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Tagebuch - März 2010

10, 29


Mittwoch, 10. März 2010

[10.03.2010, mi, 19:00]

Einem alten Freund in Deutschland schrieb ich heute:

Wir haben ja das Buch von Peter Lourie "Schweiß der Sonne, Tränen des Mondes" gelesen: Schatzsuche in den Anden, bei Regen, Käte, Nebel.

Gestern und heute war ich in Hommersåk.

Es war Nebel, die Berge hab ich nicht gesehen, die Sonne nicht, teilweise auch nicht, wo ich hergekommen war.

Dank GPS hätte ich jederzeit wieder an den Ausgangspunkt gehen können, da aber auf der Karte keine Straßen oder Wege waren, hatte ich keine Ahnung, wo ich gerade war.

Die genaue Parpierkarte half mir nicht wirklich, weil ich ja nicht wußte, wo ich war.

Ich tapste also durch den Schnee, Hügel hoch, Hügel runter, und fühlte mich total in der Wildnis...

Herrlicher Blick ins nebelverschleierte Tal, ahnen wie der nächste Berg aussieht...

Als ich dann wieder im Ort war, stellte ich überraschend fest, daß ich mich nur rund zwei Kilometer entfernt hatte!

Da war ich platt! Die kurze Entfernung paßte nicht mit meinem Wildnisgefühl überein!


Hier einige Fotos, die ich machte, bevor ich die Mail schrieb.


Das folgende Bild machte ich auf einem kleinen Berg, der vor der "Wildnis" liegt.

Im Hintergrund Hommersåk. Eigentlich müßte man am Horizont Berge sehe; sie sind jedoch in Nebel gehüllt.


Vom selben Standort mit Blick Richtung Stavanger, was allerdings auch im Nebel verschwindet.


Hier etwas weiter nach rechts gedreht, fast in Richtung Norden. Bei guter Sicht blickt man über Fjord und Inseln.

Heute sieht man jedoch nur die nächste Insel, circa einen Kilometer entfernt.


Jetzt habe ich mich zur "Wildnis" umgedreht und fotografiert.

Hier ist der Nebel stärker. Ich sehe nur den nächsten kleinen Berg. Die viele höheren, die Hinter ihm liegen, sieht man nicht.


Das Haus ist rund 200 Meter entfernt. Es wirkt nur weiter durch das Weitwinkel-Objektiv des Nokia E90.

Der See davor ist zugefroren.


Etwas weiter links: der Nebel verschluckt den Berg.

Seine Basis kann man noch gut erkennen. Wie hoch er ist, läßt sich nur vermuten.


Hier bin ich bereits in der "Wildnis".

Obwohl der Berg viel höher ist als der kleine, auf dem ich die ersten Fotos gemacht habe, sieht man Hommersåk nicht mehr.


Um hier her zu kommen, bin ich durch hohen Schnee geirrt, Berg hoch, Berg runter, und eigentlich bin ich nicht vorwärts gekommen. Vor allen Dingen hatte ich keine Ahnung, wo ich war.

Im Hintergrund sieht man Gebäude, vermutet eine Straße, aber ich konnte meinen Standort nicht herausfinden.


Ich wußte, wieviel Strecke ich zurückgelegt hatte, aber da die Karte meines GPS an dieser Stelle keine Straßen oder Wege anzeigt, konnte ich meinen Standort nicht zur vermuteten Straße in Verbindung bringen.


Ich war also nicht weit entfernt von der Zivilisation, aber ohne GPS kurz davor, mich zu verirren, weil zwischen den Bergen der Nebel stärker war und außer meinen Spuren, die kreuz und quer gingen, weil ich kein Ziel anpeilen konnte, nichts mir die Orientierung erlaubte.


Und da ich immer nur die ersten Berge sah, nicht die dahinter liegenden, konnte ich die sichtbaren Berge keinen auf der Karte zuordnen.

Irgendwie war ich von Bergen und Täler und Wald umgeben, aber von welchen blieb mir ein Rätsel.

Deshalb brach ich mein Unternehmen vorzeitig ab. Ist ja nicht das erste Mal, daß ich nicht zu meinem Ziel komme, weil mir das Risiko, mich zu verirren oder zu verunglücken, zu groß war.

Ist immer wieder frustrierend, zumal ich sowas aus Deutschland nicht kenne: laufend kommt eine Straße oder Bahngleise, so wirklich verirren kann man sich da im Wald nicht.

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Montag, 29. März 2010

[29.03.2010, mo, 9:00 - Freiwoche]

Muß nur am Samstag arbeiten. Ansonsten habe ich durch die Oster-Feiertage bis Montag frei, muß erst am Dienstag wieder zur Arbeit.

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