin auch sehr zurückhaltend beim Heiraten.

Um zu verdeutlichen, wie sehr, sagte ich: wenn du mich jetzt fragen würdest, ob ich dich heirate, würde ich, obwohl ich dich sehr liebe, so sehr wie wohl noch nie eine Frau in meinem Leben, trotzdem Nein sagen.

Ihre Antwort verblüffte mich. Sie sagte: Ich will aber noch einmal heiraten.


[12:01]

Gestern schrieb ein Leser unter anderem in mein Gästebuch:

"Melden Sie sich früh zum Berlin-Marathon an, der ist schnell ausgebucht. Sie werden es schaffen und sich danach grossartig fühlen. Der Lauf von km 38 bis km 42,195 ist wie richtig guter Sex! Und Tausende applaudieren!"

Ich weiß nicht, ob ich den Kontext richtig verstehe, aber folgende Gedanken hatte ich und unterstelle dem Leser nicht, daß er Marathon deswegen läuft, weswegen ich ihn nicht laufe, auch wenn ich irgendwann einmal Marathon laufen werde:

  1. Ich laufe nicht, um Applaus zu bekommen, so toll dieses Gefühl auch sein würde, sondern um mich fit zu machen.
  2. Ich laufe nicht, um ein Gefühl wie wie richtig guter Sex zu bekommen, sondern vermeide bewußt diese Gefühl, damit ich nicht laufsüchtig werde.
  3. Ich mache meine Homepage nicht, um "Applaus" zu bekommen, auch wenn ich nicht selten auf Wünsche meiner Leser eingehe, sondern benutze sie als virtuellen Psychotherapeuten.

[12:09]

Vielleicht sollte ich einmal erläutern, wie mein virtueller Psychotherapeut funktioniert. Vielleicht würde man meine Aktionen insgesamt besser verstehen.


[15:07]

Ich hatte einen Traum:

Ein Mann, der wohl ich bin, klettert an der Fußseite eines Bettes zu einer Frau, die wohl S. ist, und berührt zärtlich ihre Füße, die sie wegzieht, er wieder berührt, sie wieder wegzieht, er wieder berührt, sie wieder wegzieht ...

Im Hintergrund eine Stimme, so als wäre das alles im Film, der kommentiert wird:

Stellen Sie sich wohl, Sie sind Peter I. und besuchen Ihre Geliebte, die sich wieder und wieder Ihren Gelüsten entzieht. Was würden Sie tun?

Dann lacht die Stimme dunkel. Ich wache auf.


[15:34]

Sehr gut gefällt mir, was ich unter NEU geschaffen habe.

Es ist klein (sehr geringe Ladezeiten), übersichtlich, ich kann es jederzeit umbauen und beim nächsten Senden bzw. Abrufen von Mail ohne zusätzliche Kosten auf den Server laden (eine Minute Onlinezeit bezahle ich ohnehin, auch wenn ich nur 20 Sekunden für die Mails brauche).


[17:47]

Ich habe lecker Abendbrot gegessen. Hmm, hat wieder zu gut geschmeckt ;-)).


[18:42]

Habe etwas zum Funktionieren meiner Homepage als virtueller Psychotherapeut geschrieben.


[18:44]

Ich werde demnächst "geschickter" offen in meiner Homepage sein. Meist wird ja mein aktuelles Tagebuch gelesen. Ich werde also demnächst sehr offene Dinge, über die ich schreiben muß, "verstecken", indem ich die nachträglich einfüge.

Kommen wir am Montag bestimmte Gedanken, notiere ich sie, ohne sie zu sofort veröffentlichen und setze sie am Donnerstag nachträglich in mein Tagebuch vom Montag ein.

Diese Dinge werden dann nur Leser finden, die sich viel Zeit haben. Auch sind diese Dinge dann nicht mehr so aktuell. Ich meine, es ist doch schon etwas anders, wenn ich eben "Sauereien" lese, die eben geschrieben wurden, als wenn sie schon lange irgendwo stehen. Denke ich jedenfalls.


[18:48]

Habe vorhin eine Kassette mit Musik von meinem Bruder und mir gehört.

Wir haben Ende Januar 1997 Muisk mit zwei Synthis gemacht. Ich auf meinem Roland XP-80, meine Bruder mit seinem XP-10.

Aufgezeichnet haben wir analog mit meinem Triple-DAT, das vier Kanäle aufnehmen kann (zwei digital, zwei analog).

Den XP-10, dessen Qualität nicht so gut wie die des XP-80 ist, haben wir über die analogen Eingänge aufgezeichnet, den XP-80 über die digitalen, die wir die analogen Signale in meinem DAT-Recorder DA-30 gewandelt haben.

Die Kassette, die ich eben hörte, ist also ein Live-Mitschnitt, der leicht bearbeitet wurde.

Toll ist, daß wir keine Musiker sind und auch vorher noch nie zusammen gespielt haben. Trotzdem haben wir, nach einer kleinen Einlaufphase, teilweise sehr ordentlich zusammengespielt, uns mit den Synthis gejagt und wieder vertragen.

Nicht selten weiß ich nicht, wer was spielt, so haben sind unsere Rollen verschmolzen.

Insgesamt haben wir wohl 2 Stunden gemeinsame Musik aufgezeichnet.


[18:54]

Höre gerade meine ersten Musikstücke. Mein Gott, war ich da brav!

ERWACHSENWERDEN hört sich an wie ein Kinderlied ;-)). Könnte aus einem Übungsheft fürs Erlernen des Synthispielen stammen. Hat aber auch was ;-)).


[19:01]

Aber zur Zeit gibt es keinen Grund, offene Äußerungen zu verstecken. Was ich zur Zeit zu erzählen habe, wird wo nirgendwo Anstoß finden.

Heute morgen, während der Zeitungstour, habe ich mal kurz überlegt, ob ich unter at3.de (at free; Andreas Thieme frei) mal so richtig die Sau rauslasse, auch wenn selbsttherapeutisch kein Grund dafür besteht.

Einfach um zu zeigen, was ich meine, wenn ich sagen, das bisher veröffentlichte sei harmlos im Vergleich zum nicht veröffentlichten bzw. noch nie geschriebenen.

Ja, es gibt Dinge in meinem Leben, die habe ich nicht mal für mich notiert, weil ich auf keinen Fall möchte, daß sie in "falsche" Hände geraten.

Aber vielleicht ist das ein Fehler.

Vielleicht sollte ich mal alles rauslassen, immerhin schade ich ja nur mir. Ich kann mir gut vorstellen, daß sich einige meiner seelischen Verspannungen danach lösen werden.

Diese Texte werde ich jedoch nicht verstecken. Wenn, dann richtig!


[19:12]

Ich höre gerade TEPPICH (Softmix).

Da habe ich ein Stück, das rund eine Stunde lang ist, sanft auf 30 Minuten zusammengeschnitten. Grundlegende Substanz geht nicht verloren, weil die Motive sich überlagern. Ich finde sogar, daß TEPPICH als Softmix gewinnt.


[19:15]

Wenn ich an Dinge denke, die ich noch nie aufgeschrieben habe, denke ich nicht nur an Sexuelles, sondern auch an Geschehnisse aus meiner Armeezeit.

Oder ich denke an die schlimme Zeit, als ich meine Mutter und meinen (Stief)Vater sehr, sehr gehaßt habe und ich ständig perverse Mordfantasien in mir auslebte.

Oder ich erinnere, als ich laufend Stimmen hörte, die mich immer riefen, wenn ich höher als im 1. Stock war. Ich sollte ganz schnell runter kommen. Wenn ich die Treppe hinabsteigen wollte, riefen die Stimmen zu mir, ich würde zu spät kommen, ich müßte den kurzen, den schnellen Weg übers Fenster nehmen. In dieser Zeit konnte ich Treppen nur hoch- und runtergehen, in dem ich mich am Geländer Stück für Stück festgekrampft voranarbeitete, immer auf ganz weit von den Fenstern weg.

Oder als ich so einen starken Alkoholentzug hatte, daß ich dachte, den nächsten Tag nicht zu erleben.

Es gibt aber auch "lustige" Geschichten, über die zumindest ich auch heute noch lachen kann, was man vom anderen Beteiligten nicht sagen kann.

Über die Sache, die zu Hause vorgefallen sind, werde ich wohl nie schreiben. Oder erst, wenn meine Mutter und mein Vater tot sind. Ich habe ihnen verziehen, wir verstehen uns gut. Darüber muß ich nicht mehr schreiben. In meinem Leben gibt es genug in Ordnung zu bringen, daß ich selbst kaputt gemacht habe. Mein Selbstmißbrauch hat mir mehr Leid zugefügt als aller Fremdmißbrauch, der wohl größenteils seelischer Art war.

Ein schmerliches Erlebnis erinnere ich deutlich. Als ich mit ungefähr vier oder fünf Jahren Geldsucht hatte, glaubte die Jungs in meinem Krankenhaus-Zimmer (Glauchau), ich sei ein Mädchen, ganz lieb und schüchern. Sie mußten bei mir Fieber messen. Dazu stecken sie mir ohne irgendwelche Gleitmittel Buntstifte in den After. Selbstverständlich war ich auch in keiner Weise sexuell erregt, also "total" geschlossen. Als ich nicht mehr wollte, weil das sehr weh tat, erpreßten sie mich. Sie drohten, meinen Lieblingsstoffaffen Bimbo Arme und Beine auszureißen. Eine Weile ließ ich mich erpressen. Dann schrie ich aber, weil ich die Schmerzen nicht mehr ertragen wollte, obwohl ich meinen Affen sehr lieb hatte: Macht doch mit dem Affen was ihr wollte, ich will das nicht mehr!

Vor einigen Jahren habe ich einmal mit meiner Mutter darüber gesprochen. Sie wollte es nicht glauben und konnte sich auch nicht erinnern, daß ich ihr das damals davon erzählte.

Falls ich ihr es erzählte, wird sie es verdrängt haben. Falls ich es ihr nicht erzählte - was soll ich davon halten? Ich hatte doch damals niemand außer meiner Mutter und meine Großeltern. Mein Vater war schon viele Jahre tot.


Überhaupt gibt es aus den zehn Jahren, die ich mit meiner Mutter alleinlebte, einiges zu erzählen.


[19:45]

Es sind fast 29 Grad in meinem Arbeitzimmer. Normal ist das nicht.


[19:47]

Ich dachte schon, weil ich so viele elektrische Geräte betreibe, aber in der Küche sind es 28 Grad.


[20:10]

KLAUS SCHULZE's IN BLUE höre ich sehr gern!

[nach oben]


[29.08.02, do, 3:29]

Ich bin einige Minuten vor dem Weckerpiepen aufgewacht, mußte auf Toilette und dachte, hoffentlich kannst du noch ein Stündchen schlafen.

Konnte ich nicht. Oh, Mann, bin ich müde!


[6:05]

Ich habe heute nacht sehr kurz und nicht gut geschlafen. Beides werde ich jetzt ausgleichen.


[10:31]

Ich hasse es, wenn ich aufwache, weil mir zu warm ist, nicht weil ich ausgeschlafen habe.


[10:35]

Ich fühle mich wie zermatscht.

Ich habe nicht nur gestern lecker Abendbrot gegessen und nicht nur zuviel, sondern dann gegen 21 Uhr 30 noch mal etwas.

Um diese Zeit esse ich fast nie noch mal, schon gar nicht, wenn ich gegen 18 Uhr zuviel gegessen habe. Klar, daß ich mit vollen Magen schlecht geschlafen habe.

Zu kurz habe ich dann auch noch geschlafen, weil ich erst gegen 0 Uhr 30 eingeschlafen bin.

Oh, bin ich voll gefressen und müde und irgendwie ist mir richtig schlecht.

So schlecht, daß ich erbrechen möchte.


[10:40]

Ich werde gleich zum Laufen starten, aber ganz gemüttlich unterwegs sein. Eigentlich sollte ich nicht laufen, aber ich denke, die frische, wenn auch warme Luft und die Bewegung wird mir gut tun.


[11:20]

Ich starte zum Laufen. Vielleicht schon etwas spät, weil zu warm, aber ich gehe es gemütlich an.


[15:41]

Ich bin zurück. Habe aber noch vorm Haus gesessen und mich mit den Kids unterhalten.

War sehr schön, zumal ich mich an mein Leben als junger Teenager nicht mehr so recht erinnern kann.


[19:05]

Ich habe gut Abendbrot gegessen, vielleicht etwas viel, aber ich habe das letzte, außer ein, zwei kleine Happen Vollkornbrot vor und nach dem Lauf, heute morgen nach der Zeitungstour gegessen.

Nach dem Essen wiege ich jedoch weniger als heute morgen vor dem Lauf.


[19:11]

Die Unterhaltung mit den Teenies war auch insofern für mich sehr interessant, weil zwei verschidene Bruder mit einem Mädchen verschieden zusammen sind: der eine als "Partner-Freund", der andere als "Schul-Freund", wenn ich es so bezeichnen darf.

Die Konstellation ist in gewisser Weise der von S., mir und S.s "Männern" vergleichbar.

Nach meiner Sicht ist der entscheidende Unterschied zwischen den Brüdern folgender: beim "Partner-Bruder" kann das Mädchen träumen, weil er sich weniger eindeutig verbal ausdrückt, damit weniger "greifbar" ist, während der "Freund-Bruder" sich deutlich festlegt und keinen bzw. weniger Spielraum für Träume läßt.

Das Mädchen sagte, ihr Partner-Freund redet viel, aber immer um den heißen Brei herum, aber irgendwie ist es nie falsch. Ihrer Schul-Freund hingegen versteht sie gleich, und wenn er ihr etwas aus der Schule erklärt, versteht sie das besser als wenn ein Leher es erklären würde.

Ich denke, das reizvolle am Partner-Bruder sind seine Geheimnisse, besser gesagt, das Geheimnisvolle, das ihm umgibt, denn Geheimnisse hat der Freund-Bruder ja auch.


[19:43]

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich deutlich machen konnte.

Vielleicht liege ich mit meiner Deutung auch falsch, aber dieses Bild hat sich mir geboten am Ende unserer langen "Interviews", immerhin sprachen wir über drei Stunden.


[19:45]

Welche "Rolle" ich in der Konstellation S. spiele, brauche ich wohl nicht zu sagen ;-)).

Heute habe ich aber sehr viel gelernt, was Männer für Frauen interessant macht.

Unter anderem, wir haben ja über Gott und die Welt gesprochen.

Cool finde ich, wie "perfekt" der Partner-Bruder seine Rolle beherrscht. Das Mädchen scheint zu glauben, daß sie den "Kleinen" hat, aber ich habe eher den Eindruck, daß er sie hat und "angeboren-bewußt" seine Begabung einsetzt.

Das hat mich sehr fasziniert! Leider habe ich in dem Alter mehr gelesen als mich mit Mädchen beschäftigt. Ich glaube, das war ein Fehler.

[nach oben]


[30.08.02, fr, 3:20]

Eben, 0:30, war ich kurz munter, und schon piept der Wecker mich aus tiefen Schlaf. So schnell kann doch die Zeit nicht vergehen!


[3:40]

Ich starte zur Zeitungstour.


[5:25]

Mit Hunger bin ich von der Tour zurückgekehrt, habe aber nur eine halbe Stulle gegessen. Mal sehn, obs reicht.


[5:53]

Ich bin müde, lege mich hin, lese noch etwas und werde dann, hoffentlich, schön und lange schlafen.


[10:48]

Ich bin wieder aufgewacht, weil mir zu warm war.

Wenn ich meine Hand auf meinen Körper lege, spüre ich die Hitze, fast so, als hätte ich Fieber. Heute habe ich aber auf keinen Fall zu viel Temperatur, weil ich zu viel gegessen habe.

Laufen werde ich heute nicht, aber in die Stadt gehen. Das Newsletter von Watchbizz.de zeigt an, heute sind die neuen Ausgaben der Uhren-Zeitschriften UHREN-MAGAZIN und CHRONOS erschienen.


[11:59]

Ich gehe los.


[12:53]

Ich bin zurück.

Ich habe nur eine Uhren-Zeitschrift gekauft (Uhren-Magazin, September 2002).

Endlich habe ich mir eine Lupe geleistet, damit ich die Details der Zifferblätter meiner Uhren deutlicher sehe.


[13:26]

Die Lupe (Stiellupe mit Glaslinse, Durchmesser 75 mm, 5,80 Euro) vergrößert dreifach. Sie könnte auch stärker vergrößern, aber es gab nur die eine Version.


[14:00]

Ich werde mich hinlegen, etwas lesen und ein Nickerchen machen.


[16:22]

So, ich bin ausgeschlafen.

War wieder interessant, über (mechanische) Uhren zu lesen.


[16:55]

Ich werde NASH BRIDGES gucken, Eis essen und Dehnungsübungen machen.


[20:07]

Ich habe meiner Sexsucht endlich eine Seite gewidmet.

[nach oben]


[31.08.02, sa, 6:10]

Ich fühle mich heute entspannt, bin ausgesprochen gelassen.

Vielleicht sollte ich öfter die Weckzeit, nachdem der Wecker mich 3 Uhr 20 geweckt hat, so weit nach hinten verlagern, daß ich immer von allein aufwache, sozusagen ausgeschlafen habe. Aber das kann ich nur am Samstag tun.


[6:46]

Nicht wundern, die Seiten Laufen2, Gewicht2 und Gästebuch2 sind noch leer. Was auf ihnen stand, habe ich auf die entsprechenden Hauptseiten übertragen und auf den Server geladen.


[7:50]

Alles ist erledigt.

Ich gehe jetzt ins Wochenende und schlafe mich erstmal richtig aus.


[10:30]

Ich habe mir den Wecker gestellt, weil ich um 10 Uhr 50 den Beitrag "Traumschiff unter Segeln (2)", den ich einmal verpaßt habe, endlich sehen will.

Zwar habe ich nicht viel geschlafen - ich habe bis gegen 9 Uhr gelesen -, fühle mich aber noch entspannt.


[13:25]

Bin aber schon wieder müde. Na ja, was solls, ich kann mich ja hinlegen.


[17:22]

War ein schönes Schläfchen.


[17:34]

Kurz nachdem ich mich hingelegt hatte, hat mein Freund F. mir 13 Uhr 41 eine kleine SMS geschrieben .

Mein Freund, ich lebe noch und bin angekommen auf der Insel! Ich wundere mich sehr, bin sehr glücklich und danke Gott, noch zu leben.

Ich habe ihm nur mit ":-)))))))))))))))))))))))))" geantwortet, weil ich keine Worte wußte.

Irgendwie ist er ganz nah an meinem Herzen, irgendwie auch ganz weit weg.


[18:20]

F.s SMS bringt meine Gefühle durcheinander.

Es ist für mich immer sehr schwer gewesen, wenn F. lange sehr krank war und sich lange nicht meldete.


[18:33]

Ich habe große Angst, meine Gefühle werden wieder so extrem hin-und hergeworfen: Eben hast du deinen besten Freund, den du nie verlieren willst, im nächsten Moment weißt du nicht, ob er noch lebt, bis er sich nach Monaten wieder meldet.

Sofort ist neben der Freude auch die Frage: wielange wird das jetzt so gehen, wann wird er wieder "weg" sein?


[18:52]

Dabei sind die Stärke meiner Gefühle und der Schmerz beim Wechsel um ein Vielfaches größer als durch das Hin und Her mit S.

Meine Gefühle für F. sind wohl auch stärker, wobei sich das schwer vergleichen läßt, denn S. ist ja "nur" eine Frau ;-)). Sie wissen schon, wie ich das meine.

Nun gut, ich kann nur abwarten und hoffe, daß es nicht zu schlimm wird.


[19:09]

Okay, das ist eine Position, mit der ich leben kann.

Ich habe ja ohnehin keinen Einfluß auf das Geschehen. Leider.

Ich habe mich wieder einbekommen. Ich war zeitweise sehr aufgeregt. Wollte schon wieder eine neue Domain haben - als Droge gegen meine Angst und Verzeiflung.

Habe dann aber über meine Gefühle geschrieben. Hätte ich ja auch auf der neuen Domain gemacht. Wobei es eigentlich ums Schreiben ging, nicht um die Domain.


[19:12]

Ich gehe jetzt zu meinem Tagesplan über: Ich werde über den Segelschiff-Film schreiben.


[19:17]

Erst werde ich mal Abwaschen und die Küche etwas aufräumen.


[20:47]

Der zweiteilige Film "Traumschiff unter Segeln" erzählt die Geschichte des Fünfmasters "Royal Clipper" (Reederei Star Clippers).

Wenn ich richtig verstanden habe - ich habe keine Ahnung von Segelschiffen und deren Geschichte -, ist die Royal Clipper der zweite Fünfmaster, der gebaut würde, und zu gleich das größe Segelschiff.

Sein Rumpf ist mit 134 Metern einen halben Meter länger als der des andere Fünfmaster, die "Preussen". Sie lief 1910 auf Grund, nachdem ein Postdampfer vor ihr vorbeifahren wollte, es aber nicht schaffte, weil die Preussen zu schnell war, und das Schiff rammte.

Der Film erzählt aber auch die Geschichte des Stockholmer Reeders Makael Krafft, der einen Traum verwirklichte und eine Flotte von Segelschiffen aufbaute und betreibt.

Schon als Kind faszinierten ihn Segelschiffe, fuhr er mit einem kleinen Segelboot über die Ostee, steig er mit einen Freund auf die Masten eines alten großen Seglers, der als Museumsschiff vor Anker lag.

Damals begann er zu träumen, solche großen alten Schiffe zu bauen und mit ihnen zu segeln.

Seinen Traum krönte er mit der Royal Clipper, den er sich rund 55 Millionen Dollar kosten lies.

Die Maße des Schiffes kann man sich nicht so recht vorstellen:

Ich schätze mal, das Schiff ist ungefähr so hoch wie ein 20stöckiges Haus.

Marie Krafft, die Tochter des Eigners, diente übrigens als Vorbild der Galionsfigur.


[21:09]

Nach fast 100 Jahren wurde wieder so ein großes Segelschiff gebaut, um Makael Kraffts Kindheitstraum zu erfüllen.

Das ist das eigentlich faszinierende für mich: Ein Mann setzt alles daran, seinen Kindheitstraum zu erfüllen!

Ich weiß nicht, was mein Kindheitstraum ist. Vielleicht finde ich ihn, wenn ich denn irgendwann einmal gesund bin und meine Energie auf das verwenden kann, auf das ich sie schon immer verwenden wollte.

[Anmerkung am 11. März 2016, fr, 16:40: Vielleicht ist mein Kindheitstraum, gesund zu werden. Und mein "Wunsch", Schriftsteller zu werden nur ein Symbol dafür.]

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