Home


Lance Armstrong "Tour des Lebens" - Gedanken, Anregungen

[26.07.01]

Was Lance schrieb, hat mich teilweise zu Tränen gerührt, nicht nur, was er über seinen Kampf gegen den Krebs schrieb.

Allerdings hatte ich nach den Interviews, die ich mit ihm gehört hatte, einen besseren Schreibstil erwartet.

Außerdem etwas zum Umstellen seines Fahrstils. Vor dem Krebs wog er 80 Kilo und fuhr sehr auf Kraft. Nach dem Krebs wog er etwas über 70 Kilo (zur Tour 2001 ging er mit 67 Kilo an den Start) und fuhr mehr auf Drehzahl, das heißt auf Trittfrequenz.


[28.07.01]

Ich zitiere einige Stellen aus Lances Buch (Paperback von Bastei Lübbe), die mich angeregt haben:

"... gegen acht verließ ich das Haus ... zum Training. Meistens fuhr ich bis zum Mittagessen, so um drei Uhr nachmittags. Wenn ich dann heimkam, ging ich unter die Dusche und legte mich bis zum Abend hin. Dann stand ich wieder auf, wog meine Nudeln ab und aß ... zu Abend."

Heißt das, Lance aß nach dem Training nichts, legte sich hin und aß erst zum Abend?

"Sonst unternahmen wir nichts. Wir gingen nicht aus, wir aßen und legten uns schlafen, damit ich am nächsten Morgen wieder fit fürs Training war. Das war monatelang unser Leben. Kiks Freundinnen sagten manchmal: 'Oh, du wohntst in Südfrankreich, wie aufregend.' Sie hatten keine Ahnung." (Seite 259)

Auf Seite 257 schreibt er über seine Leben vor der Tour 2000:

"Alles, was ich tat, hatte ein Ziel. Kik (seine Ehefrau) lebten tagaus tagein nur noch für zwei Dinge: die Tour de France und ein gesundes Baby. Alles andere war zweitrangig, eine überflüssige Ablenkung. In unserer Hingabe an diese beiden Ziele lag auch eine Art Frieden."


[30.07.01]

Nach der Berliner Morgenpost vom 30.07.01, Seite 12, ist Lance Armstrong 1,77 groß (im Buch habe ich keine Angabe dazu gefunden).

Nach der Welt vom 30.07.01, Seite 9, verdient er 8 Millionen Dollar im Jahr. Sein Buch verkaufte sich in Amerika und Europa 1,9 Millionen Mal.


[21.03.2013, do, 21:30]

Der größte Doping-Sünder wird er genannt. Ob er es tatsächlicht ist, wird man wohl nie erfahren. Für mich bleibt er der erfolgreichste Radsportler.

Doping dageben sehe ich als ein Hirngespinst, weil jemand scheinbar nach Belieben festlegt, welche Substanzen verboten sind und ihre Einnahme deshalb Doping ist.

Ein andere jemand könnte ein Jahr später dieselbe Substanz wieder von der Liste nehmen, und schon könnte sie jeder einnehmen, ohne wegen Doping verfolgt zu werden.

Diese Ansatz ist für mich hirnrissig. Wird aber nicht nur im Sport praktiziert: eben ist man ein Held, etwas später wird man vor Gericht gestellt. Geht selbstverständlich auch andersherum.

Wenn man Doping wirklich abschaffen wollte, müßte man den Kapitalismus abschaffen, auch in den Köpfen.

Nicht, daß ich ungern gewinne, aber wenn ich nicht gewinnen muß, weil meine Existenz davon abhängt, kann ich Sieg und Niederlage entspannt betrachten, außer bei für mich wichtigen Dingen. Aber auch dort komme ich mit einer entspannten Einstellung weiter.