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Tagebuch - Juli 2008

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Dienstag, 1. Juli 2008

[01.07.2008, di, 12:00

Nikon hat nach der D3 seine zweite Vollformat-Digitale vorgestellt: die D700.

Sie wird rund 500 Euro billiger sein als die im Herbst 2005 erschienene Vollformat-Digitale für "Einsteiger" von Canon, die seinerzeit ein "Erdbeben" auslöste und sich noch immer gut verkauft und erstaunlich stabil im Preis beglieben ist: erst Ende voriges, Anfang dieses Jahres bekam man sie für rund 2.000 Euro.

Die D700 hat den Sensor der D3. Ich bin gespannt, ob ihre Bildqualität bei hohen ISO-Werten ebenso gut ist.


[13:00]

Heute wurde die Nikon D700 offiziell vorgestellt.

Sie hat alles, was ich brauche. Sie verzichtet auf alles, was ich an der Nikon D3 nicht brauche.

Im Grunde ein D200-Gehäuse, nur etwas größer und mit Vollformat-Sensor.

Falls ich einen dicker Klopper wie die D3 wirklich brauche oder will, kann ich an die D700 einen Batteriegriff anbringen. Oder eine D3 kaufen. Denn: Es ist mein Geld!

Auf das 88 Millimeter dicker Gehäuse der D3 hatte ich mich allerdings gefreut, weil ich glaube, die Kamera wird sich besser mit meinen großen Händen halten lassen, nicht so sehr meine Finger zur Schräglage zwingen wie die D200 (74 mm) oder auch die D700 (77 mm).

Dafür jedoch über 1.000 Euro mehr auszugeben ... Denn Sensor, ISO (hoffentlich auch Rauschverhalten), Sucher, Monitor sind bei der D700 wie bei der D3.


[18:00]

Auch wenn die D700 alles hat, was ich brauche, ist die D3 trotzdem mein Liebling. Sie hat einiges, was das Fotografieren komfortabler macht.


[18:15]

Derzeit gibt es eine neue Canon 5D (ohne Objektiv) ab 1.700 Euro. Bei ihrem Erscheinen im Herbst 2005 kostete sie rund 3.000 Euro.

Der Preis blieb lange Zeit stabil. Die von mir erhofften 2.000 Euro kostete sie erst über zwei Jahre später, Ende 2007, Anfang 2008.

Da hatte ich aber schon lange meine Canon 30D gekauft 04.09.2007), die moderner und billiger als die 5D war (und ist), aber das gleiche gute Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten hat.

Über die mit meiner 30D gemachten Fotos kann ich mich nicht beklagen. Allerdings fotografiere ich immer noch lieber mit meiner Nikon D200. Das wäre mir wohl auch so gegangen, wenn ich eine 5D gekauft hätte. Das ließ mich wohl auch so lange zögern, die zu kaufen.

Inzwischen ist der Kauf einer zweiteren Canon-Kamera kein Thema mehr: für Aufnahmen bei wenig Licht habe ich meine 30D, und um wieder nur mit einer Kamera loszuziehen, wartete ich auf fallende Preise der Nikon D3.

Das war, bis heute die Nikon D700 vorgestellt wurde.

Angekündigt mit einem unverbindlichen Verkaufspreis von 2.600 Euro.

Die Canon 5D wurde damals mit 3.600 Euro angekündigt. Die ersten wurden wohl etwas über 3.000 Euro verkauft.

Vielleicht startet die D700 mit 2.500 Euro und rund 1.000 Euro weniger als die D3 derzeit kostet.

So ein großer Unterschied ist das für mich allerdings nicht. Wenn es mir gelingt, genügend Geld für eine D700 zu sparen, wird es nur ein kleiner Schritt sein, das Geld für eine D3 aufzubringen. Zumal die Preise der D3 wohl stärker fallen werden (Vermutung einer D3x mit 16 oder 20 Megapixeln als neues Nikon Spitzenmodell).

Wenn eine D700 im Frühjahr vielleicht 2.000 Euro kostet, gibts eine D3 vielleicht schon für 2.500 Euro. (Vorigen Monat gab es schon einmal eine neue für rund 3.100 Euro. Meist kosten sie aber noch etwas über 4.000 Euro.)


[18:30]

Selbstverständlich kann ich wieder falschliegen, so wie bei meinen Vermutungen zum Preisfall bei der 5D.

Entscheident ist: sparen muß ich auf jeden Fall, ob ich nun die D3 oder die D700 kaufe.

Es kann allerdings sein, daß Quelle die D700 anbietet ... Aber vielleicht spare ich doch, um in bar zu zahlen, denn weder meine D200, noch meine 30D sind bereits abbezahlt.


[18:40]

Was wollte ich denn eigentlich schreiben?

Ich freue mich sehr über die Vollformat-Nikons. Zum derzeitigen Stand würde ich lieber eine D3 als eine D700 kaufen, auch wenn eine D3 mehr kostet.

Mit einer D700 hätte ich irgendwie eine Kamera wie die D200 in der Hand, weil ihre Gehäuse sehr ähnlich sind.

Würde wohl so ein eigenartiges Gefühl sein, wie mit einer Nikon D300: ich frage mich, wenn ich sie in der Hand halte, warum soviel Geld ausgeben, wenn sie sich so anfaßt wie meine D200.

Nicht zu vergessen: halte ich eine D200 oder eine D300 in der Hand, muß ich meine Finger "anschrägen", kann die Kameras irgendwie nur "unnatürlich" halten, so wie man in zu kleiner Kleidung eingeengt ist.

Außerdem hat die D700 ist ISO-Taste wieder oben wie die D200. Zum Verstellen des ISO-Wertes muß man die Handposition wechseln, kann den Schalter nur mit einer verkrampften Haltung drücken, wenn man die Kamera vor dem Auge hält. Bei der D3 dreht man den Daumen nur etwas nach unten, um den ISO-Knopf zu drücken.

Das ließe sich vermutlich in der Bedienung optimieren, zumal die ISO-Automatik sehr gut arbeitet. Stört mich beim Fotografieren eben, wenn ich einen ISO-Wert per Hand verändern will, daß ich ... Wenn schon eine neue und teure Kamera, mit der ich ja nie Geld verdienen werde, dann sollte auch das Problem schon gelöst werden.


[19:00]

Die D700 unterscheidet sich im Aussehen schon von der D200: durch das Vollformat ist der Sucherkasten höher.

Die D700 ist auch 165 Gramm schwerer. Das sind 20 Prozent mehr Gewicht als die D200.

Was mir an der D3 noch gefällt: der Sucher ist von der Rückwand abgesetzt, ragt hervor, so daß ich wohl nicht mehr mit meinem rechten Brillenglas an den rechten Daumen komme (schaue mit dem linken Auge in den Sucher). Allerdings nehme ich in letzter Zeit (zumindest, wenn ich in Kirchen bin und meine Augen nicht vor der Sonne schützen muß) meine Brille ab.

Mal sehn, wie sich die D700 wirklich in der Hand anfühlt... Am besten, ich verkaufe Canon 30D und Nikon D200, dann hab ich genug Platz für eine D700 - um beim Einkauf zu sparen - und eine D3, mit der ich dann "perfekt" fotografieren kann.

Ist eben einfach nur blöd, wenn ich überlege, eine neue Kamera zu kaufen und sie schon vor dem Kauf kritisiere. Das habe ich weder mit der D200 noch mit der 30D getan, obwohl beides keine "perfekten" Kameras sind, aber so wie sie waren im Verhältnis zum Kaufpreis und zu meinen vorherigen Kameras, waren und sind sie in Ordnung.

Ich habe den Kauf weder der D200 noch der 30D irgendwann einmal bereut, wenn ich von den schlechtem Rauschverhalten der D200 bei hohen ISO-Werten absehen, auf das ich nicht vorbereitet war, weil ich diesbezüglich mit den billigeren Vorgängern Canon 300D und Nikon D70 keine Probleme hatte.

Dafür bleibt die D200 aber kritiklos, wenn ich mit nierigen ISO-Werten fotografiere (die Bedienung der ISO-Taste mal ausgenommen), während ich bei Nutzung der 30D einige zu meckern habe, für sie bei hohen ISO-Werten aber keine Alternative habe.

Hätte ich in der dunklen Kirche Stankt Gotthardt mit der D200 (ohne Stativ) fotografiert, hätte ich die Bilder alle vergessen können, weil sie bei ISO 3200 unansehnlich geworden wären. Mit der 30D kein Problem.

Überhaupt will ich nichts gegen meine 30D sagen. Ich wünsche mir nur, daß meine Nikon so toll auch bei wenig Licht fotografiert.


[19:20]

Bin ich froh, mir keine D300 gekauft zu haben, um endlich eine Nikon zu haben, die mindestens so gut bei wenig Licht fotografiert wie eine 30D!

Hin und wieder hab ich daran gedacht, eine D300 bei Quelle zu bestellen. Und wenn es sie ohne Objektiv (nicht nur mit einem 18-200 VR) gegeben hätte, hätte ich ich sie wohl schon. Obwohl ich doch nicht mehr über Finanzierung einkaufen wollte. Aber auch bei mir ist das Fleisch schwach. Schwach und schwabblig.


[19:30]

Höre Pink Floyd. Jetzt ist es vorbei. Keine klaren Gedanken mehr. Nur noch Musik und Licht und ein darin schwebender Andreas.

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Mittwoch, 2. Juli 2008

[02.07.2008, mi, 8:55]

Ich bin von Lauf 445 zurück.

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Freitag, 4. Juli 2008

[04.07.2008, fr, 17:00]

Ob ich mir überhaupt noch einmal einen Fotoapparat kaufe, steht in den Sternen.

Diese ganzen "Planungen" sind doch nichts anders, als wenn jemand träumt, unbedingt einmal in seinem Leben einen neuen Mercedes-Benz sein Eigen nennen zu dürfen.

Nebenbei: ob ich in meinem Leben noch einmal ein eigenes Auto fahren werde, steht auch in den Sternen, denn die meiste Zeit würde es ohnehin nur stehen: in der Stadt brauche ich keine Auto, und für meine wenigen Fahrten ins Umland oder weiter, lohnt es sich nicht, jeden Monat Steuern, Versicherung zu zahlen, sich mit dem TÜV und Werkstätten zu ärgern usw. usw.

Außerdem hab ich auch gar nicht mehr das Geld, um eine große Reise zu unternehmen, egal mit welchem Verkehrsmittel.

Als ich Deutschland und Skandinavien bereiste, hatte ich sehr viel mehr Geld als jetzt, außerdem immer Begleitung, so daß sich meine Kosten halbierten oder mehr. Daß eine Individualreise vor 10 Jahren viel weniger als heute kostete, kommt hinzu.

Das beklage ich nicht, sondern stelle fest. Meine Reisen in die Stadt Brandenburg waren sehr schön und haben nicht viel gekostet.


[17:20]

Eigentlich wollte ich was anders erzählen, hab aber den Gedanken vergessen ...

Na ja, ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Vielleicht erinnere ich mich auch schon nur noch an das, was ich schon oft gedacht habe, während ich sehr schnell und dauerhaft das Neugedachten vergesse.

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Sonntag, 6. Juli 2008

[06.07.2008, so, 19:00]

Höre wieder Pink Floyd. Das ist ein Zufall. Hatte keine Ahnung, was meine letzter Tagebucheintrag war.

Letztens hörte ich nur die Musik von "Pulse", jetzt sehe ich die DVD.


[19:10]

Habe zwei Objektive gekauft:

Eigentlich wollte ich für meine Canon EOS 30D keine Objektive mehr kaufen, aber bis ich eine digitale Nikon haben, die mindestens so gute Bilder bei hohen ISO-Werten liefert wie die 30D, kann noch einige Zeit vergehen.

Die Auswertung der Fotos meiner jüngsten Aufenthalte in Brandenburg zeigen, daß das 50 mm nicht selten zu viel Brennweite hat, das 10-22 zu wenig und außerdem mit dem 18-55 mm zu lichtschwach ist.

Das 35 mm entspricht an der 30D 56 mm und ist damit fast ein Normalobjektiv. Außerdem ist es rund 150 Euro billiger als ein 28 mm 1.8.


[20:00]

Nicht selten entwickeln sich Dinge eben anders als gewünscht: wenn die Nikon D200 das Rauschverhalten wie eine Canon 30D hätte, hätte ich nie eine 30D gekauft. Dann hätte ich ein Nikkor 35 mm 2.0 statt eines Canon EF 35 mm 2.0 gekauft.

Letztendlich geht es mir darum, die Bilder meiner Wünsche zu machen. Wenn das mit der Nikon nicht geht, nehme ich die Canon. Deshalb hab ich die ja gekauft. Durch Wunschdenken wird die D200 nicht besser. Leider.


[20:10]

Auch wollte ich mein Geld sparen, bis ich eine Nikon D3 oder D700 habe. Aber soll ich mich wirklich bis dahin warten, bis ich bessere Bilder machen kann? Nein, hab ich keine Lust. Das EF 35 mm ist sozusagen eine Zwischeninvestion.

Die es auch ermöglicht, daß ich die nächste Fahrt nach Brandenburg nicht mit D200 und Stativ mache, sondern mit 30D und ohne Stativ, aber mit 35 mm 2.0.

Für Weitwinkelaufnahmen bin ich gut ausgerüstet, für Teleaufnahmen auch, aber nicht für Normalbrennweite, wenn wenig Licht ist.

Meine Aufnahmen von den Kirchen mit 50 mm gefallen mir, teilweise wäre mir mir nur etwas weniger Brennweite lieb. Das hab ich jetzt.


[20:45]

Jetzt brauche ich nur noch ein flaches Objektiv für die D200, vielleicht Festbrennweite 28 mm, damit ich mit der D200 mal losziehen kann, ohne immer irgendein langes Objektiv angesetzt zu haben - ist besser, wenn man nicht auffallen möchte: Kamera und Objektiv sind dann so flach, daß sie unter einer Jacke keine Beule rausdrücken und so gut versteckt werden können.

Bis jetzt hat es aber nicht geklappt. Mehrmals wurde ich mächtig überboten, teilweise in den letzten Sekunden. Ich hätte den Preis nicht gezahlt, war nur erstaunt, wie entschlossen einige sehr viel mehr als ich geboten haben.

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Montag, 7. Juli 2008 - 49. Geburtstag

[07.07.2008, mo, 8:00]

Heute hab ich meinen 49. Geburtstag!

Ich freue mich. Hab wieder viel geschafft, hatte viele schöne, glückliche Tag.


[10:00]

Danke an alle für die netten Glückwünsche!


[12:00]

Was mache ich so an meinem Geburtstag? Am heutigen hab ich meine Hose genäht. Sie war im Schritt durchgescheuert. Vorige Woche hatte ich sie schon mal repariert, aber offentlich nicht richtig. Sie war wieder eingerissen... Mühsame Arbeit.

Wenn Sie eine Frau haben, die sie lieben, geben Sie ihr nicht Ihre Hose, um im Schritt einen Flicken auszusetzen, sondern kaufen Sie sich lieber eine neue Hose.


[14:30]

Da hatte ich endlich mal wieder einige Seiten, sozusagen als Geburtstagsgeschenk, in Thomas Pynchon's "Gegen den Tag" gelesen und schon einen Albtraum.

Seite 333:

"Es kann nicht dieselbe Welt gewesen sein wie die, in der Sie sich jetzt befinden."

"Da sind Sie ja offenbar ziemlich sicher."

Der Cohen erklärte sich näher. "Überall um uns herum liegen lateral angeordnete Welten, andere Teile der Schöpfung, jede mit ihrem Kreuzungspunkten oder Transit-Übergängen von einer zur anderen, und sie können wirklich überall sein ... Eine ungeplante, in den gewohnten Fluß des Tage eingebrachte Explosion kann zuweilen ohne weiteres Übergänge woandershin öffnen ..."

Ich träumte während eines kurzen Mittagsschalfes, ich sei als Kurier angestellt und suchte die Zentrale auf. Aber wo die Zentrale gewesen war, ist ein anderes Büro, obwohl ich in derselben Straße, in derselben Etage, in denselben Räumen war, in der noch bei meinem letzten Besuch die Zentrale gewesen ist.

Ich frage die Anwesenden, was hier los sei. Niemand nimmt mich ernst. Ich sage, hier sollte doch die Zentrale des Kurierdienstes sein, war eben noch hier. Alle gucken mich an, als sei ich verwirrt.

Ich denke, so kommst du hier nicht weiter, lächle und sage: Ich hab wohl zeitweisen Alzheimer.

Alles ist wieder in Ordnung. Geschäftigkeit.

Ich wache auf.


[21:00]

Auf den ersten Blick scheint der Kauf eines neuen Canon-Objektives, obwohl ich plane, eine neue Nikon zu kaufen, unvernüftig.

Aber das Okjektiv kostete 220 Euro, die Kamera mindestens 2.000 Euro, und wenn es mir gelingt, durch das neue Objketiv den Nutzwert meiner 30D so sehr zu erhöhen, daß mein Interesse an einer neuen Kamera sinkt, wäre der Kauf des Objektives sehr vernünftig gewesen.

Nicht, daß ich mir keine Kamera mehr kaufen möchte, aber werden meine Bilder im Verhältnis zur Investion auch besser?

Daß eine Nikon D700 oder eine Nikon D3 meine Nikon D200 sowie meine Canon 30D ersetzt und nicht nur noch mit einer Kamera unterwegs sein werde, rechtfertigt wohl nicht die Ausgabe von 2.000 bis 3.000 Euro.

Ja, irgendwie behagt mir der Gedanke nicht, soviel Geld für eine Kamera, die außerdem noch sehr teuere Objektive braucht, um seine Leitung auszuschöpfen, auszugeben, weil ich einige Vorstellungen haben, wieviel Schönes ich mit über 2.000 Euro machen könnte.

Wenn es sein muß, werde ich eine neue Kamera kaufen. Aber vielleicht gelingt es mir, ohne eine neue Kamera die Bilder zu machen, die ich jetzt nicht machen kann , indem ich mein Fotografieren verändere.

Wenn es zu dunkel ist, kann ich vielleicht doch hin und wieder ein Stativ nutzen, obwohl das in Kirchen nicht gern gesehen und teilweise als professionell gewertet wird, was man nicht unentgeldlich gestattet.

Auch ist mein lichtstärkstes Objetiv eine Lichtstärke von 1,8. Durch den kauf eines Lichtstärke 1,2 würde ich rund eine halbe Blende gewinnen. Bei ISO 3200 ist das so, als würde man mit ISO 4000 fotografieren. Allerdings sind diese Objektive sehr teuer.

Wenn ich 1.000 Euro oder mehr für ein Objektiv ausgebe, nur um eine halbe Blende mehr nutzen zu können, kann ich auch eine neue Kamera kaufen, mit der ich bis drei Blenden gewinnen würde.

Also hab ich meine optimale Investionsgrenze mit den neuen Objektiv schon erreicht. Bliebe nur das Stativ. Oder nicht mehr in der Dämmerung zu fotografieren.

Zuerst werde ich sehe, wie sich das Canon EF 35 mm 2.0 auf meine Fotos auswirkt. (Das Objektiv ist zwar etwas lichtschwächer als das 50 mm 1.8, aber durch die geringere Brennweite kann freihand eine geringer Belichtungszeit nutzen. Außerdem ist mit das 50 mm nicht selten zu lang in der Brennweite am kleinen Sensor: aus 50 mm werden 80.)

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Dienstag, 8. Juli 2008

[08.07.2008, di, 8:40]

Gestern abend las ich in Johannes Mario Simmel "Die Antwort kennt nur der Wind", unter anderem auch eine Liebesgeschichte. (Das Buch lieh ich mir am 14. Juni 2008 in der Potsdamer Stadtbibliothek aus.)

Heute nacht träumte ich dann eine Verbindung aus Zeitreise und Liebesgeschichte.

Wenn es mehrere parallele Welten gibt, dachte mein Unterbewußtsein, dann kann ein Mensch einen anderen von einer Welt in die andere "schubsen" und so dessen Platz einnehmen.

In meinem Traum saßen eine Frau und ein Mann an einem Tisch, unterhielten sich. Die Frau interessierte mich sehr. Den Mann "schubste" deshalb in eine andere Welt und nahm seinen Platz ein.

Ob die Frau bei der Sache mitspielte oder ob sie einfach aufstand und ging, weiß ich nicht, weil ich aufwachte.

Vermutlich war mir die ganze Sache doch zu unheimlich, denn eigentlich glaube ich weder an Zeitreisen noch an parallele Welten.

Was auch immer Wissenschaftler ausgerechnet und bewiesen haben wollen - in der Praxis haben Zeitreisen noch nicht stattgefunden.

Nach meiner Auffassung wird das auch nie der Fall sein, weil ein Ort durch Länge, Höhe, Breite, Zeit definiert ist und die Zeit sich nur auf einer Uhr vor- und zurückstellen läßt, nicht aber tatsächlich, wie man sich in der Länge vor oder zurückbewegen kann.

In Gedanken kann ich eine Zeitreise unternehmen. Die findet dann in meinem Hirn statt. Aber tatsächlich kann ich nicht in meine Heimatstadt zur Zeit meiner Kindheit zurück.

Mein heutiger Traum zeigt wohl eine Ursache für den Wunsch nach Zeitreisen oder Reisen in eine parallele Welt, was irgendwie auch eine Zeitreise ist.


[19:00]

Im Briefkasten war die Benachrichtigung, Nachnahmesendung eingetroffen.

Morgen ab 9 Uhr kann ich mein Objektiv Canon EF 35 mm 2.0 von der Post abholen.

Werd ich wohl meine Canon 30D mitnehmen, um nach Empfang des Paketes gleich mal zu testen, wie ich mit dem Blickwinkel des "Normal"-Objektives zurechtkomme, auch wenn ich es am Tag nicht brauche, außer ich möchte nur mit einem leichten und flachen Objektiv losziehen.


[19:15]

Vorhin hab ich mit meinem Bruder telefoniert.

Auch er hat nicht die Nerven, gegen den Dickkopf unserer Mutter und die Feigheit unseres Vaters anzugehen, damit Mutter endlich zum Arzt geht und sich wegen ihrem hohen Blutdruck untersuchen läßt.

Sie sind beide alt genug und mündig, und wenn sie lieber warten, bis Mutter umfällt oder was weiß ich, dann sollen sie es tun.

Immer wieder von Mutter "Nein, ich geh nicht zum Arzt!" oder "Nein, ich nehm keine Tabletten!" zu hören und die Feigheit von Patoffelheld Vater sehen zu müssen, nervt gewaltig und ändert nichts.

Thema abgeschlossen.

Da konnte ich das erstemal, seit ich Donnerstag in Berlin bei den Eltern war, endlich wieder friedlich und lusitig schlafen.

Daß ich mir meinen Geburtstag versaut habe, weil ich immerzu an die Sache denken mußte, ist vergeben.


[21:00]

Offenzubleiben, bedeutet auch, eventuell doch noch eine Canon 5D zu kaufen.

Derzeit gibt es sie ab 1.700 Euro, damit ist die billigste Vollformat-Digitale. (Die Nikon D3 kostet derzeit ab 3.870 Euro, die Nikon D700 wird ab 2.600 Euro kosten.)

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Freitag, 11. Juli 2008

[11.07.2008, fr, 19:00]

Eine alte Freundin hab ich wiedergetroffen.

Vor rund 20 Jahren waren wir einige Zeit zusammen (mein Begrüßungsgeld habe ich versoffen, als ich mir ihr unterwegs war). Sie wohnt jetzt unweit meiner alten Wohnung (Zetkinstraße 17) und kann auf sie blicken.

Wie es ihr jetzt geht, weiß ich (noch) nicht - wir haben nicht miteinander gesproche -: damals war sie eine junge Frau, die sehr Bücher verschlungen und viele Männer vernascht hat.

War eine sehr nachhaltige Zeit mir ihr. Scheint mir, als wäre es gestern gewesen. Aber ich bin jetzt 50, damals war ich 30.


[19:45]

Heute dachte ich: schon lange fasziniert es dich, die Dunkelheit festzuhalten.

Auf meiner Seite "agte - Zu schreiben, fasziniert mich schon fast 30 Jahre" (neues projekt), zeige ich auch ein Foto: eine Nachtaufnahme, die ich vermutlich 1999 gemacht habe.

Damals noch mit einer analogen Kamera. Heute bin ich mit einer digitalen nachts unterwegs.

Schon einmal von der anderen Seite aufgenommen und veröffentlicht (test gestaltung tagebuch seite 2). Hier noch einmal, weil mir Motiv gefällt mir sehr:

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Samstag, 12. Juli 2008

[12.07.2008, sa, 9:45]

Die letzten drei Nächte habe ich fotografiert.

Nach Auswertung der Fotos dachte ich: eine Okjektiv Canon EF 24 mm 1.4 hilft mir nicht weiter, ebensowenig wie eine Kamera Canon EOS 5D, weil ich nur eine Bledenstufe gewinne (Objektiv), nicht aber an Bedienfunktionen (Kamera).


[10:15]

Als ich das heute nacht dachte, waren meine Gedanken komplexer und fühlten sich wie eine Erleuchtung an.

Inzwischen habe ich die Einzelheiten aber vergessen, nur abgespreichert: 5D und weiter Canon-Objektive vergessen, auf D3 oder D700 sparen.


[11:00]

Da muß ich zwar länger warten, bis ich fototechnische Fortschritte machen kann, erhalte aber mehr Potential: Belichtungskorrektur +/- 5 Stufen, ISO-Automatik.

Beides hab ich jetzt schon mit der Nikon D200 (mit der 30D bzw. 5D nur 2 Stufen, keine ISO-Automatik), aber eben leider ohne gute Qualität bei hohen ISO-Werten.

Im Grunde will ich durch den Kauf einer D3 oder D700 in einer Kamera verschmelzen, was ich jetzt in zwei habe, damit ich nur mit einer Kamera losziehen kann, nicht mit zweien oder je nach Aufgabe mit der einen oder der anderen.

Mit einer D3 oder D700 und meinem VR DX 18-200 mm bin ich vorerst gut ausgerüstet und kann vermutlich nachts bessere Aufnahmen als jetzt mit 30D und 35 mm 2.0 machen.

Ich meine, ich muß nicht gleich auch noch ein teures Objektiv kaufen, sondern kann zuerst ausprobieren, was die Kamera kann und womit sie wie klarkommt, welche Ergebnisse sie mit meinen FX- und DX-Objektiven liefert.

Ganz davon abgesehen: Nikkor 50 mm 1.4 (ab 280 Euro) oder 35 mm 2.0 (ab 285 Euro) sind deutlich billiger als ein VR DX 18-200 mm.

Auf meine DX-Objektive will ich aber nicht verzichten, um im DX-Format zu fotografieren, um nicht kleine nef-Dateien zu bekommen... Das sollte aber auch mit FX-Objektive gehen. So sollte ein 35 mm in FX 35 mm sein, in DX jedoch 52 mm.

Ein Nikkor 50 mm oder ein 35 mm brauche ich aber noch nicht zu kaufen, weil ich es wegen der schlechten Qualität der D200 bei hohen ISO-Werten nicht sinnvoll nachts einsetzen kann - auch mit einem lichtstarken Objektiv brauche ich ISO 3200.


[12:00]

Ich will mich nicht festlegen, bevor ich mit einer D3 oder D700 fotografiere.

Ein Sigma 30 mm 1.4 wäre vielleicht auch nicht schlecht für meine Nachtfotografie. Vielleicht reicht aber auch ein Nikkor 35 mm 2.0...

Nach den Test der letzten Tage habe ich festgestellt, es gibt zwei Arten von Nachtfotografie freihand: einmal die, die die Nacht darstellt, einmal die, die die Nacht ignoriert.

Die erste braucht gar nicht so hohe ISO-Werte (3200 bis 6400 sollten reichen), die zweite kann gar nicht genug davon bekommen.

Das folgende Bild zeigt das Motiv, wie es ist:

Nacht, normal

Ich habe mit 1/5 Sekunde bei ISO 3200 fotografiert. Mehr ist wohl freihand, ohne zu verwackeln, nicht möglich, auch wenn man kaum erkennt, was fotografiert wurde, aber ich wollte zeigen, wie dunkel es ist.


Das nächste Bild zeigt das Motiv aufgehellt, damit man erkennen ist, was man im ersten Bild mehr ahnt als sieht.

Das Bild ist unscharf, weil ich mit 1,6 Sekunde freihand belichtete.

Nacht, aufgehellt

Um hier mit 1/5 Sekunde belichten zu können, brauchte ich wohl nicht nur einen höheren ISO-Werte, sondern auch ein lichtstärkeres Objektiv.

30 mm 1.4 würde eine Blendenstufe bringen. Von ISO 3200 auf 25.600 wären 3 weitere.

Theoretisch sollten bereits 3 Blendenstufen höher reichen, um das erste Foto so hell wie das zweite zu machen, ohne länger als 1/5 Sekunde zu belichten. Aber wie sieht es aus bei ISO 12.800 (bei 30 mm 1.4) oder ISO 25.600 (bei 30 mm 2.0)?

Dieser Sachverhalt ließ mich einige Zeit experimentieren, um dann festzustellen: für die Art Nachtfotografie, die die Nacht zum Tag macht, reicht auch eine D3/D700 nicht weit, sondern nur ein Stativ, weshalb ich mich fragte, warum ich überhaupt eine D3/D700 kaufen sollte. Na ja, um zum Beispiel nicht mehr mit zwei Kameras unterwegs sein zu müssen (vor der Kirche D200, in der Kirche 30D), um endlich meine Nikon dort zu haben, wie ich sie schon immer haben wollte: nicht nur am Tage tolle Fotos, sondern auch in der Dämmerung und nachts.


[12:45]

Auch mußte ich feststellen, daß meine UF-Filter, mit denen ich die Frontlinse meiner Objektive schütze, Verspiegelungen, Phantomlichter auf den Fotos schaffen.

Weil es billige Filter sind?


[14:00]

Sehr gefeut hat mich, daß es eine weitere deutsche Website gibt, die sich mit Thomas Pynchon's "Against the Day" bzw. mit der deutschen Übersetzung "Gegen den Tag" auseinandersetzt: http://www.revierflaneur.de/2008/07/09/mittwoch-9-juli-2008-pynchon-i/.

Vielen Dank, lieber Revierflaneur, für Ihre netten, anerkennenden Worte zu meiner Person!

Viel Spaß weiterhin bei Ihrem ansprechenden und anspruchsvollen Projekt!


[15:30]

Wunschdenken.

Wie oft werde ich von ihm geleitet, rede mir Zusammenhänge ein, die nur aus ihm geboren sind.

Eine alte Freundin, Dorit, wollte, sagte sie damals, schon immer gern in Potsdam-West wohnen. Vielleicht hat sie sich nur mit mir eingelassen, weil ich in Potsdam-West wohnte und sie ausprobieren wollte, wie ihr, bevor sie in die Gegend zieht, ihr Orgasmus in Potsdam-West Spaß macht?

Eine andere alte Freundin, Dagmar. Mit ihr und ihrer kleinen Tochter Julia war ich eine kleine Familie. Nicht so in ihren Berichten später an ihre Tochter. Dort hieß es, ich sei nur der gewesen, der die Wohnung ausgebaut hat und dann nicht ausziehen wollte. Kein Satz davon, daß sie zuerst bei mit in der Jägerstraße gewohnt hat. Daß sie mich ausgesucht hat, um ihre Schwangerschaft durchzustehen und die ersten Monate mit ihrem Kind. Das könnte man doch sagen. Oder mir mitteilen, damit ich nicht als Trottel dastehe, wenn ich Julia schreibe.

Entscheident ist, daß auch die Tochter nicht an den wirklichen Geschehnissen interessiert sind. Ich meine, die Tochter wird ja wohl ihre Mutter kennen ... (oder hat sie auch schon "modifiziert"?). Zwei Worte im Internet, und schon ist man auf meiner Website gelandet.

Ich wünsche mir, daß es anders ist, daß ich erfahre, was aus "meiner" kleiner Tochter geworden ist. Immerhin bin ich der einzige Mann, der damals seine Hand abends auf den schwangeren Bauch legte und dem kleinen Menschen alles Gute wünschte.

Ich wünsche es. Den anderen ist es egal.

Wunschdenken.

Meins.


[18:00]

Wenn auch nachträglich, so doch von Herzen: Alles Gute zum 52. Geburtstag!

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Montag, 14. Juli 2008

[14.07.2008, mo, 16:00]

War heute rund 13 Kilometer zu Fuß unterwegs.

Und das nur in der Stadt. Kaum zu glauben, wie weitläufig Potsdam ist.


[16:45]

Hab das erstemal eine Nikon D3 in der Hand gehabt und einige Auslösungen gemacht.

Die D3 liegt besser in meiner Hand als eine Nikon D200, eine Canon 30D oder Canon 5D.

Daß es eine rund 4.000 Euro teure Kamera ist, fühlte ich jedoch nicht. In meiner Hand fühlte sie sich nur gut an, mit Objektiv weniger schwer als erwartet: ich hätte sofort zu einer Fotosreise aufbrechen können.

So groß und hell, wie viele schreiben, fand ich den Sucher nicht. Allerdings gucke ich auch mit ausgesetzter Brille durch den Sucher. (Ging mir übrigens auch schon so, als ich vor Jahren die Canon 5D testete.)

Vielleicht fahre ich morgen noch einmal zum Media-Markt, denn ein freundlicher, junger Herr sagte, hier könne man alles anfassen (wurde heute aus einer verschlossenen Vitrine geholt) und testen (kann meine Speicherkarte) mitbringen.


[17:00]

Die D3 hatte das neue Nikkor 12-24 mm angesetzt.

Hatte den Eindruck, die Linien stürzen weniger als beim 10-22 mm an meiner Canon 30D.

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Dienstag, 15. Juli 2008

[15.07.2008, di, 11:00]

Hab eben einige Aufnahmen mit einer Nikon D3 bei Kunstlicht gemacht und gespeichert, um sie zu Hause auswerten zu können.


[20:00]

Bei hohen ISO-Werten scheint Nikon endlich an die Qualität von Canon aufgeschlossen zu haben.

Trotzdem sollte man sich eine Nikon D3 nicht ausschließlich deswegen kaufen, weil man diese Qualität auch billiger bekommt, nämlich bei den schon in den Jahren gekommenen Canon 5D oder Canon 30D.

Wer aber sehr gern mit Nikon-Spiegelreflex-Kameras fotografiert und Nikons Philosopie mag, wird sehr glücklich mit der D3 werden, weil es Nikons erste "richtige" Digitale ist.


[20:30]

Ich bin unter anderem der Frage nachgegangen, welche Bildqualität die Nikon D3 liefert im Vergleich zur Canon 30D, mit der ich nachts oder in dunklen Kirchen fotografiere.

Konkret hieß das, Fotos vom gleichen Motiv der 30D bei ISO 3200 mit welchen der D3 bei ISO 4000 zu vergleichen, weil angezeigte ISO 3200 der 30D tatsächlich ISO 4000 sind (siehe entsprechende Test der 30D zum Beispiel bei dpreview.com).

Der Unterschied ist gering, die bessere Kamera wechselt. Mit Sicherheit läßt sich nur sagen: Nikon hat aufgeschlossen.

Die möglichen ISO bis 25.600 der D3 sehe ich eher als Versuch, Aufmerksamkeit auf eine neues Produkt zu lenken, wobei Fotos mit solch hohen ISO-Wert nicht unverwertbar sind, wenn ich sie im Internet verwende und nicht für große Ausdrucke brauche.

Zu mit ISO über 6400 aufgenommenen Bilder schreibt Nikon in der Bedienungsanleitung der D3 auf Seite 109:

Bilder, die mit diesen Empfindlichkeitsstufen aufgenommen werden, weisen oft Bildrauschen und Farbunreinheiten auf.

Teilweise sind sie sogar so ansehnlich, so daß ich beim Betrachten diese hohen ISO-Werte nicht vermutet hatte.

Mich interessiert jedoch, ob diese hohen ISO-Werte mir bei Fotos nachts oder in dunklen Kirchen helfen. Vermutlich nicht, denn wenn kein Licht mehr ist, kommt es auch nicht, wenn sehr lange belichtet wird oder kurz, aber bei sehr hohe ISO-Werten: die Bilder werden zwar heller, aber man sieht deutlich, daß Licht "herbeigezaubert" wurde, tatsächlich jedoch nicht vorhanden ist.

Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte ...

Zu Hause habe ich Licht simuliert so spärlich, wie es in einer dunklen Kirche scheint, in der ich mit 1/15 Sekunde bei Blende 2 und ISO 3200 (ISO 4000) fotografieren muß, um richtig zu belichten. Das Foto nach eine Belichtungskorrektur von +2 (zwei Blendenstufe zu hell, ausgehend von der optimalen Belichtung) wurde dann mit 1/4 Sekunde belichtet. Das Foto ist heller geworden, weil es mehr Licht bekommen hat, aber Einzelheiten sind nicht so deutlich geworden als wenn mehr Licht tatsächlich vorhanden gewesen wäre.

Ob ich nun statt mit 1/15 mit 1/4 Sekunde belichte oder den ISO-Wert um die entsprechende Blendenstufen erhöhe, führt zum selben Ergebnis, wenn ich das höher Bildrauschen und den stärkeren Hell-Dunkel-Kontrast einmal ausklammere.

Insofern sollte mir auch egal sein, ob man bis ISO 25.600 nutzen kann oder nicht. ISO 6400 bei guter Bildqualität sind schon sehr schön, wenn auch nur 2/3 Blendenstufe höher als ISO 4000, was ich mit meiner 30D bereits nutzen kann.

Na ja, egal ist es mir nicht, denn ein Stativ kann, darf ich nicht immer verwenden, wenn wenig Licht vorhanden ist.

Für meine nächtlichen Streifzüge wünsche ich mir eine Kamera, die trotz hoher ISO-Werten gute Bildqualität liefert, damit ich keine extreme Lichtstärke für Objektive brauche, sondern mit einem 2.8er losziehen kann. Mit solch einer flachen, nur vier Zentimeter hohen Festbrennweite kann ich die Kamera unauffällig unter der Jacke verbergen und bin einfach auch einer, der nachts aus der Kneipe kommt oder so, nicht einer, der andere Menschen beobachtet.

Das Problem ist leider sehr oft, daß andere Menschen sich einbilden, ich würde sie beobachten und dann teilweise aggressiv reagieren, obwohl ich an ihnen kein Interesse habe, nur die Nacht, die Häuser, die Straßen, schlafende Bäume festhalten will.


[21:30]

Den großen, von mir ersehnten "Knall" in der Bildqualität bei sehr wenig Licht wird es mit der D3 nicht geben: denn auch die D3 "zaubert" kein Licht herbei.

Davon abgesehen ist die D3 eine sehr schöne Kamera, die aus Sicht meiner Anforderungen keine Wünsche offenläßt.

Ich freue mich, daß Nikon "meine" Wünsche erhört hat.

Ob ich jemals eine D3 besitzen werde? Kann ich in die Zukunft blicken? Ich wollte aber auch einmal in Händen halten und ausprobieren, wovon viele Fotografen schwärmen.

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Mittwoch, 16. Juli 2008

[16.07.2007, mi, 18:00]

War wieder den ganzen Tag unterwegs.

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Donnerstag, 17. Juli 2008

[17.07.2008, do, 19:00]

Habe die Erlebnisse der letzten Tage verdaut und mich ausgeruht sowie einiges für meine nächste Reise nach Brandenburg ausprobiert.

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Freitag, 18. Juli 2008

[18.07.2008, fr, 19:00]

Ich bin zur Ruhe gekommen und finde wieder Muse, zum Beispiel an Jonathan Littell's "Die Wohlgesinnten" zu denken.

Der Roman hat mein Bild vom nationalsozialistischen Deutschland nachhaltig verändert, weil ich das erstemal fühlte, wie sinnlos diese ganze Führerscheiße war.

Aber was hätte der einzelne Mensch damals in einer von großen Teilen des Volkes unterstützten Dikatur tun können, wenn er selbst heute, da wir in einer Demokratie leben und Meinungsfreiheit verbrieftes Recht ist, machtlos ist? Was hätte er tun können, außer mitzuspielen und abzuwarten, bis die Lage besser wird?

Konsumenten haben Macht - Bürger auch?

Die Macht der Konsumenten ist begrenzt auf die Produkte, die sie nicht unbedingt brauchen. Oder kann ich etwas die Energiekonzerne durch Verzicht meine Wünsche aufzwingen?

Dann haben Bürger ja auch Macht. Indem sie den einen Politiker wählen, den anderen nicht - damit der dann die Politik des nichtgewählte umsetzt.

Vielleicht ist der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie nur der, daß ich in der Demokratie sagen darf "Deutsche raus aus Afghanistan!" ohne dafür erschossen zu werden.

Wobei ich mir nicht sicher bin, wie weit man als Bürger tatsächlich gehen kann, ohne Ärger verordnet zu bekommen.

Was ich hier schreibe, ist bestimmt egal. Was ist aber, wenn es mir gelingen würde, meinen Worten Einfluß zu geben?

Aber wer, der Einfluß ausüben könnte, sollte sich für das Thema interessieren?

Also geht es weiter, wie es immer gegangen ist: der eine hat Macht, die anderen folgen.

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Samstag, 19. Juli 2008

[19.07.2008, sa, 7:30]

Ich wache auf. Die Sonne lacht.

Ich mache mich fertig, um nach Berlin zum Dom und zur Museumsinsel zu fahren. (Reise nach Berlin.)


[8:26]

In der Straßenbahn löse ich einen Fahrschein "Tageskarte Berlin ABC" für 6 Euro 50.

Damit werde ich heute den ganzen Tag in Berlin unterwegs sein und auch wieder nach Potsdam kommen.

Wenn ich einen Euro siebzig zahlen muß, um von zu Hause in die Potsdamer Innenstadt fahren zu können, laufe ich liebe. Aber für 6 Euro 50 den ganzen Tag in Potsdam und Berlin unterwegs zu sein, ist ein sehr guter Preis.


[9:30]

Komme mit der S-Bahn am Hackeschen Markt an.

Eine Filiale der Bäckerei Kamps. Hier kann ich nachher ja was essen und sehen, wie Gülcans neue Familie Geld verdient.


[9:38]

Sehe den Berliner Dom. Das Wetter ist immer noch schön. Mache das erste Foto: der Berliner Dom.


[9:56]

Bin im Dom.

Im Dom war ich bereits einmal. Ist wohl ein oder zwei Jahre her.


[10:15]

Bin in der Hohenzollern Gruft.

Unter Gruft stellte ich mir bisher einen Raum unter einem Teil einer Kirche vor, in dem einige Särge stehen. So kannte ich es.

Die Gruft der Hohenhollern scheint sich unter dem gesamten Berliner Dom auszudehnen: unzählige Särge füllen eine riesige Halle, an die sich kleiner Grufte anschließen.


[11:30]

Verlasse den Berliner Dom und gehe zum Pergamon Museum.

Als Kind war ich das letztemal hier. Durch Peter Weiss's Roman "Ästhetik des Widerstandes" erinnerte ich mich.


[11:45]

Ist noch eine andere Ausstellung im Pergamon Museum. Viele Menschen stehen vor den Kassen.

Da hab ich aber jetzt keine Lust, mich anzustellen.

Ich gehe zurück zum Hackeschen Markt, um Mittag zu essen. Insofern hift Gülcan, den Umsatz zu steigern. Ohne sie hätte ich irgendwo eine Bockwurst gegessen.


[12:23]

Bin im Pergamon Museum.

Die Karte hätte 12 Euro gekostet. Eine für die gesamte Museumsinsel nur drei mehr. So eine nehme ich.


[13:50]

Bin im Bode Museum.


[13:55]

Bereits nach den ersten Fotos bin ich sehr stark beeindruckt!

Es ist, als würde aus den besten europäischen Kirchen das Beste in einem Museum ausgestellt!

Da reise ich von Kirche zu Kirche, und im Bode Museum scheint alles beisammen.


[15:05]

Ich bin erschöpft, werde nicht mehr alles ansehen können, schon gar nicht fotografieren.

Das ist sehr schade, denn in jedem Raum gibt es Wunderschönes.

Leider muß ich abbreche. Ich kann nicht mehr ruhig den Auslöser drücken, sehe nicht mehr deutlich genug.

Bin im Rausch. Kann nicht fassen, was ich alles hier sehe.

Hierher werde auf jeden Fall noch einmal kommen!


[15:26]

Bin in der Alten Nationalgallerie.

Imposante Ausstellung. Hauptsächlich interessieren mich aber die Bilder von Casper David Friedrich, von denen ich dachte, daß - von der Entfernung her gesehen - die ersten in Dresden ausgestellt sind.


[16:05]

Bin im Alten Museum.

Ägypten interessiert mich nicht besonders.


[16:10]

Hab das Alte Museum bereits wieder verlassen.

Hab nicht einmal ein Foto von der Nofrete-Büste gemacht.


[16:15]

Ich könnte ja noch die Dionsaurier angucken, denke ich.

Die sind auch gar nicht weit entfernt, erfahre ich, eine S-Bahnstation und zwei U-Bahnstationen, aber das Museum schließt 18 Uhr, ich habe keine Ahnung, wo es genau liegt, keinen Stadtplan dabei, und ich bin ziemlich erschöpft.


[16:30]

Deshalb besteige ein Fahrrad-Taxi und lasse mich zum Naturkunde Museum fahren.


[16:51]

Bin im Naturkunde Museum.

Viele Kinder umringen die Skelette der Dinosaurier.

So ein pflanzenfressender Dino war doch ganz schön groß!

Angaben zur Größe sind Zahlen, unter denen man sich nicht immer etwas vorstellen kann. Steht man jedoch daneben und muß den Kopf in den Nacken legen, um hoch oben den Kopf sehen zu können, denkt man: oh, ganz schön groß.

Die fleischfressenden waren zwar kleiner, die meisten aber hätten Menschen überragt, und wenn ich mir die Anatomie der Hinterläufe der Raub-Dinos ansehe: auf Jagd waren die bestimmt sehr schnell!


[17:16]

Habe das Naturkunde Museum verlassen.

Weiß jedoch nicht so recht, wie ich zur S-Bahn komme. Die letzten Meter der Fahrt hatte ich keine Ahnung, wo ich mich befinde.

Ich laufe einfach mal los.

Wo bin ich?

Es beginnt zu regnen. Aus dem Regen wird ein Schauer.

Keine Ahnung, wo ich bin. Nichts erinnert mich an etwas, woran ich mich orientieren kann. Kein Mensch auf der Straße. Nicht einmal ein Auto fährt an mir vorbei.

Es sieht es aus, als wenn kein Mensch hier wohnt. War das mal Grenzgebiet?

Mein Hemd ist durchgeweicht. Hoffentlich wird meine Fotoausrüstung nicht naß.

Wo bin ich hier nur? Völlig verständlich, daß ich hier noch nie war.

Ist das eine Zeitreise? Jagen mich jetzt gleich Dionos?

Durch meine Brille sehe ich nichts mehr, so stark ist der Regen. Wenn ich sie abnehme, sehe ich noch weniger.

Wann gibt es Brillen mit Scheibenwischer? Und vor allen Dingen eine Vorwarnsystem für Dinosaurier ...

Dann eine befahrene Straße. Wenig später die Friedrichsstraße, U-Bahnstation Oranienburger Straße.

Endlich bin ich zurück in der Gegenwart.

Oranienburger Straße kenne ich. Da sind wir eben auch an der Synagoge vorbei gefahren. Die golden glänzende Kuppel hab ich schon von der Kuppel des Berliner Doms gesehen und mich gefragt, was das ist.

Bis ich wieder am Hackeschen Markt bin, gib es mehrere Schauer, aber keine Dions mehr ...

Die S-Bahn fährt direkt bis Potsdam Hauptbahnhof.

Am Potsdamer Hauptbahnhof kommt gleich eine Straßenbahn bis Pirschheide, die mich bis fast vor die Haustür bringt.


[19:00]

Ich bin wieder zu Hause.


[19:30]

Nachdem ich mich frischgemacht habe, sichte ich meine heute gemachten Fotos. Es sind 604 (alle als RAW) mit einem Volumen von 4,58 GB.


[23:00]

Grandiose Fotos. Ein unbeschreibliches Abenteuer. Und eigentlich nur wenige Meter von zu Hause entfernt und doch ganz weit weg.

Ich gehe ins Bett.

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Sonntag, 20. Juli 2008

[20.07.2008, so, 19:00]

Die Idee, mit der D3 nur noch mit einer Kamera unterwegs sein zu müssen, wackelt seit gestern.

Im Bode Museum hatte ich beide Kameras um den Hals gehängt (Nikon D200 mit 18-200 mm, Canon 30D mit 10-24 mm), damit ich nicht zwei Runden im Haus drehen muß, sondern Weitwinkel- und Teleaufnahmen in einer Runde machen kann.

Wie würde ich das mit der D3 machen:

Wenn nur ein Objektiv: welches?

Ein 17-35 an FX entspricht 10-22 an DX, aber 22 mm sind teileweise zu weit, verzerren zu sehr, wenn nur ein Objekt abgebildet werden soll sozusagen bei einem Portrait.

Das VR 24-120 deckt einen guten Bereich ab, allerdings sind 24 mm zu lang.

Vielleicht aber auch nicht. Das kann ich tatsächlich erst herausfinden, falls ich einmal eine D3 besitze.

Und falls ich tatsächlich soviel Geld ausgeben konnte, wird sich auch das Objektiv-"Problem" lösen lassen.

Derzeit hab ich schon mal folgende FX-Objektive:

Eine gute Mischung zwischen Weitwinkel und Standard an der D3 wäre eine Festbrennweite von 35 mm.

50 mm wären wird wohl schon zu lang, wie ich durch mein 35 mm an der 30D festgestellt habe. 28 mm schon etwas zu weit, wie mir mein 18 mm an der D200 zeigt.

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Montag, 21. Juli 2008

[21.07.2008, mo, 10:00]

Da ich mich schon so viel mit der Nikon D3 bzw. D700 beschäftigt und über sie geschrieben habe, bin ich der Frage nachgegangen, ob meine Fotoreise am Samstag einfacher für mich gewesen wäre, ob die Fotos besser geworden wären und ob ich Fotos hätte machen können, die ich nicht machen konnte.

Schwierig zu machen waren einige Fotos in der Hohenzollerngruft, weil nur ein Superweitwinkel die Größe der Gruft zeigen kann. Diese Objektive gibt es aber nicht in hoher Lichtstärke, sondern ab 2.8.

Meins beginnt bei 3.5. Um die düstere Stimmung einzufangen, kein Problem, aber um optimal zu belichten, damit man Einzelheiten erkennen kann, mußte ich mit 1/5 Sekunde belichten (1/5 Sekunde, Blende 3,5, Brennweite 10 mm, ISO 3200).

Teilweise bin ich auf ein 35 mm 2.0 ausgewichen, aber bei 1/13 Sekunde (was ungefähr 1/5 bei 3,5 und ISO 3200 entspricht) hab ich leicht verwackelt. Die höher Lichtstärke wird sozusagen durch die längere Belichtungszeit "aufgebraucht". (Das Bild bei 1/5 und 10 mm ist übrigens nicht verwackelt.)

Mit einer D3 bzw. D700 hätte ich diese, vielleicht 10 von 604 Aufnahmen besser machen können. Und vermutlich auch mehr dieser Art gemacht.


[10:30]

Gerade sehe ich, einige Aufnahmen habe ich mit 1/3 Sekunde belichtet. Die sind jedoch teilweise leicht verwackelt, scheinbar abhängig davon, wie weit ich entfernt war.

Mit Brennweite 22 mm und 1/3 Sekundde verwacklungsfrei ohne Stativ aufgenommen, geht vielleicht auch gar nicht.

Wenn ich mit der D3/D700 den ISO-Wert um zwei Blendenstufen erhöht hätte (von 3200 auf 12.800), hätte ich statt mit 1/3 Sekunden mit 1/12 fotografiert. Damit wären die Fotos wohl nicht verwackelt.

Wobei die 1/3 Sekunden noch zu lange gewesen sind. In der Bildbearbeitung muß ich die Fotos um mindestens eine Blendenstufe aufhellen, um die Einzelheiten deutlich zu sehen.

Insofern war es hier sehr dunkel, und eigentlich hilft auch hier wieder nur ein Stativ weiter. Alles andere bewegt sich an der Grenze des Machbaren, entweder zum Verwackeln wegen zu langer Belichtungszeit oder zum Unansehelichen wegen zu hohe ISO-Werte.

Der Gedanke, in einer Gruft ein Stativ aufzustellen, erschreckt mich. Vermutlich würde ich das nie tun. Davon abgesehen, ob ich das Amateur überhaupt dürfte.


[11:20]

Es sieht so aus, als wenn ich mit einer D3/D700 nicht wesentlich besser ausgerüstet gewesen wäre.

Irgendwie freut mich das. Da kann ich doch ganz fröhlich zur nächsten Fotoreise aufbrechen, ohne vom Gedanken "untermotorisiert" zu sein, gestört oder gar abgehalten zu werden.

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Dienstag, 22. Juli 2008

[22.07.2008, di, 19:00]

Das Objektiv Sigma 30 mm 1.4 soll in der zweiten Generation gut sein. Allerdings ist es ein DX-Objektiv.

Es könnte als Zwischenlösung dienen (ist nicht viel teurer als das Canon 35 mm 2.0) und mir an der 30D etwas weniger Brennweite als 35 mm und eine Blendenstufe mehr als 2.0 geben.

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Mittwoch, 23. Juli 2008

[23.07.2008, mi, 15:00]

Eigentlich bin ich gut mit Kameras und Objektiven ausgerüstet.

Daß ich dafür mit zwei Kameras auf Fotoreise gehe, ist vielleicht nicht sehr komfortabel, aber praktisch.

In einem Fotoforum schrieb jemand, er mache hauptsächlich Reportagen und sei immer mit zwei Kameras unterwegs, damit er nicht laufend das Objektiv zu wechseln brauche. Eine Nikon D3 käme für ihn deshalb schon wegen des hohen Gewichts nicht in Frage (wenn ich richtig verstanden habe, ist er jetzt mit zwei D200 unterwegs, dann würde er also zwei D3 tragen müssen, die ja ungefähr drei D200 entsprechen).

Meine Idee, durch den Kauf einer D3, nur noch mit einer Kamera unterwegs sein zu müssen, geht nur insofern auf, daß ich nicht mehr zwei Kameras brauche, weil ich mit einer am Tage und bei Dämmung fotografieren kann (nicht mehr Nikon D200 am Tage, Canon 30D Dämmerung und nachts). Dann müßte ich jedoch auch laufend die Objektive wechseln (nicht mehr D200 18-200 mm, 30D 10-22 mm).

Im Bode Museum war es sehr praktisch, mit beiden Kameras und verschiedenen Brennweiten gleichzeitig unterwegs zu sein, weil ich in einem Rundgang Fotos der ganzen Räumen (30D, 10-22) und von einzelnen Exponaten (D200, 18-200) machen konnte.

Was würde ich denn tun, wenn ich eine Nikon D3 hätte? Vermutlich würde ich sie statt der D200 mitnehmen - und dann laufend zwischen Normal- und Weitweinkel-Objektiv wechseln?

Das ist der Nachteil meine mit der Zeit und entsprechend meinen Anforderungen gewachsenem Fotografiersystem: eine neue Kamera erhöht optimiert es nicht zwangsläufig, macht es vielleicht sogar uneffektiver.

Ein Objektiv 24-70 mm an der D3 würde mir zwar mehr Blickwinkel als ein 18-200 mm an der D200 geben (auf Kleinbild umgerechtet: 24 zu 27 mm), aber nicht die 16 mm (umgerechnet auf Kleinbild) des 10-22 mm an der 30D erreichen.

Wenn ich nur die D200 und 18-200 hätte, wäre D3 und 24-105 eine Blickwinkelerweiterung, aber so (von der 30D und 10-22) betrachtet, eine Verringerung.

Deshalb bringt mich eine D3 (oder D700) allein nicht weiter, nur in Verbindung mit der 30D und 10-22. Oder ich müßte der D3 ein Weitwinkel spendieren und dann aber trotzdem mit D200 und 18-200 und D3 und 12-24 losziehen.

Richtig interessant wird es für mich erst, wenn ich eine D3 und ein 16 bis (mindestens) 80 mm hätte. Damit hätte ich Weitwinkel wie bisher abgedeckt und leichtes Tele.


[19:00]

Bereits gestern war ich am Neuen Palais (Park Sanssouci), um zu fotografieren. Leider war geschlossen.

Ist nicht schlimm, dachte ich mir, wohnst ja gleich um die Ecke.

Heute war geöffent, allerdings durfte ich nicht fotografieren.

Das hat man mir jedoch erst gesagt, nachdem ich die Eintrittskarte bezahlt hatte. Dabei hing bereits an der Kasse meine Kamera vor meinem Oberkörper.

Kein Hinweis an der Kasse. Kein entsprechendes Wort der Kassiererin.

Selbstverständlich hätte ich keine Eintrittskarte gekauft, wenn ich gewußt hätte, daß ich nicht fotografieren darf.


[19:15]

Im Internet lese ich, man nimmt sich das Recht als Stiftungseigentümer heraus, Fotografieren in den Räumen zu verbieten.

Dabei ist die Stiftung zum großen Teil in öffentlicher Hand. Wird also auch von meinem Geld bezahlt.

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Freitag, 25. Juli 2008

[25.07.2008, fr, 9:30]

Quelle bietet Canon EOS 5D mit Objektiv 24-105 mm für 2.699 Euro an (rund 270 Euro mehr als das günstigste Angebot) sowie ohne Objektiv für 2119 (rund 440 Euro mehr als das günstigste Angebot).

Ist das verlockend!

Denn wer weiß, wann ich soviel Geld gespart habe, bis ich eine 5D oder D3 oder D700 in bar bezahlen kann.

Und monatlich 58 Euro mehr (48 Monate für die 5D ohne Objektiv) könnte ich locker bezahlen.

IST DAS VERLOCKEND!


[10:00]

Die Rate für eine 5D und 24-105 (74 Euro für 48 Monate) könnte ich auch noch bezahlen!

Der Blickwinkel von 24 mm sind zwar kleiner als der von 16 mm, aber 24 mm an Vollformat verzeichnet weniger und läßt sich wohl so gut (oder schlecht) einsetzen wie 18 mm am Crop-Sensor.

(Bei meinem Test der D3 mit 14-24 verzeichnete die 14 mm der D3 weniger als die 10 an der 30D, obwohl größer vom Blickwinkel: 14 zu 16 auf Kleinbild berechnet. Vermutlich liegt es daran, daß die Verzeichnung nicht mit dem Blickwinkel, sondern mit der Brennweite zu tun hat. Ein Vollformat-Sensor ist für Weitwinkelfotografen vorteilhaft.)


[12:50]

(Inzwischen hab ich die Luft in der Wohnung herabgekühlt. Entsprechend weniger heißblütig bin ich selbst.)

Wenn ich für 74 Euro 48 Monate lang für eine vor fast drei Jahren auf den Markt gekommene Canon EOS 5D (plus Objktiv) bezahlen kann, dann sollten auch 115 Euro 48 Monate lang für eine Nikon D3 (ohne Objektiv) möglich sein.

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Sonntag, 27. Juli 2008

[27.07.2008, so, 19:00]

Heute hab ich einige Fotos mit einer Nikon D700 bei Nacht gemachten Fotos heruntergeladen (leider nur JPG, keine NEF).

Das Licht während der Fotos läßt sich mit dem während meiner nächtlichen Fotoreisen vergleichen: dunkel, Licht nur hin und wieder durch Straßenlaternen oder Leuchte vor Häusern.

Die Bilder mit der D700 sind leider sehr entrauscht und damit verwaschen. Die von mir mit der 30D gemachten Fotos gefallen mir besser.

Ich denke, wenn ich in ein lichtstarkes Canon-Objektiv investiere (zum Beispiel 24 mm 1.4), werde ich besseren Nachtfotos näherkommen als mit dem Kauf einer Nikon D3 oder D700.

Leider, denn gern hätte ich mir eine neue Kamera gekauft.


[21:30]

Die höheren ISO-Werte neuer Nikon-Kameras werden durch weniger lichtstarke Objektive "aufgezehrt".

Nikkor 24 mm 2.8 statt Canon EF 24 mm 1.4; Objektive mit Brennweite 50 mm kommen nicht in Frage, weil die längere Brennweite eine längere Belichtungszeit erfordert, um die Aufnahme nicht zu verwackeln.

Außerdem, und das spricht generell gegen Vollformat-Kameras, haben Objektive keine Brennweitenverlängerung mehr, weshalb ich statt eines Objektives mit 24 oder 28 mm Brennweite eins mit 35 mm nutzen muß, womit ich eine längere Belichtungszeit nutzen muß, ohne daß das Foto eine Aufnahme mit längere Brennweite zeigt.


[22:00]

Allmählich glaube ich, meine Vermutung ist richtig, Nikon hat hat das Canon-Geheimnis rauscharmer Fotos bei hohen ISO-Werten nicht entschlüsselt.

So bieten (derzeit) Nikon-Kamera zwar höher ISO-Werte zur Nutzung an (wer weiß, wie es nach Erscheinen neuer Canon-Kameras aussieht), entrauschen aber stark, so daß ich lieber mit meiner Canon 30D nachts bei ISO 3200 (tatsächlich ISO 4000) fotografiere und nicht oder sehr wenig entrauschen muß, als mit ISO 4000 oder höher mit einer D3 oder D700 und stärker enträuschen muß.

Sieht fast so aus, als würde meine nächste Kamera eine Canon sein, obwohl ich lieber mit Nikons fotografiere. Aber beim Fotografieren geht es zuerst um Fotos, dann um Handhabung einer bestimmten Kamera.

Außerdem ist ein neues (lichtstarkes) Objektiv billiger als eine neue Kamera.


[22:15]

Allerdings möchte ich auch gern mit Vollformat fotografieren, um meinen Fotos mehr "Futter" zu geben.

Dann wird meine nächste Digitale eben die neue 5D ...

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Montag, 28. Juli 2008

[28.07.2008, mo, 19:00]

Canon 5D mit 24-105 mm bei Quelle: eben noch NEU, jetzt schon AUSVERKAUFT.

Ohne Objektiv ist die 5D noch zu haben. Aber rund 440 Euro teuer als das billigste Angebot plus Zinsen - das ist ganz schön heftig.

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Mittwoch, 30. Juli 2008

[30.07.2008, mi, 9:30]

Die letzten Tage waren es meist 35 Grad Celsius im Schatten. Kein Wetter, bei dem ich gern das Haus verlasse.

Als es gestern nicht mehr ganz so heiß war und abends nur noch 31 Grad in Schatten, ging ich abends in den Park und fotografierte.

Heute wollte ich noch einmal los, um nach Abendstimmung, Morgenstimmung einzufangen. Aber plötzlich ist es so stark bewölkt, daß man die Sonne nicht sieht.

Daß es nur noch 24 Grad sind (und auch noch in der Sonne, die jedoch nicht scheint), ist angenehm. Zum Fotografieren brauche ich jedoch nicht loszugehen.


[10:00]

Neulich in einem Forum für Fotografie las ich als Antwort auf die Frage, welche Kamera (Nikon x oder Canon y) man kaufen sollte: sieh dir die Objektive an, dann weiß du es.

An eine Crop-Digitalen, mit der ich nachts unterwegs bin, wäre ein lichtstarkes Objektiv mit 24 oder 28 mm (auf Kleinbild umgerechnet: 36/38 oder 42/45 mm) nützlich.

Nikon bietet 2.8 als höchste Lichtstärke, Canon 1.4 bzw. 1.8 an.

An einer Vollformat-Digitalen würde ich dann ein 35 mm ansetzen. Hier biete Nikon 2.0, Canon 1.4.

Der Unterschied zwischen 2.8 und 1.4 sind zwei Blendenstufen.

Wenn ich mit der Canon 30D bei ISO 3200 fotografiere, bräuchte ich bei der Nikon D200 12.800.

Oder: mit der 30D schaffe ich, wozu ich bei der D3 oder D700 12.800 brauche. Nur: nachts ISO 3200 sind bei der 30D ansehnlich (meist entrausche ich nicht einmal, verkleiner das Bild nur), nachts ISO 12.800 an der D3/D700 weniger als eine Notlösung.

Bei Brennweite 50 mm ist der Unterschied nur zwischen 1.2 (Canon) und 1.4 (Nikon) und kann vernachlässigt werden. Allerdings sind 50 mm meist schon zu lang, 35 mm, also leichtes Weitwinkel, optimal.

Da würde ich also eine teuer Kamera kaufen (D3/D700), aber nicht für meine Anwendungen passenden Objekive finde.

Oder anders: für rund 1.200 Euro gewinne ich mehr bei Canon (EF 24 mm 1.4 für 30D) als für ab 2.500 Euro (D700) bei Nikon, auch wenn bei 28 oder 35 mm der Unterschied nur eine Blendenstufe beträgt.

Oder noch anders: ich kaufe mir eine Canon 5D, habe die gleiche oder etwas bessere Qualität bei ISO 3200 (ISO 3200 der 5D müssen mit ISO 4000 der D3 verglichen werden) und mit meinen EF 35 mm 2.0 und EF 50 mm 1.8 bereits zwei gute Einstandsobjektive.

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