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[01.10.2007, mo, 15:00]
Heute bin ich mit einem "Meister" wieder einmal Bus gefahren.
Den Busfahrer, bei dem ich mein Praktikum begann (und der auch schon Busse nach Afrika überführte), nennen er und ich "meinen Meister". Heute habe ich ihn wieder begleitet. Wir fuhren von Potsdam nach Caputh/Ferch und zurück.
Er arbeitet inzwischen für einen anderen Unternehmer. Viel besser ist die Arbeit aber nicht geworden. Zwar arbeitet er zur Zeit nur von 5 bis 14 Uhr bzw. von 14 bis 23 Uhr, nicht mehr von 5 bis 19 Uhr, aber das Fahren und Kassieren selbst ist noch ebenso ermüdend, um nicht abstumpfend zu sagen, und die Busse sind auch wieder alte Krücken.
So schnell werde ich die letzten Fahrten während meines zweiten Praktikums nicht vergessen, mit einem Bus, dessen Luftfederung kaputt war: auch auf ebener Straße schwankte das Fahrzeug hin und her, so stark, daß ich abends seekrank im Bett lag und lange nicht einschlafen konnte. Das ging rund eine Woche so, weil ich immer wieder im selben Bus fuhr.
Das wunderte mich damals sehr, denn vorher bekam ich fast jeden Tag einen anderen Bus zugeteilt. Nicht so beim "Schiffs"-Bus - den fuhr ich immer und immer wieder.
Fast eine Woche nach meiner letzten Fahrt war ich noch seekrank, was mich verzweifeln ließ, weil ich glaubte, ich würde dieses Schwanken für immer im Kopf behalten.
[02.10.20007, di, 10:00]
Seit 21. September 2007 versucht man, mich in einen sogenannten 1-Euro-Job zu vermitteln, aber, obwohl ich alle Termine wahrgenommen habe, werde ich erst heute meinen ersten Arbeitstag haben: Unterhilfsbetreuer in einer Heim für betreutes Wohnen.
[14:30]
Verlasse das Hause, um zur Arbeit zu fahren.
[15:00]
Anfang Arbeit.
[19:00]
Ende Arbeit.
[19:30]
Bin wieder zu Hause.
[03.10.2007, mi, 11:00]
Die Sonne scheint, aber ich werde zu Hause bleiben, um meine gestrigen Erlebnisse zu verarbeiten und sie nicht mit neuen zuzudecken.
[05.10.2007, fr, 19:45]
In den letzten Jahren hat sich die FAZ inhaltlich immer mehr den anderen Zeitungen angepaßt. Ab heute sieht sie auch so aus: zu meiner FAZ-Seite, die ich anlegte, um meine ehemals warmen Gefühle für diese Zeitung festzuhalten - FAZ.
[10.10.2007, mi, 12:00]
Grippeschutzimpfung erhalten.
[20:50]
Sehe eben nach langer Zeit wieder einmal den Film "Arizona Dream", den ich damals oft mit Esra gesehen hatte, weil sie ihn auch sehr toll fand.
Während eines Kinobesuches hab ich mit einem Diktiergerät den "Film" sogar mitgeschnitten (siehe Eintrag im Tagebuch vom 24.12.2003).
[21:30]
"Apocalypse Now" - The Doors "The End".
[11.10.2007, do, 12:30]
Meine Eltern haben mich besucht und ein Federbett, ein Kopfkissen und Bettwäsche vorbeigebracht.
Wir haben seit Sommer 2006 nicht mehr gesehen.
[12.10.2007, fr, 13:15]
Heute bin ich vom Haus der Wirtschaft (Nähe Hauptbahnhof Potsdam), wo ich freitags immer zu einem Lehrgang muß, nach Hause zu Fuß unterwegs gewesen.
Danach hat mich erstaunt, wie sehr mich der nur fünf Kilometer lange Marsch entspannt hat: einfach nur einen Fuß vor den anderen setzen, Gedanken kreisen lassen, und genießen, wie das Blut durch den Körper strömt, Ärger weg- und Freiheit heranspült.
[15.10.2007, mo, 16:30]
Mein Einsatz als Unterhilfsbetreuer in einer Heim für betreutes Wohnen ist bereits wieder zu Ende, obwohl er bis März 2007 dauern sollte.
Warum, kann ich nicht sagen, weil man mir keinen Grund mitteilte.
[23.10.2007, di, 10:45]
Seit einigen Tagen hab ich wieder Probleme mit meinem rechten Zeh.
Diesesmal ist nicht ein falsch abgeschnittener Nagel ins Fleisch gewachsen, sondern ich hab beim Abschneiden von überstehender Hornhaut etwas vom Zeh entlang des rechten Nagelbettes abgeschnitten.
Die Stelle wird also bei jedem Schritt bewegt und verheilt sehr schlecht. Ich hoffe, ich muß nicht wieder zu einer Zeh-OP.
Nicht, weil die OP schlecht verlaufen wäre oder der Zeh sich danach nicht gut erholt hätte, sondern weil die ganze Sache aufwendig und langwierig ist (hin und her zum Arzt, Termin holen, OP durchführen, Verdände wechseln) und mich einige Zeit behindern wird.
[25.10.2007, do, 18:00]
Ich hab mich verliebt: in die Kombination aus einer digitalen Spiegelreflexkamera Nikon D40x und einem Objektiv Nikkor 18-200 mm VR.
War heute im Media-Markt im Stern-Center und hab mir einige Kameras und Objektive angesehen. Dabei hat es mir eine D40x und ein 18-200 VR so sehr angetan, daß ich beides sofort bestellen möchte.
Eine D40x hatte ich beim letzten Besuch schon einmal ausprobiert, aber nur mit einem Objektiv 18-55 mm. Da hat sie mich nicht überzeugt, weil ich nicht so recht wußte, wie ich sie halten sollte.
Die D40x mit 18-200 VR liegt jedoch sehr gut in der Hand. Vor allen Dingen hat mich die Vibrationsreduzierung des Objektives überzeugt.
[26.10.2007, fr, 16:17]
Habe eben bei Quelle ein Objektiv Nikkor 18-200 mm VR bestellt. Es soll bis Mitte nächste Woche geliefert worden sein.
Damit hab ich mich - wieder einmal - vernüftig entschieden, mich nicht meiner Verliebheit hingegeben. ;-))
Die Beschreibung meiner inneren Kämpfe von gestern nachmittag bis kurz vor der Bestellung, schenke ich mir, denn im Kern unterscheiden sie sich nicht von denen in ähnlichen Situationen.
[17:00]
Anfügen möchte ich aber eine heute gemachte Entdeckung: die "echte" Spiegelvorauslösung der Nikon D200.
Bisher fotografierte ich immer mit der Spiegelvorauslösung, die im Individualmenü ein- und ausgeschaltet wird und bei der die Auslösung 0,4 Sekunden nach dem Hochklappen des Spiegels erfolgt.
Erst heute, obwohl ich meine D200 schon rund ein Jahr nutze, oft auch mit Spiegelvorauslösung, und nicht selten im Handbuch nachlese, habe ich erfahren, daß die D200 auch eine Spiegelvorauslösung hat, der der man den Abstand zwischen Spiegelhochklappen und Auslösen selbst bestimmt (wie es sie ausschließlich bei der Canon 30D gibt).
Testausnahmen mit den drei verschiedenen Auslösungsarten (Mup, S, S + 0,4) zeigte: mit "echte" Spiegelvorauslösung werden die Fotos deutlich schärfer als mit beiden anderen, wobei der Unterschied zwischen Auslösungen ohne Spiegelvorauslösung und mit einer Verzögerung von 0,4 Sekunden weniger deutlich war.
[27.10.2007, sa, 10:30]
Heute las ich wieder einmal in Thomas Pynchon's "Mason & Dixon".
Als ich im dreizehnten Kapitel der deutschen Übersetzung
Die Sterne verwirbeln in die Schwärze der gezackten, steilen Hügel, welche ...
las, dachte ich "die", weil es heute Mode zu sein scheint, statt "Hügel, die ...", fast schon zwanghaft "Hügel, welche ..." zu schreiben, nicht nur in Internet-Foren, sondern auch in angesehenen Zeitungen, und ich diese künstliche Veraltung, Aufschwämmung hasse.
Aber, dachte ich, als ich schon in der Mitte des nächsten Satzes war, entscheidend ist, was der Autor geschrieben hat, und las:
The Stars wheel into the blackness of the broken steep Hills guarding the Mouth of the Vally.
Tja, und ich las den nächsten Satz:
Fog begins to stir against the Day swelling near.
der mit
Gegen den heransteigenden Tag beginnt sich Nebel zu regen.
übersetzt wird.
Nun ja, um richtig alt zu wirken, sollte aber übersetzt werden:
Nebel beginnt sich zu regen gegen den Tag, welcher sich nähert.
Denn wenn "Hills guarding the Mouth of the Vally" als "Hügel, welche den Eingang des Tals bewachen" übersetzt wird, dann liegt es doch nahe, "Day swelling near" mit "Tag, welcher sich nähert" einzudeutschen, oder?
[18:45]
Wie auch immer.
Hab in einigen Büchern von Karl May gelesen, die ich im Antiqua-Text der Ausgabe letzter Hand besitze.
Wenn schon "alte" Texte, dann doch bitte authentische.
Ganz davon abgesehen, lese ich den warmherzigen Schriftsteller Karl May gern, weil er sich für das Gute in der Welt einsetzt, das Böse bekämpft und mich außerdem durch sein weitausholendes Erzählen an meine sächsische Kindheit erinnert.
[28.10.2007, so, 8:35]
Hab von gestern 23 Uhr bis heute 8 Uhr 50 Sommerzeit geschlafen, also rund 10 Stunden.
Hatte die ganze Nacht das Fenster weit geöffnet und wurde deshalb von kühler, nebliger Luft umströmt, fast so, als würde ich im Schlafsack draußen in der Natur liegen.
[31.10.2007, mi, 17:00]
Heute war schönes Herbstwetter. Schade, daß mein Objektiv Nikkor 18-200 mm VR gestern nicht angekommen ist.